Tipps für den Eigenheimkauf

Display, 01.03.2015 

Von Jonas Schneider, Leiter LGBT Team beim VZ VermögensZentrum Zürich

Die Hypothekarzinsen sind so tief wie nie zuvor. Darum überlegen viele Mieter, ob sie ein Eigenheim kaufen sollen. Das solltet Ihr als schwules Paar dabei beachten.

Wenn Ihr ein Eigenheim kaufen möchtet, müsst Ihr zunächst herausfinden, wie viel das Objekt kosten darf. Der maximale Kaufpreis hängt von Euren Einkommen und Euren Eigenmitteln ab. Die meisten Banken finanzieren bis zu 80 Prozent des Liegenschaftenwerts. Der Betrag, der 65 Prozent übersteigt, wird mit einer zweiten Hypothek finanziert, die Ihr innert 15 Jahren vollständig abbezahlen müsst. Sowohl die Eigenmittel als auch die Tragbarkeit müssen stimmen, damit eine Finanzierung zustande kommt. Damit die Eigenheimkosten tragbar sind, dürfen sie nicht mehr als ein Drittel Eures regelmässigen Einkommens ausmachen. Die Kosten setzen sich zusammen aus dem Hypozins, der Amortisation und den Nebenkosten. Banken rechnen mit einem langfristigen Durchschnittszins von 5 Prozent.

Viel Geld sparen

Trotz rekordtiefer Zinsen besteht bei Hypotheken ein grosses Sparpotenzial. 10-jährige Festhypotheken kosten heute je nach Bank zwischen 1,4 und 1,8 Prozent. Sie sind damit rund 50 Prozent teurer als Geldmarkt-Hypotheken, die schon seit mehreren Jahren für 1 Prozent oder sogar weniger zu haben sind. Wenn Ihr risikofähig seid, solltet Ihr einen grossen Teil der gesamten Hypothekarsumme als Geldmarkt-Hypothek aufnehmen und erst dann auf Festhypotheken umsteigen, wenn bei den langfristigen Zinsen ein deutlicher Trendwechsel erkennbar ist. So ein Trendwechsel ist seit der Einführung von Negativzinsen durch die Nationalbank in weite Ferne gerückt. Bleiben die Zinsen in den nächsten zehn Jahren tief, zahlt Ihr bei einer Hypothek über 500'000 Franken für eine Geldmarkt-Hypothek bis zu 40'000 Franken weniger Zinsen als für eine Festhypothek.

Den Nachlass regeln

Beim Kauf eines Eigenheims denkt niemand gerne daran, was mit dem Haus passiert, wenn es zu einer Trennung kommt, ein Partner stirbt oder invalid wird. Das Einkommen reicht in solchen Fällen häufig nicht mehr, um das Eigenheim zu behalten. Deshalb solltet Ihr beim Eigenheimkauf unbedingt Eure Vorsorge überprüfen und Euren Nachlass regeln.

Eingetragene Partner sind finanziell besser abgesichert. Dem überlebenden Partner steht selbst ohne spezielle Anordnungen mindestens die Hälfte des Vermögens des Verstorbenen zu. Damit er das Haus behalten kann, braucht es aber oft eine zusätzliche Begünstigung über einen Vermögensvertrag, ein Testament, einen Erbvertrag oder aber eine Todesfallrisiko- Versicherung. Konkubinatspartner haben leider keinen gesetzlichen Anspruch auf einen Anteil am Erbe ihres Partners.

Wollt Ihr Euren Konkubinatspartner in einem Testament begünstigen, müsst Ihr dabei die Pflichtteile Eurer Nachkommen und der Eltern berücksichtigen. 

Eingetragene Partner sind zudem von der Erbschaftssteuer befreit, während ein Konkubinatspartner je nach Kanton recht hohe Erbschaftssteuern bezahlen muss.

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