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Newsletter vom 15. September 2021

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Aktuelles zu Börsen & Märkten

EZB reduziert ihre Anleihenkäufe etwas: Monat für Monat kauft die Europäische Zentralbank in grossem Stil Obligationen. Mit diesem Kaufprogramm (PEPP) sollen die Auswirkungen der Pandemie abgefedert werden. Bis März 2022, dem voraussichtlichen Ende des Programms, will die Zentralbank 1850 Milliarden Euro aufwenden (siehe Grafik).

Gesamtvolumen der unter dem PEPP gekauften Anleihen in Mrd. EUR
Das Pandemic Emergency Purchase Programme läuft bis Ende März 2022 mit einem Totalvolumen von EUR 1’850 Milliarden.
Gesamtvolumen der unter dem PEPP gekauften Anleihen in Mrd. EUR

Quelle: Bloomberg per 9.9.2021, zweimonatige Daten

Angesichts der wirtschaftlichen Erholung und der anziehenden Inflation hat die EZB nun beschlossen, die Käufe etwas zurückzufahren. Ab dem vierten Quartal 2021 soll der Kauf von Staats- und Unternehmenspapieren "moderat" reduziert werden. EZB-Chefin Christine Lagarde betonte, dies sei kein "Tapering". Die Notenbank bleibe flexibel, um das Kaufvolumen den Markt- und Konjunkturumständen anzupassen. Den Leitzins belässt die für die Eurozone zuständige Notenbank unverändert auf Rekordtief. Der Markt reagierte nur wenig auf die Ankündigungen der EZB. Wichtig war es für den Markt zu hören, dass es in absehbarer Zeit kein "Tapering" geben wird. Die Worte von Lagarde schienen da genügend zu beruhigen. Kritiker der EZB-Politik argumentieren hingegen, die Zentralbank handle zu zaghaft. Die anziehende Inflation sei ein ernstes Problem, dem man mit einer restriktiveren Geldpolitik Herr werden müsse. So stieg in der Eurozone die Inflationsrate von 2,2 Prozent im Juli auf 3,0 Prozent im August – dem höchsten Wert seit rund zehn Jahren. In Deutschland etwa lag die Teuerung noch höher (mehr dazu im Text weiter unten). EZB-Chefin Christine Lagarde argumentiert hingegen, die Teuerung sei nur temporärer Natur. Bereits im kommenden Jahr werde diese wieder merklich abnehmen. Gemäss einer neuen EZB-Prognose soll sie im kommenden Jahr auf 1,7 Prozent sinken und im Jahr 2022 dann 1,5 Prozent betragen. Diese Werte lägen wieder im von der EZB gesteckten Ziel einer Inflation von mittelfristig 2 Prozent. Auch die Prognosen zur wirtschaftlichen Entwicklung in der Eurozone passte die EZB an. Die Notenbank erwartet ein höheres Wachstum in diesem, dafür aber ein minim tieferes im kommenden Jahr. Fazit: Die EZB zeigt sich optimistischer in ihren Aussichten zu Wirtschaftswachstum und Inflation. Trotzdem dürften die Zinsen für längere Zeit negativ bleiben. Grund dafür ist die erwartet schwache Inflation über die kommenden Jahre. Die Geldpolitik bleibt weiterhin sehr expansiv und stützend für den Kapitalmarkt.

Inflation in Deutschland so hoch wie seit fast drei Jahrzehnten nicht mehr: In der grössten Volkswirtschaft der Eurozone verteuerten sich Waren und Dienstleistungen im August um durchschnittlich 3,9 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat. Eine höhere Inflationsrate gab es zuletzt im Dezember 1993 mit plus 4,3 Prozent, meldete das Statistische Bundesamt. Insbesondere die Preise für Benzin, Heizöl, Erdgas, Strom und weitere Energieträger legten stark zu. Auch die Nahrungsmittelpreise zogen deutlich an. Ein Grund für den deutlichen Anstieg der Preise sei ein Basiseffekt, der auf die Senkung der Mehrwertsteuer im vergangenen Jahr zurückzuführen ist. Im Juli 2020 hatte die deutsche Regierung die Mehrwertsteuersätze deutlich gesenkt, um die wirtschaftlichen Folgen der Pandemie abzufedern. