Tipps für Ihre Geldanlagen

Newsletter vom 22. September 2021

Informieren Sie sich jede Woche aktuell über die neuesten Entwicklungen an den Finanzmärkten.

Aktuelles zu Börsen & Märkten

Evergrande bringt die Märkte ins Taumeln: Plötzlich geht das Schreckgespenst einer Finanzkrise wieder um. Die Aktienmärkte tauchen. Was ist passiert? Im Fokus der Sorgen steht die chinesische Evergrande. Sie verkauft Wohnungen an Chinesen mit höheren Einkommen und besitzt Immobilienprojekte in mehreren Städten. In den letzten Jahren wuchs Evergrande enorm. Heute ist der Immobilienkonzern hochverschuldet. Die Firma sitzt auf Krediten in der Höhe von rund 300 Milliarden US-Dollar (siehe Grafik).

Evergrande ist hochverschuldet
Der chinesische Immobilienriese hat in den letzten Jahren einen Schuldenberg im Umfang von rund 300 Milliarden US-Dollar aufgetürmt.
Evergrande ist hochverschuldet

Quelle: Bloomberg

Letzte Woche warnte Evergrande vor Liquiditätsrisiken wegen des Rückgangs seiner Immobilienverkäufe. Wahrscheinlich wird die Firma fällige Zinszahlungen nicht begleichen können. Das zweitgrösste Immobilienunternehmen Chinas steht vor der Pleite. Die chinesische Regierung ist mit einem Dilemma konfrontiert: Sie will zwar einen unkontrollierten Bankrott vermeiden, gleichzeitig aber auch den ausufernden Immobiliensektor disziplinieren. Der chinesische Staat lässt durchblicken, dass er das Unternehmen nicht retten würde. Jetzt sorgen sich die Märkte, die Evergrande-Krise könnte überschwappen. Die Börsen in Asien, Europa, den USA und den Schwellenländern gerieten in Turbulenzen. Grund für die Nervosität an den Märkten ist die Frage, ob Evergrande nur die Spitze des Eisbergs im überbewerteten und hochverschuldeten Immobiliensektor Chinas ist. Evergrande gilt als der krasseste, nicht aber als der einzige Fall. Von einem Kollaps wären aber in erster Linie chinesische Kleinanleger und Immobilienbesitzer betroffen. Die Banken stehen weniger im Risiko und ausländische Banken scheinen nur gering direkt involviert. Sollte sich ein Dominoeffekt abzeichnen, dürfte die chinesische Regierung einschreiten. Eine Finanzkrise würde die chinesische Regierung nicht zulassen wollen. Es ist unwahrscheinlich, dass aus dem Fall Evergrande tatsächliche eine weltweite Krise wird, wie das derzeit spekuliert wird.

Inflation in der Eurozone auf Zehnjahreshoch: Die Preise in der Eurozone stiegen im August binnen Jahresfrist um 3,0 Prozent. Die europäische Statistikbehörde Eurostat bestätigte damit eine frühere Schätzung. Zuletzt lag die Inflation im November 2011 so hoch. Die geringste Teuerung wurde in Malta (0,4 Prozent), Griechenland (1,2 Prozent) und Portugal (1,3 Prozent) gemessen. Am stärksten legten die Preise in Estland und Litauen zu (jeweils 5,0 Prozent). In Deutschland betrug die Inflationsrate 3,4 Prozent. Zur Eurozone gehören all jene 19 EU-Staaten, in denen der Euro die offizielle Währung ist. Die Europäische Zentralbank (EZB) will in der Eurozone mittelfristig eine Teuerung von 2,0 Prozent erreichen. Aus Sicht der EZB handelt es sich bei der derzeit ansteigenden Teuerung um ein vorübergehendes Phänomen. Bereits nächstes Jahr werde diese laut EZB-Prognose wieder deutlich abnehmen und unter 2,0 Prozent fallen.

