So machst du das Beste aus den negativen Zinsen

display, 1.7.2015

Von Jonas Schneider, Leiter LGBT-Clients beim VZ VermögensZentrum Zürich

Die Negativzinsen stellen Anleger, Hausbesitzer und angehende Pensionierte vor grosse Herausforderungen. Tipps, wie du sie bewältigen kannst.

Die Investoren am Geld- und Kapitalmarkt erwarten zurzeit, dass die Zinsen noch viele Jahre lang negativ oder zumindest sehr tief bleiben. Das macht  sichere Anlagen wie Obligationen unattraktiv, denn schon ein geringer  Zinsanstieg führt zu erheblichen Verlusten auf den Obligationenkursen. 

Deshalb solltest du mehr in Aktien investieren - vorausgesetzt, du hast einen  langen Anlagehorizont und deine Risikofähigkeit und Risikotoleranz lassen eine höhere Aktienquote zu.

Weil die Aktienkurse bereits stark gestiegen sind, solltest du dich vor den  Folgen einer scharfen Korrektur schützen. Einen starken Schutz vor grossen  Kurseinbussen bei Aktien und bei Obligationen bieten regelbasierte Geldanlagen.

Festhypotheken sind überteuert

Obwohl die Zinsen am Kapitalmarkt ins Minus gerutscht sind, sind  Festhypotheken seither teurer geworden. Voraussichtlich kannst du noch  jahrelang viel Geld sparen, wenn du auf Geldmarkt-Hypotheken setzt und erst im richtigen Moment auf Festhypotheken umsteigst.

Im Vergleich zu einer zehnjährigen Festhypothek sind die Kosten einer  Geldmarkt-Hypothek zurzeit rund einen Prozentpunkt tiefer. Bei einem  Hypothekarbetrag von 500'000 Franken entspricht das einer Kostenersparnis  von etwa 5000 Franken pro Jahr.

Die Pensionskassen-Renten schrumpfen jetzt erst recht

Die negativen Zinsen zwingen viele Pensionskassen dazu, ihre Renten noch stärker und schneller zu senken als geplant. Der gesetzliche Renten- Umwandlungssatz für obligatorische Altersguthaben beträgt heute 6,8 Prozent.

Angesichts der steigenden Lebenserwartung ist dieser Satz zu hoch, und mit den negativen Zinsen hat sich die Situation noch einmal zugespitzt.

Der Umwandlungssatz sinkt

Den Umwandlungssatz für überobligatorische Guthaben können die  Pensionskassen selber festlegen. Viele haben ihn in den letzten Jahren bereits auf unter sechs Prozent gesenkt. Einige Pensionskassen müssen den Satz in den kommenden Jahren sogar auf rund fünf Prozent senken.

Angehende Pensionierte sollten jetzt sorgfältig prüfen, wie sie die drohende Rentenkürzung am besten umgehen. In Frage kommen freiwillige Einkäufe in die Pensionskasse, die Auszahlung des Altersguthabens, eine vorzeitige  Pensionierung oder eine Teilpensionierung.

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