Pensionskassen müssen die Renten senken

Display, 1.9.2015

Von Jonas Schneider, Leiter LGBT Kunden beim VZ VermögensZentrum in Zürich

Die Negativzinsen zwingen viele Pensionskassen dazu, ihre Umwandlungssätze rascher und stärker zu senken. Erfahre hier, wie du die drohende Rentenkürzung umgehen kannst.

Pensionskassen sind gesetzlich verpflichtet, die obligatorischen Altersguthaben mit einem Umwandlungssatz von 6,8 Prozent in Renten umzurechnen. Angesichts der steigenden Lebenserwartung und tiefen Zinsen ist dieser Satz zu hoch.

Im Rahmen der Reform "Altersvorsorge 2020" schlägt der Bundesrat vor, den Umwandlungssatz auf 6 Prozent zu senken. Ein Altersguthaben von 100'000 Franken ergibt bei einem Umwandlungssatz von 6,8 Prozent eine Rente von 6800 Franken pro Jahr. Eine Senkung auf 6 Prozent liesse die Rente um 800 Franken bzw. rund 12 Prozent schrumpfen.

Den Umwandlungssatz für das überobligatorische Guthaben können die Pensionskassen selber festlegen. Viele haben ihn in den letzten Jahren bereits auf unter 6 Prozent gesenkt. Die Negativzinsen zwingen nun einige Pensionskassen dazu, den Umwandlungssatz für die überobligatorische Guthaben in den kommenden Jahren sogar auf rund 5 Prozent zu senken. Du hast mehrere Möglichkeiten, eine drohende Rentenkürzugn zu umgehen:

Wenn du in die Pension gehst, bevor die Senkung des Umwandlungssatzes in Kraft tritt, wird deine Altersrente noch mit dem aktuellen Satz berechnet. Frühzeitige Rentenbezüge führen aber ebenfalls zu einer Rentenkürzung. Deshalb musst du genau prüfen, ob eine vorzeitige Pensionierung unter dem Strich zu einem höheren Einkommen im Ruhestand führt.

Wenn du dein Pensionskassenguthaben oder einen bedeutenden Teil davon bei der Pensionierung in kapitalform auszahlen lässt, kannst du einer Senkung des Umwandlungssatzes gelassen entgegensehen. In diesem Fall ist es aber wichtig, dass du die Vor- und Nachteile sorgfältig abwägst.

Die Rentenkürzung kannst du auch mit freiwilligen Einzahlungen in die Pensionskasse kompensieren. Diese Einkaufsbeträge darfst du vom steuerbaren Einkommen abziehen.

Prüfen solltest du zudem die Möglichkeit einer Teilpensionierung. Wenn du zum Beispiel mit 63 Jahren dein Arbeitspensum von 100 auf 50 Prozent reduzierst, kannst du bei den meisten Pensionskassen bereits dann die Hälfte deiner Altersrente zum aktuellen Umwandlungssatz beziehen. Mit 65 Jahren kannst du das restliche Guthaben auszahlen lassen oder es zum tieferen Umwandlungssatz ebenfalls als Rente beziehen.

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