So spart man im Jahr 2016 viel Geld

Basler Zeitung, 31.12.2015

Von Ersin Norkaya, Pensionierungsexperte beim VZ VermögensZentrum in Basel und Rheinfelden

Weniger Bankgebühren, Steuern, Hypothekarzinsen und Versicherungsprämien

Das neue Jahr ist eine gute Gelegenheit, auch die finanziellen Gewohnheiten zu überdenken. Wer diesen Vorsatz fasst, kann viel Geld sparen. Ein enormes Sparpotenzial steckt in den Bankgebühren, Hypozinsen, Versicherungsprämien und Steuern.

Viele Banken haben ihre Gebühren für Konten und Wertschriftendepots in den letzten Monaten stark erhöht. Ein Gebührenvergleich ist mühsam, lohnt sich aber. Anlegerinnen und Anleger mit Wertschriftendepots können ihren Ertrag mit dem Wechsel zu einer Bank mit günstigeren Depotgebühren und Courtagen häufig um mehrere Tausend Franken pro Jahr steigern. Ein Anleger, der zum Beispiel die Depotgebühr für ein Portfolio von 500000 Franken von 0,3 auf 0,1 Prozent reduzieren kann, spart 1000 Franken allein an Depotgebühren im 2016 - nach fünf Jahren sind es 5000 Franken, die zusätzlich im Portemonnaie übrig bleiben. Mehrere Tausend Franken kann man auch sparen, wenn man seine Versicherungspolicen unter die Lupe nimmt. Den meisten Schweizern ist es wichtig, optimal versichert zu sein. Dabei wären viele Policen gar nicht nötig, weil sie nur Bagatellrisiken abdecken, die im Schadenfall finanziell nicht allzu stark ins Gewicht fallen. Wer nur existenzbedrohende Risiken versichert, kann eine Menge Prämien sparen. Am meisten profitiert aber, wer zu einem günstigeren Versicherer wechselt oder sich einem günstigen Kollektivvertrag anschliesst. Die Ausgaben für Versicherungen sinken dadurch in der Regel um 20 bis 30 Prozent.

Mit guter Planung Steuern sparen

Hausbesitzer, die auf Geldmarkthypotheken setzen (auch Libor-Hypotheken genannt), sparen auch 2016 viel Geld. Geldmarkthypotheken kosten schon seit Jahren nur rund 1,0 Prozent. Das ist etwa halb so viel wie zehnjährige Festhypotheken, die aktuell je nach Kreditinstitut zu 1,6 bis 2,3 Prozent angeboten werden. Gemäss den Prognosen vieler Banken dürfte der Zinssatz von Geldmarkthypotheken noch länger unverändert bleiben - manche sehen einen Anstieg der Liborzinsen sogar frühestens im 2020. Bei einer Hypothek über 500000 Franken spart man im Vergleich zu einer zehnjährigen Festhypothek allein 2016 zwischen 3000 und 6500 Franken.

So mancher kümmert sich erst dann um seine Steuern, wenn im Frühjahr die Steuererklärung ins Haus flattert. Weil mit der Steuererklärung das Einkommen und das Vermögen des vergangenen Jahres erfasst werden, lässt sich an der Höhe der Steuern für das abgelaufene Jahr jedoch nicht mehr viel ändern. Interessante Steueroptimierungsmöglichkeiten wie etwa die Einzahlung in die dritte Säule können nicht nachgeholt werden. Wer Steuern sparen möchte, sollte die Steuerplanung rechtzeitig in Angriff nehmen. Das gilt vor allem für Personen mit einen überdurchschnittlichen Einkommen oder Vermögen, Liegenschaftsbesitzer und für Erwerbstätige, die in wenigen Jahren in Pension gehen. Mit einer geschickten Steuerplanung sparen sie mehrere Tausend Franken Steuern pro Jahr.

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