Eingetragene Partner sind häufig nicht ausreichend abgesichert

display, 01.05.2015

Von Jonas Schneider, Leiter LGBT Clients beim VZ VermögensZentrum in Zürich

Die Eintragung der Partnerschaft allein reicht in vielen Fällen nicht aus, um den überlebenden Partner finanziell gut abzusichern.

In meiner Beratungspraxis stelle ich immer wieder fest, dass viele schwule Paare meinen, sie seien mit der Eintragung der Partnerschaft finanziell gegenseitig ausreichend abgesichert. Das ist aber in den meisten Fällen ein Irrtum. Wenn ein eingetragener Partner stirbt, bekommt der hinterbliebene Partner von der AHV und der obligatorischen Unfallversicherung nur dann eine Witwerrente, wenn er minderjährige Kinder betreut. Bei einem Tod aufgrund eines Unfalls erhält der hinterbliebene Partner somit unter Umständen gar nichts aus den Sozialversicherungen.

Stirbt ein Partner aufgrund einer Krankheit, zahlt seine Pensionskasse eine Hinterbliebenenrente aus, wenn der Überlebende mindestens 45 Jahre alt ist und die Partnerschaft seit mindestens fünf Jahren eingetragen war. Auch ohne ein Testament oder einen Erbvertrag erhält der überlebende Partner mindestens die Hälfte des Nachlassvermögens seines verstorbenen Partners. Hinterlässt der Verstorbene keine Kinder, erhält der hinterbliebene Partner mindestens drei Viertel des Nachlasses. Der restliche Viertel geht aber an die Eltern oder sogar an die Geschwister, wenn beide Eltern bereits tot sind. Das kann dazu führen, dass der hinterbliebene Partner in Bedrängnis gerät, weil er die anderen Erben auszahlen muss.

Massnahmen treffen

Ihr solltet deshalb rechtzeitig Massnahmen treffen, um so eine Situation zu vermeiden. In einem Vermögensvertrag  könnt ihr vereinbaren, dass euer Vermögen beim Tod eines Partners gemäss den Bestimmungen der ehelichen Errungenschaftsbeteiligung geteilt wird. In einem Testament könnt ihr zudem die Nachkommen oder Eltern auf ihre Pflichtteile setzen und die freie Quote dem Partner zuweisen.

Was dabei aber meistens nicht bedacht wird: Nach dem Tod des überlebenden Partners geht das ganze Vermögen an seine Hinterbliebenen - auch das Geld, das er von seinem Partner geerbt hat. Die Familie des Partners, der zuerst gestorben ist, geht hingegen leer aus. Das lässt sich mit einem Erbvertrag vermeiden, der von einem Notar beurkundet werden muss. Allenfalls kann es sinnvoll sein, zusätzlich eine Todesfall-Versicherung abzuschliessen, damit der überlebende Partner finanziell ausreichend abgesichert ist.

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