Pensionierung: Eine frühe Planung zahlt sich aus

Gourmet, 14.9.2015

Von David Spiess, Geschäftsbereichsleiter vom VZ VermögensZentrum in Zürich

Viele Erwerbstätige planen ihre Pensionierung weniger sorgfältig als eine zweiwöchige Ferienreise. Spätestens mit 55 sollten Sie Antworten auf wichtige Fragen haben - sonst verpassen Sie gute Möglichkeiten, um viel Geld zu sparen. Ein Beitrag von David Spiess, Geschäftsbereichsleiter der VZ Zürich, in den neusten VZ-News, den wir mit freundlicher Genehmigung des VZ VermögensZentrums publizieren.

Angehende Pensionierte sollten so früh wie möglich wissen, wie ihre finanzielle Situation nach der Erwerbsaufgabe aussieht. Die Renten der AHV und der Pensionskasse betragen in der Regel zusammen nur etwa 60 bis 70 Prozent des bisherigen Erwerbseinkommens.

Spätestens zehn Jahre vor der Pensionierung sollte man deshalb unbedingt einen Finanzplan erstellen, der aufzeigt, wie sich Einkommen, Ausgaben und Vermögen bis dahin und über die Pensionierung hinaus entwickeln. Je früher man eine Einkommenslücke erkennt, desto eher lässt sie möglichen Engpass auf, sondern erleichtert auch wichtige Entscheide, zum Beispiel ob eine geplante Frühpensionierung finanziell überhaupt tragbar ist und welchen Teil des Pensionskassen-Guthabens man am besten als Rente beziehen oder auszahlen lassen soll. Dazu muss der Finanzplan unbedingt vollständig sein und auf realistischen Annahmen beruhen. Häufig vergessen geht zum Beispiel die Teuerung, die langfristig stark ins Gewicht fällt.

Jetzt alle Weichen richtig stellen

Es lohnt sich, auch die Steuerplanung früh anzugehen. Wer nämlich Bezüge von Guthaben der zweiten Säule und der Säule 3a geschickt staffelt, spart oft mehrere zehntausend Franken Steuern. Zusätzlichen Spielraum für eine Steueroptimierung eröffnen eine gestaffelte Pensioniesich noch schliessen. Gleichzeitig sollten Sie auch prüfen, ob das Eigenheim nach der Erwerbsaufgabe noch tragbar ist. Immer mehr Banken kündigen Pensionierten die Hypothek, weil sie die Tragbarkeitsvorschriften nicht mehr erfüllen. Hypothekarzinsen und Unterhaltskosten dürfen zusammen nämlich ein Drittel der Renteneinkünfte auch dann nicht übersteigen, wenn die Zinsen auf 5 Prozent steigen.

Die Gegenüberstellung der voraussichtlichen Ausgaben und Einnahmen nach der Pensionierung deckt nicht nur einen rung, die Erhöhung des PK-Einkaufspotenzials und die Aufteilung der PK in eine Basis- und eine separate ZusatzPensionskasse für Kadermitarbeitende. Etwa fünf Jahre vor der Pensionierung sollten Sie Ihre Anlagestrategie darauf ausrichten, im Ruhestand ein sicheres Einkommen zu erzielen. Wer auf Einkommen aus dem Vermögen angewiesen ist, sollte es vor grossen Verlusten schützen. Das VZ hat spezielle Anlagekonzepte entwickelt für Kunden, die nach der Pensionierung von ihrem Vermögen leben müssen.

Die Anmeldefrist für einen Kapitalbezug beträgt bei einigen Pensionskassen bis zu drei Jahre. Wer diese Frist verpasst, kann sein ganzes Guthaben oft nur noch als lebenslange Rente beziehen. Klären Sie also frühzeitig ab, welche Anmeldefrist bei Ihrer Pensionskasse gilt, damit Sie genügend Zeit haben, sich zu entscheiden. Drei Jahre vor der Pensionierung ist auch die letzte Gelegenheit für Einkäufe in die Pensionskasse, wenn Sie bei der Pensionierung mindestens einen Teil Ihres PK-Guthabens in Kapitalform beziehen möchten. Der Bezug der AHV-Rente sollte ebenfalls vorausschauend geplant werden. Etwa drei Monate vor der Pensionierung sollten Sie bei Ihrer AHV- Ausgleichskasse den Bezug der Rente anmelden, damit Ihre erste Rente pünktlich ausgezahlt wird. Ein Vorbezug ist nur ein ganzes Jahr oder zwei ganze Jahre vor dem Datum der ordentlichen Pensionierung möglich.

Sobald die Pensionierung näher rückt, wird es auch höchste Zeit, sich mit der Erbschaftsplanung zu beschäftigen und seine Nächsten bestmöglich abzusichern. Denn ohne Vorkehrungen gerät der hinterbliebene Ehe- oder Lebenspartner oft in finanzielle Schwierigkeiten, weil sein Einkommen deutlich sinkt und er seine Miterben auszahlen muss.

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