Pensionskassen müssen ihre Renten senken

Sonntag, 4.6.2015

Von Karl Flubacher, Pensionierungsexperte beim VZ VermögensZentrum

Der gesetzliche Umwandlungssatz für Pensionskassenrenten beträgt heute 6,8 Prozent. Damit müssen Pensionskassen die obligatorischen Altersguthaben in Renten umrechnen.

Angesichts der steigenden Lebenserwartung ist dieser Satz zu hoch, und mit den negativen Zinsen hat sich die Situation noch einmal zugespitzt. Im Rahmen der Reform "Altersvorsorge 2020" schlägt der Bundesrat vor, den gesetzlichen Umwandlungssatz von 6,8 auf 6 Prozent zu senken. Den Umwandlungssatz für das überobligatorische Guthaben können die Pensionskassen selber festlegen. Viele haben ihn in den letzten Jahren bereits auf unter sechs Prozent gesenkt.

Die Negativzinsen zwingen nun einige Pensionskassen dazu, den Umwandlungssatz für überobligatorische Guthaben in den kommenden Jahren sogar auf rund fünf Prozent zu senken.

Angehende Pensionierte haben mehrere Möglichkeiten, eine drohende Rentenkürzung zu umgehen:

  • Wenn man in Pension geht, bevor die Senkung des Umwandlungssatzes in Kraft tritt, wird die Altersrente noch mit dem aktuellen Satz berechnet. Frühzeitige
    Rentenbezüge führen aber ebenfalls zu einer Rentenkürzung. Deshalb gilt es genau zu prüfen, ob eine vorzeitige Pensionierung unter dem Strich zu einem
    höheren Einkommen im Ruhestand führt.
  • Wer sein Pensionskassenguthaben oder einen bedeutenden Teil davon bei der Pensionierung auszahlen lässt, kann einer Senkung des Umwandlungssatzes gelassen entgegensehen. In diesem Fall ist es aber wichtig, alle Vor- und Nachteile eines Kapitalbezugs sorgfältig abzuwägen.
  • Eine drohende Rentenkürzung lässt sich mit freiwilligen Einzahlungen in die Pensionskasse kompensieren. Diese Einkaufsbeträge lassen sich vom steuerbaren Einkommen abziehen. Einkäufe verteilt man am besten über mehrere Jahre. So spart man normalerweise in der Summe mehr Steuern, als wenn man den ganzen Betrag auf einmal einzahlt. Wer mindestens einen Teil seines Altersguthabens bei der Pensionierung auszahlen lassen möchte, muss sich allerdings spätestens drei Jahre davor einkaufen.
  • Prüfen sollte man auch die Möglichkeit einer sogenannten Teilpensionierung. Wer zum Beispiel mit 63 Jahren sein Arbeitspensum von hundert auf fünfzig Prozent  reduziert, kann bei den meisten Pensionskassen bereits dann die Hälfte seiner Altersrente zum aktuellen Umwandlungssatz beziehen. Mit 65 kann man das restliche  Guthaben auszahlen lassen oder es zum tieferen Umwandlungssatz ebenfalls als Rente beziehen.

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