Finanzratgeber: Einzahlen lohnt sich

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Basler Zeitung, 20.10.2016

Von Oliver Cazzonelli, Vorsorgespezialist beim VZ VermögensZentrum in Basel

Altersguthaben erhöhen und Steuern sparen

Das Jahr neigt sich langsam, aber sicher dem Ende zu. Es wird also Zeit, sich mit seiner Steuerrechnung auseinanderzusetzen. Denn wie bei einem seriösen Finanzplan braucht es auch für die Steuern eine konsequente Planung. Eine Möglichkeit, Steuern zu sparen, bieten freiwillige Einzahlungen in die Pensionskasse. Die Einkäufe können vom steuerbaren Einkommen abgezogen werden. Allerdings: Wer davor Geld aus der Pensionskasse genommen hat, um beispielsweise ein Haus zu kaufen, kann den zusätzlich einbezahlten Betrag nur von den Steuern abziehen, wenn der früher gemachte Vorbezug wieder eingezahlt wurde. In der Regel ist die Steuerersparnis am höchsten, wenn man den Einkaufsbetrag über mehrere Jahre einzahlt anstatt alles auf einmal. 

Ein Beispiel: Eine verheiratete Person ohne Kinder und wohnhaft in Basel- Stadt zahlt 60‘000 Franken in ihre Pensionskasse ein. Bei einem steuerbaren Einkommen von 100‘000 Franken spart die Person 15‘201 Franken (ohne Kirchensteuer). Verteilt dieselbe Person den Einkaufsbetrag gleichmässig auf fünf Jahre, spart sie pro Jahr 3‘247 Franken Steuern. Total beläuft sich die Steuerersparnis auf 16‘235 Franken und liegt damit um 1‘034 Franken höher, als wenn die Person die 60‘000 Franken auf einmal in die Pensionskasse einbezahlt hätte.

Noch höher ist die Steuerersparnis in Basel-Landschaft. Bei einer gestaffelten Einzahlung von jährlich 12‘000 Franken können hier im Vergleich zur einmaligen Einzahlung 3‘560 Franken mehr gespart werden. Generell lohnen sich Einkäufe am meisten in den Jahren vor der Pensionierung, wenn das steuerbare Einkommen am höchsten ist und das Altersguthaben demnächst bezogen wird. Noch höher ist die Rendite, wenn man sich den Einkaufsbetrag bei der Pensionierung schliesslich auszahlen lässt.

Aber Achtung: Wer mindestens einen Teil seines Pensionskassenguthabens bei der Pensionierung als Kapital beziehen möchte, muss sich bis spätestens drei Jahre vor der Pensionierung einkaufen. Ansonsten müssen die Steuern, die man dank dem Pensionskassen-Einkauf gespart hat, nachgezahlt werden.

Wer zusätzlich einkaufen möchte, sollte den Gesundheitszustand seiner Pensionskasse prüfen. Weist die Kasse eine Unterdeckung auf und kommt es allenfalls zu einer Sanierung oder Teilliquidation, zahlt man mit dem Einkauf mit. Zudem sollte man vor dem Einkauf abklären, was nach dem Tod mit dem einbezahlten Geld geschieht. Manche Pensionskassen finanzieren mit den normalen Beiträgen und den freiwilligen Einkäufen nur die Hinterbliebenenrente, die dem überlebenden Partner ohnehin zusteht. Will heissen: Bei diesen Pensionskassen erhöhen die freiwilligen Einkäufe die Rente für die Hinterbliebenen nicht.

Hinterlässt man niemanden, der von Hinterbliebenenleistungen profitiert, verfällt das PK- Guthaben nach dem Tod unter Umständen zugunsten der Pensionskasse – auch die freiwillig einbezahlten Beiträge. Erwachsene Kinder zum Beispiel, die ihre Ausbildung abgeschlossen haben, erhalten keine Rente, bei manchen Pensionskassen nicht einmal das angesparte Guthaben als Todesfallkapital.