Veränderungen bei deutschen und Schweizer Indizes: Der DAX hat ein Facelift bekommen. Vergangenen Montag zu Börsenstart wurde der deutsche Leitindex von 30 auf 40 Werte aufgestockt. Unter den zehn Neuzugängen sind etwa der Flugzeugbauer Airbus, der Sportartikelhersteller Puma oder der Online-Modehändler Zalando. Im Gegenzug verkleinerte die Deutsche Börse den M-DAX der mittelgrossen Werte von 60 auf 50 Titel. Auch in der Schweiz gab es Anfang Woche Anpassungen bei den wichtigsten Indizes. Der Uhrenkonzern Swatch fiel aus dem Swiss Market Index (SMI) und wurde vom Computermaus- und Tastaturhersteller Logitech ersetzt. Im Swiss Leader Index (SLI) schied der Spezialchemiekonzern Clariant aus, der Pharmakonzern Vifor Pharma kam hinzu. Der SLI fasst die 30 wichtigsten Titel der Schweizer Börse zusammen. Anpassungen gab es zudem im SMI Mid und im SPI Extra. Börsenindizes werden periodisch einer Überprüfung unterzogen. Meist entscheidet die Marktkapitalisierung darüber, welche Titel aufgenommen werden und welche Titel aus dem Index fliegen.

Mehr Erwerbstätige in der Schweiz: Der Schweizer Arbeitsmarkt ist weiterhin in guter Verfassung. Diesen Schluss legen neue Daten vom Bundesamt für Statistik (BFS) nahe. So nahm die Zahl der Erwerbstätigen im zweiten Quartal gegenüber dem Vorjahresquartal um 0,5 Prozent zu. Rund 5,01 Millionen Menschen in der Schweiz sind mittlerweile erwerbstätig. Die tatsächliche wöchentliche Arbeitszeit pro Arbeitskraft stieg um 9,9 Prozent an und liegt nun fast wieder auf dem Niveau von vor der Pandemie, hiess es vom BFS. Insbesondere in der von Corona hart getroffenen Branche des Gastgewerbes und der Beherbergung nahm die Arbeitszeit deutlich zu (+72,4 Prozent). Trotzdem konnte die Branche das Vorkrisenniveau noch nicht erreichen (-20,9 Prozent).

Fokus: Wie finde ich den richtigen ETF?

Den richtigen ETF auszuwählen gleicht der sprichwörtlichen Suche nach der Nadel im Heuhaufen. Ein strukturiertes Vorgehen hilft.

ETF sind günstig, transparent und liquide. Sie bieten auch unter dem Gesichtspunkt der Diversifikation Vorteile gegenüber anderen Anlageprodukten. Entsprechend gross ist die Nachfrage nach ETF. Und auch das Angebot wächst laufend. An der Schweizer Börse SIX sind heute bereits rund 1600 ETF gelistet. Den richtigen ETF zu finden, ist also alles andere als einfach. Folgende sechs Schritte helfen bei der Wahl des richtigen ETF.

1. Anlagestrategie bestimmen

Vor einer Investition sollte man sich zuallererst über die Anlagestrategie im Klaren werden. Sie gibt die langfristige Aufteilung des Sparbatzens auf die verschiedenen Anlageklassen wie Aktien, Anleihen, Immobilien oder Rohstoffe vor. Verschiedene Studien zeigen, dass eine klar definierte Anlagestrategie der wichtigste Faktor für den Anlageerfolg ist.

Wer die Anlagestrategie herleiten will, muss zwei Faktoren berücksichtigen: die Risikobereitschaft und die Risikofähigkeit (siehe Grafik).

  • Die Risikobereitschaft drückt aus, wie gut der Anleger vorübergehende Kursverluste auf seinen Investitionen emotional verkraftet. Wer schlecht mit Verlusten umgehen kann, hat eine tiefe Risikobereitschaft. Ein Anleger mit einer hohen Risikofähigkeit kann eine tiefe Risikobereitschaft haben und umgekehrt.
  • Die Risikofähigkeit besagt, in welchem Zeitraum der Anleger welchen Anteil seines Vermögens benötigt. Wer beispielsweise im kommenden Jahr einen Grossteil seines Vermögens für den Kauf eines Hauses verwenden will, darf nicht oder höchstens sehr beschränkt in risikoreiche Wertpapiere wie Aktien investieren. Er oder sie hat eine tiefe Risikofähigkeit.
Herleitung einer Anlagestrategie (Beispiel)
Herleitung einer Anlagestrategie (Beispiel)

Eine Anlagestrategie lässt sich heute ausschliesslich mit ETF umsetzen. An der Schweizer Börse stehen ETF zur Auswahl, die in eine Vielzahl von Anlageklassen, Märkten und Währungen investieren und eine breite Diversifikation des Vermögens ermöglichen.

