Gute Absicherung für Regenbogenfamilien

Display, 1.10.2015

Von Jonas Schneider, Leiter LGBT Kunden beim VZ VermögensZentrum in Zürich

Wenn schwule oder lesbische Paare und Kinder eine Familie bilden, ist die finanzielle Absicherung besonders anspruchsvoll.

Die gesetzliche Erbfolge ist auf klassische Familienverhältnisse ausgerichtet. Der eingetragene Partner und die leiblichen Kinder sind die Haupterben. Sie erhalten je die Hälfte des Nachlassvermögens. Stief- und Pflegekinder gehen folglich leer aus, wenn sie nicht in einem Testament begünstigt wurden. Das Gleiche gilt für den nicht eingetragenen Lebenspartner. Auch für eingetragene Paare ist die gesetzliche Erbfolge oft nicht ideal, denn der Erbanspruch der Kinder kann für den überlebenden Partner eine grosse finanzielle Belastung sein. Unter Umständen muss er sogar das Eigenheim verkaufen, um den Kindern ihren Anteil am Erbe auszuzahlen.

Viele eingetragene Paare und Konkubinatspaare möchten sich gegenseitig bestmöglich absichern. Wenn Kinder vorhanden sind, machen beide Partner am besten je ein Testament und setzen für die freie Quote den jetzigen Partner als Vorerben und die eigenen Kinder als Nacherben ein. Bei ihrem Tod erhalten die Kinder dann nur ihre Pflichtteile, der Rest geht an den hinterbliebenen Partner. Erst nach dem Tod des Vorerben geht das, was von der freien Quote übrig ist, zurück an die Kinder. Setzt man keine Nacherben ein, bekommen die gesetzlichen Erben des überlebenden Partners dieses Geld.

Vermögen nur Verwalten

Vermögen, das mit einer Nacherbschaft belastet ist, darf ein Vorerbe verwalten und die Erträge daraus behalten - verzehren darf er es nicht. Wenn du möchtest, dass dein Partner frei über das Vorerbe verfügen kann, musst du ihn in deinem Testament von der Sicherstellungspflicht befreien. Deine Kinder gehen als Nacherben in so einem Fall aber unter Umständen leer aus. Dein Partner darf dann zum Beispiel auch ein Haus verkaufen, ohne die Einwilligung deiner Kinder einzuholen.

Wer möchte, dass das Haus in der eigenen Familie bleibt, kann den überlebenden Partner nur für das liquide Vermögen als Vorerben einsetzen und ihm die Nutzniessung an der Liegenschaft einräumen. 

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