Pensionskassengeld im Todesfall

Basler Zeitung, 26.02.2015

Von Vittoria Guernier, Vorsorgeexpertin beim VZ VermögensZentrum in Basel

Das Pensionskassenguthaben ist für die meisten Erwerbstätigen der grösste Teil ihres Vermögens.

Wenn eine versicherte Person stirbt, finanziert die Pensionskasse aus dem vorhandenen Altersguthaben in der Regel die Hinterbliebenenrente, die dem Ehepartner oder eingetragenen Partner zusteht, sofern bestimmte Voraussetzungen erfüllt sind. Die Kinder des Verstorbenen erhalten eine Waisenrente, und zwar bis zum 18. Altersjahr oder bis zum Abschluss der Ausbildung, längstens bis zum 25. Geburtstag. Unter Umständen kann auch der Ex-Ehegatte oder der Konkubinatspartner eine Hinterbliebenenrente beanspruchen.

Was aber geschieht mit dem angesparten Guthaben, wenn die versicherte Person keine rentenberechtigten Personen hinterlässt? Pensionskassen sind gesetzlich nicht verpflichtet, das Geld in so einem Fall den übrigen Hinterbliebenen auszuzahlen. Viele Kassen sehen aber freiwillig vor, dass beim Tod der versicherten Person ein einmaliges Kapital ausgezahlt wird. Dieses Todesfallkapital entspricht normalerweise dem vorhandenen Altersguthaben.

Wer die Summe erhält, ist im Reglement der Pensionskasse festgehalten. Stirbt zum Beispiel eine alleinstehende und kinderlose Person, zahlt die Kasse das Geld in der Regel den Eltern aus. Sind die Eltern bereits gestorben, erhalten es die Geschwister. Das Todesfallkapital kann auch zusätzlich zu einer Rente beispielsweise an eine Witwe ausgezahlt werden.

Soll die reglementarische Begünstigtenordnung nicht zum Tragen kommen, kann man die Reihenfolge der Berechtigten ändern. Es ist auch möglich, das Todesfallkapital auf mehrere Anspruchsberechtigte zu verteilen. In einer schriftlichen Begünstigungserklärung lässt sich beispielsweise bestimmen, dass die Mutter und der älteste Bruder je die Hälfte des Kapitals bekommen. Oder dass die Eltern übergangen werden und alles dem Bruder zufallen soll.

Das Gesetz schränkt den Kreis der möglichen Begünstigten ein auf die gesetzlichen Erben und auf Personen, die vom Versicherten finanziell erheblich unterstützt wurden, in den letzten fünf Jahren vor dem Tod eine Lebensgemeinschaft mit ihm führten oder für den Unterhalt gemeinsamer Kinder aufkommen müssen. Es ist also nicht möglich, etwa den besten Freund oder gemeinnützige Institutionen zu begünstigen.

Besonders vor einem grösseren Einkauf in die Pensionskasse sollte man abklären, wem dieses Geld im Todesfall zusteht. Lässt sich die gewünschte Begünstigung nicht erreichen, muss man sich überlegen, ob die steuerlichen Vorteile eines Einkaufs diesen Nachteil aufwiegen. Auch gehen die meisten Versicherten davon aus, dass freiwillige Einkäufe dem Ehe- oder langjährigen Lebenspartner gehören. Manche Pensionskassen zahlen dieses Geld aber weder aus, wenn der Versicherte stirbt, noch erhöht sich durch den Einkauf die Rente für die Hinterbliebenen. Sie finanzieren mit diesen zusätzlichen Beiträgen nur die Hinterbliebenen.

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