Mehr Geld aus der Säule 3a

Basler Zeitung, 12.11.2011

Wer nicht vergleicht, verzichtet auf bedeutende Zusatzerträge.

Von Karl Flubacher, Niederlassungsleiter VZ VermögensZentrum Basel

Wer möchte, dass seine nächste Steuerrechnung tiefer ausfällt, zahlt bis Mitte Dezember in die dritte Säule ein.

Pro 1000 Franken, die man einzahlt, spart man je nach steuerbarem Einkommen und Wohnort in der Regel 200 bis 400 Franken Steuern. Angestellte, die in einer Pensionskasse versichert sind, dürfen dieses Jahr bis zu 6682 Franken einzahlen. Für Angestellte und Selbstständige ohne Pensionskasse liegt die  Obergrenze bei 20 Prozent des AHV-pflichtigen Jahreseinkommens und maximal 33 408 Franken.

Auch Bezüger von Arbeitslosentaggeld und Erwerbstätige im AHV-Alter dürfen in die dritte Säule einzahlen Männer längstens bis 70, Frauen bis 69.

Praktisch alle Banken bieten zwei Varianten des 3a-Sparens an: ein Konto mit Zinsgutschriften und eine Wertschriftenlösung. Wer sich für ein 3a- Konto entscheidet, sollte regelmässig die Zinssätze vergleichen und gegebenenfalls zu einem besseren Anbieter wechseln.

Ein 3a-Guthaben lässt sich in der Regel jederzeit und spesenfrei von einer Bank zur anderen transferieren ausser das Guthaben wurde der Bank zur Sicherstellung der Hypothek oder im Rahmen einer  Amortisationsverpflichtung verpfändet.

Nur wenige Banken sehen eine Kündigungsfrist von bis zu sechs Monaten vor oder verlangen eine Konto-Saldierungsgebühr. Oft sind es jedoch die Anbieter mit den attraktivsten Zinsen, die ihren Kunden mit solchen Hindernissen einen Wechsel erschweren wollen.

Höhere Rendite mit Wertschriften

Mit 2,375 Prozent den höchsten Zins zahlt zurzeit die Banca Popolare di Sondrio, gefolgt von Corner Bank und Generali mit jeweils 2,25 Prozent. Auf den weiteren Plätzen folgen WIR Bank und Banque SIC mit 2,15 Prozent. Zum Vergleich: Die Basler Kantonalbank und die Bank Coop zum Beispiel zahlen 1,5 Prozent.

Wertschriftenlösungen bieten langfristig ein höheres Renditepotenzial als Zinskonten besonders bei den heute tiefen Börsenkursen. Es lohnt sich allerdings, auf die Gebühren zu achten.

Bei den meisten 3a-Wertschriftenlösungen beträgt die jährliche Verwaltungsgebühr zwischen 1,1 und 1,5 Prozent. Hinzu kommen weitere Gebühren wie Transaktionskosten und je nach Anbieter Ausgabeaufschläge. Deutlich kostengünstiger sind 3a-Lösungen, bei denen das Guthaben in ETF und andere Indexfonds investiert wird.

Tiefere Gebühren führen über die Jahre zu einer Mehrrendite von mehreren 1000 oder gar 10 000  Franken. Ein 50-Jähriger verfügt zum Beispiel über ein 3a-Guthaben von 50 000 Franken und zahlt in den 15 Jahren bis zu seiner Pensionierung jedes Jahr weitere 6000 Franken in die dritte Säule ein.

Bei einer angenommenen Wertschriftenrendite von jährlich 4,5 Prozent beläuft sich sein Guthaben bei der Pensionierung auf 194 940 Franken, wenn die jährlichen Gebühren 1,4 Prozent betragen. Bei einer Wertschriftenlösung mit halb so hohen Gebühren ist das Guthaben nach 15 Jahren über 15 000 Franken höher.

Gestaffelt beziehen

Oft lohnt es sich, das 3a-Guthaben über mehrere Jahre verteilt zu beziehen. So lässt sich die Progression  bei den Steuern brechen, die bei der Auszahlung des Vorsorgeguthabens fällig werden.

Wer ein 3a-Konto auflöst, muss immer das ganze Guthaben auf diesem Konto beziehen. Teilbezüge sind nur erlaubt für die Finanzierung von Wohneigentum.

Sparer, die ihr 3a-Guthaben gestaffelt beziehen möchten, verteilen die Einzahlung jedes Jahr auf zwei bis drei verschiedene Konten. Wer erst ein Konto besitzt, auf dem bereits ein bedeutendes Guthaben liegt, zahlt die künftigen Jahresbeiträge auf neue Konten ein.