Tipps für Ihre Altersvorsorge: AHV, Pensionskasse, 3. Säule

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Newsletter vom 23. April 2021

Erfahren Sie regelmässig, wie Sie Ihre AHV, Pensionskasse und 3. Säule optimieren können und wie Sie Ihre Pensionierung finanziell richtig planen.

AHV-Reform: So behalten Sie den Überblick

Die Politik wagt einen neuen Anlauf, um die AHV zu erneuern. Für viele ist die AHV aber ein Buch mit sieben Siegeln. Wer sich optimal auf seine Pensionierung vorbereiten will, sollte diese Zusammenhänge verstehen.

Die AHV ist in Schieflage, eine Reform dringend nötig. Jüngst hat der Ständerat einen Schritt gemacht und der neuen AHV-Reform zugestimmt. Nun ist der Nationalrat am Zug. Zentrale Punkte werden weiter zu reden geben, denn sie sind heftig umstritten. Eine Auswahl: Sollen Frauen gleich lange arbeiten müssen wie Männer? Gibt es eine "Heiratsstrafe" in der AHV? Wie attraktiv sollen Frühpensionierungen sein?

Wer die Debatte in Bundesbern verfolgt, verliert schnell den Überblick. Denn das Sozialwerk kennt sehr komplexe Regeln, die für Laien kaum zu durchschauen sind. Spätestens wenn man die eigene Pensionierung vorbereitet, sollte man unbedingt die wichtigsten Grundsätze kennen:

1. Zusätzliche Jahre ergeben mehr Rente

Die Reform will das Rentenalter der Frauen an jenes der Männer angleichen und es auf neu 65 Jahre erhöhen. Das Rentenalter bestimmt massgeblich, wie viel AHV-Rente man bekommt. Denn die Höhe der Rente hängt nicht nur vom durchschnittlichen Jahreseinkommen ab, sondern auch von der Anzahl Beitragsjahre. Die volle Rente bekommt nur, wer ab dem 21. Altersjahr bis zum ordentlichen Rentenalter lückenlos AHV-Beiträge bezahlt hat. Fehlende Beitragsjahre können zu einer Rentenkürzung führen.

Der zweite Faktor, das durchschnittliche Jahreseinkommen, setzt sich aus bis zu drei Elementen zusammen: dem Erwerbseinkommen, den Erziehungsgutschriften für Kinder und den Betreuungsgutschriften für die Pflege naher Verwandter. Verheiratete sind meistens von der Beitragspflicht befreit, sofern der Ehepartner arbeitet und Beiträge in der Höhe von mindestens 1006 Franken pro Jahr leistet.

Tipp: Klären Sie frühzeitig ab, ob Ihnen Beiträge fehlen. Diese kann man innerhalb von fünf Jahren nachzahlen. Bei der AHV-Ausgleichskasse oder online unter www.ahv-iv.ch (Rubrik "Merkblätter
& Formulare") können Sie Ihren persönlichen Ausweis bestellen.

2. Renten für Ehepaare sind plafoniert

Wer keine Beitragslücken hat und auf ein Durchschnittseinkommen von mindestens 86'040 Franken kommt, erhält die Maximalrente. 2021 beträgt sie für Einzelpersonen 2390 Franken pro Monat. Aufgepasst: Ein verheiratetes Rentnerpaar bekommt nicht das Doppelte. Die Renten für Ehepaare sind plafoniert: Die beiden Einzelrenten dürfen zusammen nicht mehr als 150 Prozent der Maximalrente für Alleinstehende betragen. Pensionierte Ehepaare erhalten also höchstens 3585 Franken im Monat. Ein unverheiratetes Paar hingegen bezieht beide Renten in voller Höhe.

Ist das gerecht oder nicht? Diese Frage wird von den politischen Kräften von links bis rechts heftig diskutiert. In der Debatte zur AHV-Reform entschied sich der Ständerat dann gegen eine Erhöhung. Als Nächstes muss sich der Nationalrat mit dieser Frage auseinandersetzen.

3. Ein Vorbezug führt zu tieferen Renten

Ein weiterer Streitpunkt: Wie attraktiv sollen Frühpensionierungen sein? Heute kann man die AHV-Rente ein oder zwei Jahre vor dem regulären Rentenalter beziehen; Frauen frühestens mit 62 Jahren, Männer mit 63 Jahren. Aber Achtung: Vorbezüge erkauft man sich durch tiefere Renten. Ein Vorbezug um ein Jahr führt zu einer lebenslangen Kürzung um 6,8 Prozent. Bei zwei Jahren sind es gar 13,6 Prozent. Als Folge der AHV-Reform könnten Renten zukünftig aber weniger stark gekürzt werden, wenn man früher aufhört.

Tipp: Prüfen Sie, ob sich ein Vorbezug der AHV-Rente wirklich für Sie lohnt. Das hängt von der Lebenserwartung wie auch von der persönlichen Situation bezüglich Einkommen, Vermögen und Steuern ab. Ersparnisse in der Säule 3a, auf dem Konto oder in der Form von liquiden Wertschriften sind häufig besser geeignet, um die Einkommenslücke bei einer Frühpensionierung zu überbrücken. Männer können ihr Säule-3a-Guthaben ab 60 beziehen, Frauen ab 59.

4. Ein Aufschub kann sich lohnen

Wer länger arbeitet oder finanziell noch nicht auf die Rente angewiesen ist, kann den Bezug um bis zu fünf Jahre aufschieben. Dadurch bekommt man lebenslang eine höhere Rente. Wie beim Vorbezug könnte die AHV-Reform auch beim Aufschub zu neuen Prozentsätzen führen. Heute sind durch einen Aufschub um bis zu 31,5 Prozent höhere Renten möglich:

Bei einem Aufschub steigt die Rente
Rentenerhöhung in Prozent, geordnet nach Aufschubdauer in
Bei einem Aufschub steigt die Rente

Für einen Aufschub muss man die zuständige AHV-Zweigstelle informieren, und zwar spätestens ein Jahr, nachdem man das reguläre Pensionsalter erreicht hat. Auf eine definitive Aufschubdauer muss man sich nicht sofort festlegen. Im Minimum muss man die AHV-Rente um ein Jahr aufschieben.

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