Die Renten schrumpfen nehmen Sie Ihre Vorsorge selbst in die Hand!

Diese Seite teilen

Gourmet, 14.7.2016

Von Stefan Thurnherr, Pensionskassen-Spezialist beim VZ VermögensZentrum

Nach den jüngsten Leistungskürzungen planen Pensionskassen bereits weitere Massnahmen. Die private Vorsorge wird deshalb immer wichtiger.

Eine Pensionskasse nach der anderen senkt zurzeit ihre Umwandlungssätze. Grund sind die tiefen Zinsen und die steigende Lebenserwartung. Für zukünftige Pensionierte heisst das: Sie erhalten deutlich weniger Rente. Zwar bemühen sich einige Pensionskassen, dass die Renten von Mitarbeitenden, die kurz vor der Pensionierung stehen, nicht allzu stark schrumpfen. Für jüngere Mitarbeitende führen die tiefere Mindestverzinsung und die schrittweise Senkung des Umwandlungssatzes aber unweigerlich zu tieferen Renten.

Zukünftige Rentner müssen kräftig sparen

Je nach Alter müssen sie kräftig sparen, um die Lücke bis zu ihrer Pensionierung zu schliessen. Ein Beispiel: Das Sparkapital eines Angestellten beträgt bei seiner Pensionierung 750'000 Franken. Bei einem Umwandlungssatz von 6 Prozent kann er eine monatliche Rente von 3750 Franken erwarten. Wenn seine Pensionskasse den Umwandlungssatz auf 5 Prozent senkt, braucht er 900'000 Franken, um dieselbe Rente zu erhalten.

Die Zeit wird knapp

Für einen 60-jährigen Erwerbstätigen heisst das im Klartext: Bis zu seiner ordentlichen Pensionierung in fünf Jahren muss er bei einer Rendite von 2 Prozent jeden Monat zusätzlich 2402 Franken zur Seite legen, um die fehlenden 150'000 Franken noch rechtzeitig anzusparen. 55-Jährige müssen 1142 Franken pro Monat zusätzlich zur Seite legen, weil sie länger sparen können. Die jüngsten Senkungen der Umwandlungssätze sind jedoch erst der Anfang: Einige Pensionskassen planen bereits weitere Massnahmen. Grund sind die tiefen Rendite- Erwartungen und die steigende Lebensdauer. Heute leben Männer nach dem 65. Geburtstag im Schnitt noch 19,4 Jahre, Frauen 22,4 Jahre. Mit dem heutigen gesetzlichen Umwandlungssatz von 6,8 Prozent ist die Rente eines Pensionärs je doch nach 14,7 Jahren aufgebraucht.

Umwandlungssätze unter 6 Prozent

Immer mehr Pensionskassen müssen deshalb ihre Umwandlungssätze im Überobligatorium weiter senken, um die Vorgaben im Obligatorium einhalten zu können - zum Teil unter 5 Prozent. Bei der Pensionskasse des Kantons Zürich zum Beispiel beträgt der durchschnittliche Satz ab 2017 4,82 Prozent. Jener der Credit Suisse soll schrittweise auf 4,865 Prozent gesenkt werden. So tiefe Sätze sind möglich, weil Pensionskassen einen umhüllenden Umwandlungssatz für obligatorische und überobligatorische Leistungen anwenden. Solange sie die gesetzlichen Vorgaben im Obligatorium erfüllen, können sie ihren Umwandlungssatz frei festlegen. Angehende Pensionierte haben mehrere Möglichkeiten, um eine drohende Kürzung ihrer Rente zu verhindern oder abzuschwächen.