Die Frühpensionierung will geplant sein

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Basler Zeitung, 9.6.2016

Von Daniel Saladin, Vorsorgespezialist beim VZ VermögensZentrum in Basel

Sowohl Pensionsbezüge als auch AHV-Rente fallen kleiner aus

Die Mehrheit der Arbeitnehmer liebäugelt damit, sich vorzeitig pensionieren zu lassen. Doch eine Frühpensionierung ist teuer und muss entsprechend gut geplant werden. Bei den meisten Pensionskassen kann man sich zwischen 58 und 60 frühpensionieren lassen. Bei der AHV ist der Bezug der Altersleistung ein bis zwei Jahre vor der ordentlichen Pensionierung möglich. Allerdings: Mit der vorzeitigen Pensionierung wird sowohl die AHV- als auch die Pensionskassenrente lebenslang gekürzt.

So schrumpft etwa die AHV-Rente um 13,6 Prozent, wenn man sie zwei Jahre vor der ordentlichen Pensionierung bezieht. Bei einem Vorbezug von einem Jahr fällt die lebenslängliche Rente um 6,8 Prozent tiefer aus. Erheblich sind die Kürzungen auch bei den Pensionskassenleistungen. Fehlende Beitragsjahre und Zinsgutschriften schmälern das Alterskapital. Weil das Guthaben über eine längere Periode ausbezahlt werden muss, senken die Pensionskassen bei einem vorzeitigen Bezug den Umwandlungssatz. Mit diesem Satz wird das Alterskapital in eine Rente umgerechnet.

In der Regel schrumpft die Pensionskassenrente von Frühpensionierten um fünf bis sieben Prozent pro Vorbezugsjahr. Das heisst: Ein Versicherter, der sich mit 63 statt mit 65 Jahren pensionieren lässt, erhält zehn bis 14 Prozent weniger Rente. Um die Einkommenslücken bis zum Bezug der AHV-Rente zu überbrücken, eignen sich private Ersparnisse wie die dritte Säule, Guthaben auf Sparkonten oder liquide Wertschriftenvermögen. Guthaben in der Säule 3a kann man fünf Jahre vor Erreichen des AHV-Alters ohne Begründung beziehen. Ebenfalls geeignet sind Guthaben aus Kapitallebensversicherungen - vorausgesetzt, sie kommen während der Frühpensionierung zur Auszahlung. Eine vorzeitige Auflösung einer Police lohnt sich oft nicht, weil ein Rückkaufsverlust entsteht.

Leistungskürzung kompensieren

Im Hinblick auf eine Frühpensionierung kann es sich auch lohnen, freiwillige Einzahlungen in die Pensionskasse zu prüfen. Der Vorteil: Die Einzahlungen können vom steuerbaren Einkommen abgezogen werden. Versicherte, die ihr reguläres Einkaufspotenzial bereits ausgeschöpft haben, können bei einigen Pensionskassen zusätzliche Einzahlungen für eine Frühpensionierung tätigen, um die Leistungskürzung bei einem frühzeitigen Bezug der Altersleistungen zu kompensieren.

Diese besondere Einkaufsmöglichkeit hat aber Tücken: Die Altersleistungen dürfen maximal fünf Prozent höher sein als bei einer ordentlichen Pensionierung. Wer sich für eine Frühpensionierung einkauft, dann aber später als geplant in den Ruhestand geht, überschreitet diese Leistungsgrenze womöglich, weil mit dem Aufschub weiterhin Pensionskassenbeiträge einbezahlt werden und der Rentenumwandlungssatz steigt. Das zu viel einbezahlte Kapital verfällt in der Regel zugunsten der Pensionskasse. Vor einem Einkauf sollte deshalb abgeklärt werden, was mit einem Überschusskapital geschieht, falls die geplante Frühpensionierung verschoben wird.