Tipps für Ihre Altersvorsorge: AHV, Pensionskasse, 3. Säule

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Newsletter vom 13. August 2021

Erfahren Sie regelmässig, wie Sie Ihre AHV, Pensionskasse und 3. Säule optimieren können und wie Sie Ihre Pensionierung finanziell richtig planen.

Konkubinat: So sichern sich Lebenspartner besser ab

Paare ohne Trauschein sind bei den gesetzlichen Versicherungen und im Erbrecht deutlich schlechter gestellt als verheiratete Paare. Selbst bei langjährigen Paaren mit Kindern können grosse Lücken in der Vorsorge klaffen. Es gibt aber einige Möglichkeiten, um sich gegenseitig abzusichern.

Unverheiratete Paare müssen beim Thema Vorsorge einige Besonderheiten beachten. Kommt es zu einem Todesfall und fehlen die richtigen Vorkehrungen, kann der hinterbliebene Partner in finanzielle Nöte kommen. Vor diesen Stolpersteinen sollten Paare aufpassen:

Keine AHV-Leistungen

Wenn ein Konkubinatspartner stirbt, erhält der überlebende Partner keine Hinterbliebenenleistungen. Denn die AHV sichert nur verheiratete Paare und Kinder ab. Bei einer Trennung können Konkubinatspartner auch keine Teilung der AHV-Gutschriften verlangen.

Pensionskasse informieren

Viele Pensionskassen zahlen im Todesfall freiwillig eine Rente oder eine einmalige Kapitalabfindung aus. Dafür müssen aber gewisse Bedingungen erfüllt sein. Zum Beispiel, dass die Lebenspartnerschaft zum Zeitpunkt des Todes mindestens 5 Jahre dauerte.

Aufgepasst: Unverheiratete müssen ihre Pensionskasse frühzeitig über die Lebensgemeinschaft informieren. Und sie müssen klar bekunden, was mit ihrem Guthaben geschehen soll. Ein Testament, in dem der Partner als Alleinerbe eingesetzt wird, genügt dafür nicht.

Auch in der Säule 3a begünstigen

Bei der Säule 3a sieht das Gesetz vor, dass der Ehepartner an erster Stelle kommt. An zweiter Stelle kann man seinen Konkubinatspartner als Begünstigten einsetzen, wenn gewisse Voraussetzungen erfüllt sind, etwa, dass die Lebensgemeinschaft mindestens fünf Jahre dauert. Sind weder Ehepartner noch Kinder vorhanden, kann man seinen Lebenspartner in der Regel auch dann begünstigen, wenn die Lebensgemeinschaft weniger als fünf Jahre dauerte. Dafür muss man ihn aber im Testament als Erben einsetzen und die 3a-Vorsorgestiftung informieren.

Tipp: Nehmen Sie frühzeitig Kontakt mit Ihrer Vorsorgestiftung auf und klären Sie ab, wie Sie Ihren Partner in der Säule 3a optimal begünstigen.

Tücken beim Nachlass

Konkubinatspartner gehen leer aus, wenn die gesetzliche Erbfolge zur Anwendung kommt. Wer seinem Partner einen Teil seines Vermögens vermachen möchte, muss ein Testament oder einen Erbvertrag aufsetzen. Allerdings gibt das Erbrecht enge Schranken vor. Die gesetzlichen Pflichtteile dürfen nicht verletzt werden. Sind Kinder vorhanden, beträgt der Pflichtteil aktuell drei Viertel des gesamten Nachlasses. Das heisst: Dem Konkubinatspartner kann nur ein Viertel problemlos vermacht werden. Mit der Einführung des neuen Erbrechts per Januar 2023 wird der Pflichtteil der Kinder auf 1/2 begrenzt, so dass man seinem Partner neu ebenfalls 1/2 zuweisen kann.

Folgen für die Steuern

Je nach Kanton müssen Konkubinatspartner sehr hohe Erbschaftssteuern entrichten. Ein Beispiel: Für eine Erbschaft von 500'000 Franken bezahlt ein Konkubinatspartner in Bern über 40'000 Franken Erbschaftssteuern:

Erbschaftssteuern in ausgewählten Kantonen
Beispiel: Erbschaft von 500'000 Franken; je nach Kanton gelten unterschiedliche Freibeträge und Steuersätze; Steuerbeträge für das Jahr 2021
Erbschaftssteuern in ausgewählten Kantonen

Eine vollständige Liste finden Sie hier.

In einigen Kantonen zahlen selbst langjährige Konkubinatspartner gleich hohe Steuern wie andere Erben, die nicht mit dem Erblasser verwandt sind. Andere Kantone besteuern Konkubinatspartner, die seit mehr als fünf oder zehn Jahren im gleichen Haushalt gelebt haben, deutlich milder.

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