Ein Ausstieg als Option

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Basler Zeitung, 17.3.2016

Von Michael Fuss, Steuerspezialist beim VZ VermögensZentrum in Basel

So kann man bei einer vorzeitigen Pensionierung Steuern sparen

Ein wenig mehr Zeit für sich, für den Partner und die Enkel, genug vom anstrengenden Job. Spätestens mit Mitte 50 denkt der eine oder andere ans Aufhören. Umfragen zeigen: Zwei von drei Berufstätigen möchten sich vorzeitig pensionieren lassen. Doch eine Frühpensionierung ist teuer. Nicht nur das Einkommen fällt weg, sondern auch die Pensionskassen-Rente ist tiefer.

Bezüge von Kapitalleistungen aus Pensionskassen-, Freizügigkeits- und Säule-3a-Guthaben werden pro Jahr für die Besteuerung zusammengerechnet - in den meisten Kantonen auch die Kapitalleistungen des Ehepartners, abgesehen von Basel-Stadt und Baselland. Obwohl Kapitalbezüge zu einem niedrigeren Satz versteuert werden - nur Renten werden als Einkommen versteuert -, kann dies einen wegen der Steuerprogression teuer zu stehen kommen.

Mehrere Hundert bis Tausend Franken kann man zum Beispiel sparen, wenn man sich das Guthaben aus Säule 3a und Freizügigkeitseinrichtungen über mehrere Jahre verteilt auszahlen lässt. Das Säule-3a-Kapital kann man bis zu fünf Jahre vor dem regulären AHV-Alter beziehen. Das Gleiche gilt für Guthaben auf Freizügigkeitskonten oder -policen. Bei den meisten Freizügigkeitsstiftungen kann man das Guthaben auch erst im Rentenalter beziehen. Männer dürfen den Bezug bis höchstens 70 aufschieben, Frauen bis 69. Wer über das ordentliche Rentenalter hinaus erwerbstätig bleibt, darf auch den Bezug des 3a- Guthabens um bis zu fünf Jahre aufschieben.

Ein noch grösseres Sparpotenzial bieten in der Regel gestaffelte Bezüge des Pensionskassen-Guthabens. Wer zum Beispiel mit 63 Jahren sein Arbeitspensum von 100 auf 50 Prozent reduziert, kann sich bei vielen Pensionskassen die Hälfte seines Altersguthabens auszahlen lassen.

Damit die Teilkapitalbezüge aus Sicht des Steueramtes akzeptiert werden, muss die teilweise Beendigung der Erwerbstätigkeit klar zutage treten und dauerhaft sein. Im Aargau und in Baselland beispielsweise akzeptieren die Steuerbehörden zwei Teilkapitalbezüge mit der entsprechenden Kürzung des Arbeitspensums. Dabei muss das Arbeitspensum jeweils um mindestens 20 Prozent reduziert werden. Bis zur nächsten Reduktion ist im Kanton Aargau eine Frist von sechs Monaten einzuhalten. In Baselland beträgt sie ein Jahr. In beiden Kantonen muss der dritte Bezug in einer kompletten Aufgabe der Arbeitstätigkeit münden. Zudem kann das restliche Guthaben nur noch als Rente bezogen werden.

Dritter Bezug in Ausnahmefällen

Im Kanton Solothurn wird ein dritter Bezug nur in Ausnahmefällen bewilligt. Wie im Aargau und Baselland muss das Arbeitspensum auch hier jeweils um mindestens 20 Prozent reduziert werden. Die Frist zwischen den einzelnen Schritten beträgt ein Jahr. Basel- Stadt erlaubt zwei Teilpensionierungsschritte mit Teilkapitalbezug Trotz steuerlicher Vorteile: Der Entscheid, ob man sich sein Pensionskassenguthaben ganz, teilweise oder als Rente auszahlen lässt, sollte nicht alleine von steuerlichen Gründen abhängig gemacht werden. Genauso wichtig ist die finanzielle Absicherung des Pensionierten und Hinterbliebener.