Worauf man achten soll, damit die Säule 3a trägt

Basler Zeitung, 29.10.2015

Von Alessandro Miano, Niederlassungsleiter des VZ Vermögenszentrums in Basel

Wertschriftenkonten bringen mehr als Zinskonten

Wer bis Ende Jahr in die dritte Säule einzahlt, sorgt fürs Alter vor und spart Steuern. Erwerbstätige, die in einer Pensionskasse versichert sind, können dieses Jahr bis zu 6768 Franken einzahlen und in der nächsten Steuererklärung abziehen. Die Steuerrechnung eines verheirateten Angestellten aus Basel sinkt dadurch um rund 1700 Franken, wenn sich das steuerbare Einkommen des Ehepaares vor Abzug des 3a-Beitrags auf 75'000 Franken beläuft. Sind beide Partner erwerbstätig und zahlen beide den Maximalbetrag ein, verdoppelt sich die Ersparnis. Erwerbstätige ohne Pensionskasse dürfen bis zu 20 Prozent ihres Nettoeinkommens einzahlen, höchstens 33'840 Franken.

Einzahlungen in die dritte Säule müssen bis spätestens 31. Dezember bei der Vorsorgestiftung eingehen. Es lohnt sich, die Bank spätestens Mitte Dezember mit der Überweisung zu beauftragen. Trifft der Betrag zu spät ein, lässt er sich erst in der Steuererklärung für das Folgejahr geltend machen. 3a-Einzahlungen sollte man zudem auf zwei bis drei Konten verteilen. Mehrere Konten lassen sich gestaffelt in verschiedenen Jahren beziehen. So fallen die Steuern bei der Auszahlung geringer aus.

Banken bieten zwei Varianten des 3a-Sparens an: Zinskonten und Wertschriftenlösungen. Die meisten Banken zahlen auf ihren 3a-Konten zurzeit weniger als 1 Prozent Zins. Und die Zinsen dürften noch mehrere Jahre tief bleiben. Eine dritte Säule mit Wertschriften rentiert auf Dauer deutlich besser. Wenn ein Sparer in den letzten 25 Jahren jedes Jahr den Höchstbetrag eingezahlt hat, verfügt er heute über ein Guthaben von rund 205'000 Franken. Zinskonten warfen in diesem Zeitraum im Schnitt 2,9 Prozent Zins ab. Die Rendite einer Lösung mit 40 Prozent Aktien betrug durchschnittlich 6,3 Prozent pro Jahr. Das Guthaben ist fast 26'000 Franken höher, wenn die Gebühren der Wertschriftenlösung 1,5 Prozent betragen, und sogar 46'000 Franken höher bei Gebühren von nur 1 Prozent.

Billigere ETF-Vorsorge

Bei den aktiv verwalteten 3a-Fonds der grössten Banken liegt die jährliche Verwaltungsgebühr im Durchschnitt bei 1,3 Prozent. Hinzu kommen je nach Anbieter Transaktionskosten, Depotgebühren und Ausgabeaufschläge. Deutlich günstiger sind 3a-Lösungen, bei denen das Guthaben in Indexfonds wie ETF investiert wird. Anders als herkömmliche Anlagefonds verzichten ETF auf ein aktives Management, was zu deutlich tieferen Gebühren führt.

Wer sich trotzdem für ein 3a-Zinskonto entscheidet, sollte regelmässig die Zinssätze vergleichen. Die Unterschiede sind recht gross. Je nach Anbieter bewegen sich die Zinssätze für 3a-Konten zwischen 0 und 1,25 Prozent. Es lohnt sich, gegebenenfalls zu einem besseren Anbieter zu wechseln. Das 3a-Guthaben kann man meistens spesenfrei und ohne Kündigungsfrist zu einer anderen Bank transferieren. 

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