Die freiwillige Vorsorge wird immer wichtiger

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Basler Zeitung, 29.9.2016

Von Daniel Saladin, Vorsorgespezialist beim VZ VermögensZentrum in Basel

Viele Jahre lang war die Mindestverzinsung in der beruflichen Vorsorge auf vier Prozent fixiert. Neben den Arbeitgeber- und Arbeitnehmerbeiträgen galt der Zins als wichtigster Beitragszahler - bis der Bundesrat den Mindestzins 2002 zum ersten Mal senkte. Seither bewegt er sich nur noch in eine Richtung: Nach unten.

Heute werden die BVG-Guthaben der aktiven Angestellten noch mit 1,25 Prozent verzinst. Ab nächstem Jahr könnte es sogar nur noch ein Prozent sein. Damit fällt der dritte Beitragszahler praktisch weg, und als Folge davon sinken die Renten weiter.

Um sein Einkommen im Alter zu sichern, sollte man in die eigene Vorsorge investieren. Dafür eignen sich Einzahlungen in die dritte Säule. Erwerbstätige mit Pensionskasse können dieses Jahr bis zu 6'768 Franken in die Säule 3a einzahlen und vom steuerbaren Einkommen abziehen. Die Steuerersparnis beträgt pro 1'000 Franken, die ein Sparer einzahlt, je nach steuerbarem Einkommen und Wohnort rund 200 bis 400 Franken.

Mit der Säule 3a sollte man nicht gleichzeitig für sein Alter sparen und sich und seine Angehörigen gegen die Folgen von Invalidität und Tod absichern. Sogenannte gemischte 3a-Policen schränken die Flexibilität stark ein, weil jedes Jahr Prämien fällig werden. Darum ist es besser, auf einem 3a-Konto Vermögen aufzubauen und sich separat mit einer Versicherungspolice gegen die Risiken Invalidität und Tod abzusichern, wenn es nötig ist. Zudem rentieren Säule-3a-Konten mit Wertschriften in der Regel deutlich besser als Zinskonten. Ein Beispiel: Ein Vorsorgesparer, der von 1991 bis 2015 jedes Jahr den gesetzlichen Höchstbetrag auf ein 3a-Zinskonto eingezahlt hat, verfügt heute über ein Guthaben von 250'000 Franken. Mit einer Wertschriftenlösung, die zu 40 Prozent in Aktien investiert, ist das Guthaben rund 34'070 Franken höher.

Wer kann, sollte bereits in jungen Jahren in die Säule 3a einzahlen. Viele junge Erwerbstätige unterlassen dies, weil ihnen zu wenig Geld übrig bleibt, um jedes Jahr den Maximalbetrag einzahlen zu können. Dadurch entgeht ihnen aber der Zinseszinseffekt. Zudem können Beitragslücken im Gegensatz zur Pensionskasse in der Säule 3a nicht geschlossen werden. Statt also in einem Jahr nichts und dann einen hohen Betrag in die Säule 3a zu investieren, lohnt es sich einen konstanten Betrag einzuzahlen, auch wenn dieser tiefer ausfällt als der Maximalbetrag.

Neben der Säule 3a bieten sich auch Einkäufe in die Pensionskasse als Sparalternative an. Wie Einzahlungen in die Säule 3a können auch PK-Einkäufe vom steuerbaren Einkommen abgezogen werden. Wichtig: Wer sein Altersguthaben oder einen Teil davon bei der Pensionierung als Kapital beziehen möchte, muss sich spätestens drei Jahre vorher einkaufen. Sonst werden die Steuern fällig, die man durch den Einkauf gespart hat.