2. Index aussuchen

Anleger müssen sich bewusst sein, dass ETF-Anlagen die Wertschwankung des Index vollumfänglich mitmachen. Die Wahl des richtigen Index ist deshalb von zentraler Bedeutung.
Um eine Vorstellung für die Wertentwicklung eines ETF zu bekommen, empfiehlt sich ein Blick auf die historischen Renditen und Kursschwankungen des zugrundeliegenden Index. Dabei sollte ein möglichst langer Zeitraum betrachtet werden. Hilfreich ist auch ein Verständnis für die Berechnung und Zusammensetzung des Index. Viele Indizes gewichten die Titel entsprechend ihres Börsenwerts. Dadurch können sich Klumpenrisiken ergeben. Beim SMI und beim SPI beispielsweise machen die drei Schwergewichte Nestlé, Novartis und Roche rund 50 Prozent des Index aus. Kursschwankungen dieser drei grössten Titel wirken sich stark auf den Index und somit auf den ETF aus.

3. Abbildungsqualität prüfen

Viele Anleger gehen davon aus, dass ein ETF seinen Vergleichsindex eins zu eins abbildet. Das hätte zur Folge, dass die ETF-Rendite exakt der Benchmark-Rendite entsprechen würde. Das ist aber nicht der Fall. Zwischen einzelnen ETF auf einen bestimmten Index kann es zu Renditeunterschieden von mehreren Prozentpunkten pro Jahr kommen. Diese Differenz nennt sich Tracking Error. Um die Abbildungsqualität eines ETF zu messen, lohnt es sich, die ETF-Rendite mit der Indexrendite zu vergleichen. Unterscheiden sie sich stark, ist Vorsicht geboten.

4. Replikationsart wählen

Unter Replikationsart versteht man die Art und Weise, wie ein ETF einen Index abbildet. Grundsätzlich wird zwischen physischer Replikation und synthetischer Replikation unterschieden. Bei der physischen Replikation investiert der ETF in die im Index enthaltenen Wertschriften. Die synthetische Replikation funktioniert über Finanzderivate. Sie ist komplizierter und weniger transparent als die physische Indexnachbildung. Gewisse Märkte lassen sich jedoch nur durch synthetische Replikation abbilden.

Die Risiken von physisch replizierenden ETF werden häufig als geringer eingestuft. Unter gewissen Umständen kann die synthetische Replikation aber durchaus sinnvoll sein. Die passende Replikationsart muss deshalb von Fall zu Fall beurteilt werden.

5. Kosten vergleichen

Einen Hinweis auf die Höhe der jährlich anfallenden Kosten in einem ETF gibt die Gesamtkostenquote TER. Sie umfasst neben den Verwaltungsgebühren auch die Kosten für Werbung und Vertrieb des Produkts. Eine tiefe TER sorgt aber nicht zwangsläufig für eine höhere Rendite. Denn zum einen sind in der TER nicht alle Kostenkomponenten eines ETF enthalten. Zum anderen wird die Rendite auch von der Replikationsart beeinflusst.

6. Handelsgebühren optimieren

Beim Kauf und Verkauf eines ETF fallen bankübliche Gebühren, Stempelsteuern und Börsenabgaben an. Zudem muss auch der Kauf- bzw. Verkaufspreis eines ETF genauer analysiert werden. Bei börsengehandelten Wertpapieren wie ETF besteht üblicherweise eine Spanne zwischen Geld- und Briefkurs. Diese Spanne (auch Spread genannt) entspricht der Preisdifferenz zwischen Ankauf- (Brief) und Verkaufskurs (Geld). Anleger sollten auf eine tiefe Geld-Brief-Spanne achten. Als Faustregel gilt, dass Anleger ihre Transaktionen in der Mitte der Handelszeit tätigen sollten, da die Spreads zu Beginn und am Ende des Tages oft grösser sind. An der SIX Swiss Exchange werden ETF von Montag bis Freitag zwischen 9.15 und 17.15 Uhr gehandelt.

Wichtig beim Kauf oder Verkauf eines ETF ist zudem, dass die im ETF enthaltenen Wertschriften zum Zeitpunkt der Transaktion gehandelt werden. Ein ETF auf den US-Aktienmarkt beispielsweise sollte dann an der Schweizer Börse gekauft werden, wenn die US-Börsen geöffnet sind. Andernfalls ist mit grösseren Spreads zu rechnen.

Anlagestrategie mit ETF umsetzen

ETF eignen sich sehr gut, um mit regelmässigen Einzahlungen zum Beispiel fürs Alter zu sparen. Dank der grossen Produktpalette lässt sich eine Anlagestrategie mittlerweile ausschliesslich mit ETF umsetzen. An der Schweizer Börse stehen rund 1600 dieser Fonds zur Auswahl, die in eine Vielzahl von Anlageklassen, Märkten und Währungen investieren und eine breite Diversifikation des Vermögens ermöglichen.

Sie möchten einen für Sie passenden ETF finden? Dann bestellen Sie das kostenlose Merkblatt "Die Auswahl des richtigen ETF". Zudem bietet ein neuer Praxisleitfaden vom VZ viele Ratschläge und Beispiele aus der Praxis, wie man mit ETF erfolgreich anlegt. Den Praxisleitfaden können Sie hier beziehen.

Haben Sie Fragen? Dann vereinbaren Sie einen Termin im VZ in Ihrer Nähe. Sie können auch via Videobesprechung Kontakt mit unseren Expertinnen und Experten aufnehmen.

Aktien Schweiz: Auffälligkeiten und Renditen

Die folgenden Auswertungen geben einen Überblick zur Entwicklung der Aktien der 100 grössten Unternehmen an der Schweizer Börse SIX. Alle Performancezahlen werden inkl. Dividenden gerechnet und in Schweizer Franken dargestellt.

Grösste Kursveränderungen der letzten fünf Handelstage
Die folgende Übersicht zeigt die fünf Aktien mit den positivsten (Gewinner) und negativsten (Verlierer) Kursveränderungen der letzten fünf Handelstage (14.09. – 21.09.2021).
Grösste Kursveränderungen der letzten fünf Handelstage

Grösste Kursveränderungen seit Jahresbeginn
Die folgende Übersicht zeigt die fünf Aktien mit den positivsten (Gewinner) und negativsten (Verlierer) Kursveränderungen seit Anfang des Jahres (31.12.2020 – 21.09.2021).
Grösste Kursveränderungen seit Jahresbeginn

Neue 52-Wochen-Höchstkurse in den letzten fünf Handelstagen
Die folgenden Aktien haben in den letzten fünf Handelstagen im Vergleich zur Kursentwicklung in den letzten 52 Wochen (1 Jahr) neue Höchstkurse erreicht.
Neue 52-Wochen-Höchstkurse in den letzten fünf Handelstagen

Aktien neu über 200-Tagesdurchschnitt
Die folgenden Aktien haben in den letzten fünf Handelstagen den 200-Tagesdurchschnitt nach oben durchbrochen. Die Abweichung zum 200-Tagesdurchschnitt ist per 21.09.2021.
Aktien neu über 200-Tagesdurchschnitt

Aktien neu unter 200-Tagesdurchschnitt
Die folgenden Aktien haben in den letzten fünf Handelstagen den 200-Tagesdurchschnitt nach unten durchbrochen. Die Abweichung zum 200-Tagesdurchschnitt ist per 21.09.2021.
Aktien neu unter 200-Tagesdurchschnitt

Grösste Abweichungen zum 200-Tagesdurchschnitt
Die folgende Übersicht zeigt die fünf Aktien mit der stärksten Abweichung zum 200-Tagesdurchschnitt nach oben oder unten (per 21.09.2021).
Grösste Abweichungen zum 200-Tagesdurchschnitt

Neue überkaufte Aktien
Die folgenden Aktien haben in den letzten fünf Handelstagen den RSI-Wert (Relative Stärke Index) von 70 nach oben durchbrochen. Der RSI-Wert ist per 21.09.2021.
Neue überkaufte Aktien

Neue überverkaufte Aktien
Die folgenden Aktien haben in den letzten fünf Handelstagen den RSI-Wert (Relative Stärke Index) von 30 nach unten durchbrochen. Der RSI-Wert ist per 21.09.2021.
Neue überverkaufte Aktien

Top 20 Momentum Modellportfolio
Das folgende Portfolio enthält die 20 Aktien mit der höchsten Relativen Stärke innerhalb des Universums der 100 Aktien. Dabei werden die 100 Aktien für jeden Zeitraum (20, 120 und 240 Tage) nach der Höhe der Rendite rangiert. Die Aktie mit der besten durchschnittlichen Rangierung erhält danach den Relative-Stärke-Rang 1. Solange eine im Modellportfolio enthaltene Aktie den Relative-Stärke-Rang von 50 nicht überschreitet, bleibt die Position gesetzt. Verliert eine Aktie zu viel an Relativer Stärke (über Rang 50), wird diese durch die noch nicht im Portfolio enthaltene Aktie mit der höchsten Relativen Stärke ersetzt.
Top 20 Momentum Modellportfolio

Veränderungen im Modellportfolio
Veränderungen im Top 20 Momentum Modellportfolio in den letzten fünf Handelstagen.
Veränderungen im Modellportfolio

Diese Seite teilen