PK-Guthaben: Kann ich meine Partnerin begünstigen?

Neue Luzerner Zeitung, 3.7.2015

Ratgeber: Ich (m., geschieden, 60) habe seit drei Jahren eine Lebenspartnerin (52). Wir beide haben keine Kinder. Aus steuerlichen Überlegungen plane ich freiwillige Einkäufe in meine Pensionskasse. Ich frage mich nun, was nach meinem Tod mit meinem Altersguthaben passiert. Ist es möglich, meine Lebenspartnerin als Begünstigte zu bestimmen?

Von Bernadette Schmid, Nachlassexperten beim VZ VermögensZentrum Zug

Wenn eine versicherte Person stirbt, finanziert die Pensionskasse aus dem vorhandenen Altersguthaben in der Regel die Hinterbliebenenrenten. Die Witwenrente steht dem überlebenden Ehegatten oder dem eingetragenen
Partner zu, die Kinder eines Verstorbenen erhalten eine Waisenrente (bis zum 18., in Ausbildung längstens bis zum vollendeten 25. Altersjahr).

Viele Kassen zahlen freiwillig

Wenn eine versicherte Person keine rentenberechtigte Person hinterlässt, ist die Pensionskasse gesetzlich nicht verpflichtet, das Vorsorgeguthaben den übrigen Hinterbliebenen auszuzahlen. Viele Kassen sehen aber freiwillig vor,
dass beim Tod der versicherten Person ein einmaliges Kapital ausbezahlt wird. Dieses Todesfallkapital entspricht normalerweise dem vorhandenen Altersguthaben.

Wer das Geld erhält, ist im Reglement der Pensionskasse festgehalten. Bei alleinstehenden und kinderlosen Versicherten zahlt die Pensionskasse das Geld in der Regel den Eltern aus. Sind die Eltern bereits gestorben, erhalten es
die Geschwister. Die Reihenfolge der Begünstigung kann im Reglement der Pensionskasse eingesehen werden und kann vom Versicherten abgeändert werden.

Das Gesetz schränkt den Kreis der möglichen Begünstigten ein auf die gesetzlichen Erben und auf Personen, 1. die vom Versicherten finanziell erheblich unterstützt wurden oder 2. die in den letzten fünf Jahren vor dem Tod eine Lebensgemeinschaft mit ihm führten oder 3. die für den Unterhalt gemeinsamer Kinder aufkommen müssen.

Nötige Vorkehrungen treffen

Wie eine erhebliche finanzielle Unterstützung oder eine Lebensgemeinschaft definiert ist, wird von den Kassen unterschiedlich festgesetzt. Daher empfiehlt es sich, die Begünstigung Ihrer Lebenspartnerin direkt mit Ihrer  Pensionskasse abzuklären. In kritischen Fällen kann es Sinn machen, eine Begünstigungserklärung einzureichen, sodass die Pensionskasse im Todesfall den Anspruch Ihrer Lebenspartnerin in jedem Fall prüfen kann.

Besonders vor einem freiwilligen Einkauf in die Pensionskasse sollte man abklären, wem dieses Geld im Todesfall zusteht. Lässt sich die gewünschte Begünstigung nicht erreichen, muss man sich überlegen, ob die steuerlichen Vorteile eines Einkaufs diesen Nachteil aufwiegen. Auch gehen viele Versicherte davon aus, dass freiwillige Einkäufe dem Ehe- oder langjährigen Lebenspartner gehören. Manche Pensionskassen zahlen dieses Geld aber weder aus, wenn der Versicherte stirbt, noch erhöht sich durch den Einkauf die Rente für die Hinterbliebenen. Sie finanzieren mit diesen zusätzlichen Beiträgen nur die Hinterbliebenenrente, die dem überlebenden Partner ohnehin zusteht.

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