CH-Usanz vs. internationale Usanz

Der Schweizerische Hauseigentümer, 1.2.2016

Von Peter Bannwart, Leiter HEV Hypotheken Zentrum AG

Ratgeber: Ich habe die Zinsabrechnung für meine Festhypothek überprüft und komme auf ein tieferes Resultat als meine Bank. Diese begründet die Differenz mit der angewendeten internationalen Usanz. Ist das zulässig?

Der Grossteil der Banken rechnet die Zinsen für Festhypotheken mit der CH-Usanz. Dabei wird je- der Monat mit 30 Tagen sowie das Jahr bzw. der Divisor mit 360 Tagen berechnet. Bei unterjährigen Laufzeiten ist hingegen die internationale Usanz üblich. Dabei wird die effektive Anzahl Tage durch 360 geteilt. Findige Banken wenden die internationale Usanz auch für Festhypotheken an und erhalten so jedes Jahr für 5 Tage (in einem Schaltjahr sogar für 6 Tage) mehr Zinsen. Aus einem Zins von beispielsweise 2,0 Prozent wird so ein effektiver Jahreszins von 2,03 Prozent. Das ist zwar unschön; aber zulässig, wenn es so vertraglich vereinbart wurde. Verlangen Sie deshalb bei der Anschlussfinanzierung, dass die Bank entweder auf die CH-Usanz wechselt oder Ihnen beim Zinssatz entsprechend entgegenkommt.  

 

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