Die Rendite optimieren in der Säule 3a

Der Schweizerische Hauseigentümer, 15.11.2015

Von Stefan Weber, Vorsorge Experte beim VZ VermögensZentrum in Zürich

Banken gewähren zurzeit nur magere Zinsen auf Säule-3a-Konten. Für viele Sparer kann es sich lohnen, zu einem besseren Anbieter zu wechseln oder ihre Rendite mit günstigen 3a-Wertschriftenlösungen zu optimieren.

Die Zinssätze für 3a-Vorsorgeguthaben sind deutlich geschrumpft. Die meisten Banken zahlen auf ihren 3a-Konten weniger als 1 Prozent Zins. Und die Zinsen dürften noch mehrere Jahre tief bleiben. Wer jedes Jahr Geld auf ein 3a-Konto einzahlt, sollte daher regelmässig die Zinssätze vergleichen - und gegebenenfalls zu einem besseren Anbieter wechseln. Die Zinssätze variieren aktuell zwischen 0 und 1,25 Prozent. Ein Wechsel kann sich auf Dauer aus Renditegründen auszahlen.

Bereits kleine Zinsunterschiede wirken sich erheblich auf die Höhe des Guthabens im Alter aus. Wird zum Beispiel ein Guthaben von 50'000 Franken während 20 Jahren mit 0,5 Prozent verzinst, ergibt dies ein Schlusskapital von 55'245 Franken. Bei einer durchschnittlichen Verzinsung von 1 Prozent ist der Kontostand nach 20 Jahren um 5'760 Franken höher. Guthaben in der Säule 3a kann man meistens spesenfrei und ohne Kündigungsfrist zu einer anderen Bank transferieren - ausser, wenn das Guthaben der Bank zur Sicherstellung der Hypothek bzw. im Rahmen einer Amortisationsverpflichtung verpfändet wurde.

Langfristig höhere Rendite mit Wertschriftenlösungen

Vorsorgesparer haben die Wahl, wie sie ihre Guthaben in der dritten Säule investieren wollen. Denn praktisch alle Banken bieten neben Zinskonten auch 3a-Wertschriftenlösungen an. Bei einer 3a-Wertschriftenlö- sung wird das Guthaben in Aktien, Obligationen und andere Wertpapiere investiert. Das Sparen mit Wertschriften bringt langfristig wesentlich mehr ein als ein 3a-Zinskonto - vorausgesetzt, die Gebühren sind tief.

Ein Beispiel: Wenn ein Vorsorgesparer in den letzten 25 Jahren jedes Jahr den gesetzlichen Maximalbetrag für Erwerbstätige mit Pensionskasse auf ein 3a-Zinskonto eingezahlt hat, besitzt er heute ein Guthaben von rund 205'300 Franken. Zinskonten warfen in diesem Zeitraum im Schnitt 2,9 Prozent Zins pro Jahr ab. Die Rendite einer Wertschriftenlösung, die zu 40 Prozent in Aktien investiert, betrug durchschnittlich 6,3 Prozent pro Jahr (vor Gebühren). Das Guthaben des Vorsorgesparers ist rund 30'000 Franken höher, als es mit einem Zinskonto wäre, wenn die jährlichen Gebühren der Wertschriftenlösung 1,5 Prozent betragen, und sogar 48'000 Franken höher bei Gebühren von nur 1 Prozent.

Tiefere Gebühren zahlen sich aus

Bei den 3a-Wertschriftenlösungen handelt es sich meist um aktiv verwaltete Anlagefonds. Aufgrund ihres aktiven Managements belasten diese Fonds jährliche Verwaltungsgebühren von bis zu 1,5 Prozent. Hinzu kommen je nach Anbieter Depotgebühren, Ausgabeaufschläge und Transaktionskosten, die bei Titelumschichtungen innerhalb des Fonds anfallen. Bei den 3a-Wertschriftenlösungen der meisten Banken handelt es sich zudem um Dachfonds-Konstrukte, bei denen noch mehr Gebühren anfallen, weil der Dachfonds in Subfonds investiert, die wiederum Gebühren verschlingen. Alles in allem können die effektiven Gebühren dadurch deutlich höher liegen als die im Produktprospekt ausgewiesenen jährlichen Verwaltungsgebühren.

Deutlich günstiger sind dagegen 3a-Wertschriftenlösungen, bei denen das Guthaben passiv verwaltet wird. Viel Geld spart man in der Regel mit sogenannten ETF. ETF sind Indexfonds, die an der Börse gehandelt werden und einen Index wie zum Beispiel den SMI exakt abbilden. Bei Indexlösungen entfallen die Gebühren, die eine aktive Verwaltung der Guthaben verschlingt.

3a-Wertschriften in ein privates Depot übertragen

Die meisten Banken zahlen das 3a Guthaben automatisch aus, wenn der Inhaber das AHV-Alter erreicht. Das gilt für Zinskonten wie auch für Wertschriftenlösungen. Bei Wertschriftenlösungen ist das ein Nachteil, wenn die Börsenkurse ausgerechnet dann im Keller sind. In so einem Fall werden alle 3a-Wertschriften in einem ungünstigen Moment verkauft. Angehende Pensionierte sollten ihren Handlungsspielraum erweitern, indem sie ihr 3a-Guthaben zu einem Anbieter transferieren, bei dem sie ihre 3a-Wertschriften bei der Pensionierung in ihr privates Wertschriftendepot übertragen können. Dann entscheiden sie selbst, wann der richtige Zeitpunkt für den Verkauf der Wertschriften gekommen ist. Ein Transfer ist jederzeit möglich und in der Regel kostenlos.

 

 

 

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