Die PK-Renten schrumpfen: Handeln Sie jetzt!

Gourmet, 9.10.2015

Von Olivier Zihlmann, Geschäftsbereichsleiter beim VZ VermögensZentrum in Zürich

Die Renten der Pensionskassen sind schon deutlich gesunken, und weitere Senkungen sind vorprogrammiert. Angehende Pensionierte sollten jetzt Massnahmen ergreifen, damit ihnen im Ruhestand genug Geld bleibt. Ein Beitrag von Geschäftsbereichsleiter Olivier Zihlmann in den neusten VZ-News, den wir mit freundlicher Genehmigung des VZ VermögensZentrums publizieren.

Bis 2003 verzinsten Pensionskassen die obligatorischen Altersguthaben ihrer Versicherten mit mindestens 4 Prozent, und sie wandelten das Guthaben bei der Pensionierung bis 2005 mit einem Umwandlungssatz von mindestens 7,2 Prozent in eine lebenslange Rente um. Seither sind die Renten laufend geschrumpft. Die Umwandlungssätze wurden in den letzten Jahren deutlich gesenkt, weil die Lebenserwartung immer weiter steigt und die Zinsen auf den Guthaben gleichzeitig immer magerer ausfallen.

Der gesetzliche Umwandlungssatz für den obligatorischen Teil des PK-Guthabens beträgt heute 6,8 Prozent. Der Umwandlungssatz für das überobligatorische Guthaben, den die Pensionskassen selber festlegen können, liegt zurzeit bei vielen Kassen noch bei etwa 5,8 Prozent. Besteht das PK-Guthaben je zur Hälfte aus obligatorischem und überobligatorischem Kapital, ergibt das für das gesamte Guthaben einen Umwandlungssatz von rund 6,3 Prozent.

Auch nach all diesen Anpassungen nach unten müssen die Pensionskassen immer noch riesige Beträge von den Guthaben der erwerbstätigen Versicherten abzweigen, um die gesetzlichen Renten der Pensionierten zu finanzieren. Und weil die Zinsen wahrscheinlich noch jahrelang sehr tief oder sogar negativ bleiben, müssen sie bei ihren Anlagen immer grössere Risiken eingehen. Das kann auf Dauer nicht gut gehen. Im Rahmen der Reform «Altersvorsorge 2020» soll der gesetzliche Umwandlungssatz deshalb auf 6 Prozent gesenkt werden. Auch im Überobligatorium werden viele Pensionskassen den Umwandlungssatz in den kommenden Jahren noch weiter senken, manche bis auf 5 Prozent.

So lassen sich tiefere Renten ausgleichen

Angehende Pensionierte sollten rechtzeitig Geld auf die Seite legen, um diese Rentenkürzungen auszugleichen. Einen namhaften Teil dieses Geldes können sie wieder hereinholen, indem sie ihr Sparpotenzial bei den Bankgebühren, Hypothekarzinsen und Versicherungsprämien nutzen.

Wenn die Pensionierung in wenigen Jahren bevorsteht, bleibt unter Umständen nicht mehr genug Zeit, um das private Vermögen ausreichend aufzustocken. In diesem Fall kann sich eine Frühpensionierung oder eine gestaffelte Pensionierung lohnen, um einer weiteren Senkung des Umwandlungssatzes zuvorzukommen und das bisherige Rentenniveau zumindest teilweise zu sichern. Frühzeitige Rentenbezüge führen jedoch zu einer Rentenkürzung, die von Pensionskasse zu Pensionskasse unterschiedlich ausfällt. Deshalb gilt es in jedem einzelnen Fall genau zu prüfen, ob die Frühpensionierung oder gestaffelte Pensionierung unter dem Strich zu einem höheren Einkommen im Ruhestand führt.

Kapital statt Rente beziehen

Sinkende Umwandlungssätze machen die Rente immer unattraktiver. Wer beschliesst, sein Pensionskassen-Guthaben oder einen grossen Teil davon bei der Pensionierung in Kapitalform zu beziehen, kann den Rentenkürzungen gelassener entgegensehen. In diesem Fall ist es aber wichtig, die Vor- und Nachteile sorgfältig abzuwägen.

Auch wer sein Guthaben auszahlen lässt, kann ein vergleichbares Einkommen erwirtschaften, wie das Beispiel in der Tabelle illustriert. Ein solider Finanzplan zeigt auf, ob das Vermögen ausreicht, um das nötige Einkommen langfristig zu gewährleisten. Danach muss ein Anlagekonzept erstellt werden, das auf die Sicherung des Einkommens nach der Pensionierung ausgerichtet ist. In der Regel müssen Pensionierte ihr Vermögen allmählich aufzehren. Deshalb haben die langfristige Sicherheit, der Schutz vor grossen Verlusten und zuverlässige Einkommensströme für sie einen viel höheren Stellenwert als eine möglichst hohe Rendite. 

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