Tipps für Ihre Altersvorsorge: AHV, Pensionskasse, 3. Säule

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Newsletter vom 30. Juli 2021

Erfahren Sie regelmässig, wie Sie Ihre AHV, Pensionskasse und 3. Säule optimieren können und wie Sie Ihre Pensionierung finanziell richtig planen.

Pensionskasse: Wie beziehe ich meine Ersparnisse?

Ein grosser Teil unseres Vermögens steckt meistens in der Pensionskasse. Zu den wichtigsten Entscheidungen im Leben gehört darum die Frage: Beziehe ich das Geld als Rente oder als Kapital – oder wähle ich einen Mix?

Eine allgemeine Empfehlung gibt es nicht: Je nach familiärer und finanzieller Situation ist die eine oder andere Variante besser. Die wichtigsten Vor- und Nachteile:

1. Die Rente wählen

Es sind vor allem zwei Gründe, die für den Bezug der Rente sprechen: Sie ist bis ans Lebensende garantiert, und man braucht sich um die Anlage seines Guthabens nicht zu kümmern. 

Nachteile: Ein grosser Nachteil des Rentenbezugs sind häufig die schlechteren Leistungen für die Hinterbliebenen. Der überlebende Ehepartner oder eingetragene Partner erhält meistens nur 60 Prozent der Rente seines verstorbenen Partners. Auch muss man die Rente zu 100 Prozent als Einkommen versteuern. Der Kapitalbezug ist auf Dauer meist steuerlich attraktiver. Zudem hängt die Höhe der Rente vom Umwandlungssatz ab. Und dieser sinkt und sinkt. Besonders viel Rente müssen Erwerbstätige einbüssen, die über 86'040 Franken verdienen. Ein Teil ihres Lohnes ist im Überobligatorium versichert. 

Ein Beispiel: Sinkt der Umwandlungssatz von 6,8 auf 5 Prozent, bekommt ein 65-Jähriger später gut 10'000 Franken weniger Rente pro Jahr (siehe Tabelle).

2. Das Kapital beziehen

Weil die Renten aus der Pensionskasse kontinuierlich sinken, sehen sich viele heute gezwungen, mindestens einen Teil ihrer Ersparnisse als Kapital zu beziehen. Damit bleibt man finanziell flexibler. In den ersten Jahren kann man zum Beispiel Geld abzweigen, um das Haus zu renovieren oder den Kindern einen Erbvorbezug zu geben. Der grösste Teil wird angelegt und schrittweise aufgebraucht, um ein sicheres Einkommen bis ans Lebensende sicherzustellen. Schon mit einer Rendite von 1 Prozent ist das Einkommen mit 38'430 Franken höher als die Rente von 36'000 Franken, die auf einem Umwandlungssatz von 6 Prozent basiert (Tabelle).

In den allermeisten Fällen ist der Kaptalbezug langfristig steuerlich günstiger als der Rentenbezug. Wer sein Guthaben bezieht, zahlt eine einmalige Auszahlungssteuer. Sie wird zu einem tieferen Satz und getrennt vom übrigen Einkommen berechnet. Später wird das ausbezahlte Kapital Teil des steuerbaren Vermögens, und auf den Zins- und Dividendenerträgen fallen Einkommenssteuern an.

Ein weiterer Vorteil des Kapitalbezugs: Was bis zum Tod nicht aufgebraucht ist, gehört den Hinterbliebenen, sofern man sie mit einem Testament oder Ehevertrag so weit wie möglich begünstigt hat.
 
Nachteile: Anders als mit der Rente trägt man das Anlagerisiko. Dabei kann auch einiges schiefgehen. Wer das Ersparte selbst bewirtschaften und verzehren muss, läuft Gefahr, dass das Geld nicht bis ins hohe Alter reicht. Viele gehen von zu hohen Renditen aus. Sie legen ihr Geld ineffizient an, wählen eine schlechte Anlagestrategie oder setzen zu teure Anlageprodukte ein.

3. Die goldene Mitte wählen

Die Vorteile von Rente und Kapital lassen sich auch kombinieren, indem man einen Teil des Geldes als Rente bezieht und den Rest auszahlen lässt: Die Rente dient zur Absicherung der Existenz bis ins hohe Alter, und mit dem ausbezahlten Kapital kann man sich jederzeit besondere Wünsche erfüllen. 

Tipp: Ehepaare sollten die Umwandlungssätze und die Leistungen für den überlebenden Partner rechtzeitig vergleichen. Es kann sich lohnen, wenn derjenige Partner die Rente bezieht, dessen Pensionskasse den höheren Umwandlungssatz anwendet. Entscheidend ist auch die Lebenserwartung – vor allem, wenn die Renten und Hinterlassenenleistungen bei beiden Pensionskassen identisch sind. Weil Frauen statistisch länger leben, beziehen sie ihre Rente in der Regel länger als gleichaltrige Männer. Sind beide etwa gleich alt, sollte also eher die Frau die Rente beziehen. Anders verhält es sich, wenn ihre Lebenserwartung aus gesundheitlichen Gründen stark verkürzt ist.

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