Rente erhöhen und Steuern sparen

Basler Zeitung, 24.9.2015

Von Philipp Burla, Vorsorgeexperte beim VZ VermögensZentrum in Basel

Wenn sich Einzahlungen in die Pensionskasse lohnen.

Freiwillige Einzahlungen in die Pensionskasse (sogenannte PK-Einkäufe) sind eine gute Möglichkeit, um das Einkommen nach der Pensionierung aufzubessern. Und sie sind neben Einzahlungen in die dritte Säule für die meisten Steuerpflichtigen die mit Abstand wirkungsvollste Massnahme, um die Steuerbelastung zu senken. Die Einzahlungen darf man vom steuerbaren Einkommen abziehen, das Guthaben ist nicht als Vermögen und die Zinserträge sind nicht als Einkommen zu versteuern. Diese Vorteile können freiwillige Einkäufe zu einer sehr attraktiven Geldanlage machen.

Die Steuerersparnis ist in der Regel grösser, wenn man den Einkaufsbetrag gestaffelt über mehrere Jahre einzahlt statt alles auf einmal. Auch kann es sich lohnen, Einkäufe erst kurz vor der Pensionierung zu tätigen. Die Rendite eines Einkaufs ist umso höher, je höher das steuerbare Einkommen und damit die Steuerersparnis bei der Einzahlung ist und je kürzer das Geld in der Pensionskasse bleibt. Wer mindestens einen Teil seines Pensionskassenguthabens bei der Pensionierung in Kapitalform beziehen möchte, muss sich bis spätestens drei Jahre davor einkaufen, sonst wird der Steuerabzug nachträglich gestrichen. Diese Sperrfrist gilt nicht, wenn man das Guthaben als Rente bezieht.

Ob sich ein Einkauf bei einem Rentenbezug lohnt, hängt stark davon ab, wie alt der Versicherte wird, und ob auch die Hinterbliebenen dank dem Einkauf von höheren Renten profitieren. Den Einkaufsbetrag erhält man nämlich erst im Lauf der Jahre in Form einer höheren Rente zurückbezahlt. Zudem muss man die Rente wie gewöhnliches Einkommen versteuern. Auf Pensionskassenguthaben, das man auszahlen lässt, fällt hingegen eine einmalige Kapitalauszahlungssteuer zu einem Vorzugstarif an.

Und dann bekommt man nichts

Vor einem Einkauf lohnt es sich abzuklären, was nach dem Tod mit dem einbezahlten Geld geschieht. Die meisten Versicherten gehen davon aus, dass die freiwillig einbezahlten Beträge dem Ehe- oder Lebenspartner gehören. Manche Pensionskassen finanzieren mit den normalen Beiträgen und den freiwilligen Einkäufen aber nur die Hinterbliebenenrente, die dem überlebenden Partner ohnehin zusteht. Bei diesen Kassen erhöhen freiwillige Einkäufe die Rente für die Hinterbliebenen nicht. Das gesamte Guthaben inklusive allen Einkaufsbeträgen wird den Hinterbliebenen nur in zwei Fällen ausbezahlt: wenn keine Renten fällig sind oder wenn das Altersguthaben den Finanzierungsbedarf für die Renten übersteigt.

Hinterlässt man niemanden, der von Hinterbliebenenleistungen profitiert, verfällt das PK-Guthaben nach dem Tod unter Umständen zugunsten der Pensionskasse - auch die freiwillig einbezahlten Beiträge. Erwachsene Kinder erhalten keine Rente, bei manchen Pensionskassen nicht einmal das angesparte Guthaben als Todesfallkapital. 

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