Steuern sparen bei Erwerbstätigkeit im AHV-Alter

Der Schweizerische Hauseigentümer, 01.03.2015 

Von Raphael Ebneter, Niederlassungsleiter beim VZ VermögensZentrum St.Gallen

Viele Erwerbstätige wollen nach Erreichen des regulären Pensionsalters im Betrieb weiterarbeiten, falls der Arbeitgeber damit einverstanden ist.

Die Verbindung von Rente und Erwerbseinkommen führt zu unnötig hohen Steuern, wenn man nicht auf beide Einkommen angewiesen ist. AHV, Pensionskasse und dritte Säule bieten Möglichkeiten, um die Steuerbelastung zu senken und das Einkommen für die Zeit nach der Pensionierung aufzubessern. 

Vorsorgeguthaben und Renten später beziehen 

Es kann sich insbesondere lohnen, den Bezug von Renten und Vorsorgeguthaben aufzuschieben.

Erwerbstätige im Rentenalter können ihre Pensionskasse in der Regel fortführen - Männer längstens bis 70, Frauen bis 69. Dadurch steigen ihre Altersleistungen: Die zusätzlichen Sparbeiträge führen zu einem höheren Altersguthaben, und durch den aufgeschobenen Bezug steigt in der Regel auch der Umwandlungssatz, mit dem die Pensionskasse das Altersguthaben in eine Rente umrechnet. Je nach Pensionskasse sind auch weiterhin freiwillige Einkäufe möglich, die sich steuerlich absetzen lassen. Wer sein PK-Guthaben oder einen Teil davon in Kapitalform beziehen möchte, muss sich spätestens drei Jahre vor der geplanten Pensionierung einkaufen. Sonst sind die Steuern nachzuzahlen, die man dank dem Einkauf gespart hat. Rentenbezüge unterliegen keiner Sperrfrist.

Wer mit 65 sein Arbeitspensum zum Beispiel auf 50 Prozent reduziert, kann die Hälfte seines Altersguthabens bereits dann beziehen und den Bezug des restlichen Guthabens auf später verschieben. Wenn man das PK-Guthaben in Kapitalform bezieht, fallen bei mehreren Teilbezügen wegen der Steuerprogression insgesamt weniger Steuern an als bei einem einmaligen Bezug des gesamten Kapitals. 

Die AHV-Rente steigt bis zu 31,5 Prozent

Auch die AHV-Rente lässt sich um bis zu fünf Jahre aufschieben. Nach Ablauf der minimalen Aufschubdauer von einem Jahr kann man die Rente jederzeit abrufen. Die Rente eines Mannes, der den Bezug bis 70 hinausschiebt, fällt lebenslang 31,5 Prozent höher aus, als wenn er die erste Rente mit 65 bezieht. Ein Aufschub um ein Jahr führt zu einer um 5,2 Prozent höheren Rente. Männer müssen allerdings mindestens etwa 86 Jahre alt werden, bis die Summe aller erhaltenen Renten höher ist als bei einem regulären Bezüg. Je nach Steuerersparnis, die man dank dem Aufschub erzielt, verschiebt sich diese Grenze mehr oder weniger nach unten. Einen Rentenaufschub muss man spätestens ein Jahr nach Erreichen des ordentlichen Rentenalters bei der AHV-Ausgleichskasse beantragen.

In die Säule 3a einzahlen

Das steuerbare Einkommen lässt sich auch mit Einzahlungen in die dritte Säule senken. Wer über das ordentliche Pensionierungsalter hinaus erwerbstätig bleibt, darf auch weiterhin in die Säule 3a einzahlen - Männer längstens bis 70, Frauen bis 69. Die Beiträge sind auf 6768 Franken pro Jahr beschränkt, falls gleichzeitig Beiträge in eine Pensionskasse gezahlt werden. Erwerbstätige, die keine Pensionskassenbeiträge mehr zahlen, dürfen in der Regel bis zu 20 Prozent ihres jährlichen Nettoeinkommens in die Säule 3a einzahlen, maximal aber 33 840 Franken. Einzahlungen in die Säule 3a lohnen sich nicht für alle erwerbstätigen Rentner: In einigen Kantonen ist der allgemeine Versicherungsabzug in der Steuererklärung höher, wenn keine Beiträge mehr an die Altersvorsorge geleistet werden.

Erwerbstätige, die nach der Pensionierung nicht mehr in eine Pensionskasse einzahlen und ihre Altersleistungen nicht aufschieben können, dürfen im Jahr der Pensionierung doppelt in die Säule 3a einzahlen: Den «kleinen» Maximalbetrag für Erwerbstätige von 6768 Franken für die Monate bis zur Pensionierung, und 20 Prozent des Nettoeinkommens für die restlichen Monate des Jahres. Den «kleinen» Betrag sollte man spätestens einen Tag vor dem Geburtstag im Jahr der ordentlichen Pensionierung einzahlen. Alle Einzahlungen im Jahr der Pensionierung zusammen dürfen die Höchstgrenze von 33 840 Franken nicht übersteigen.

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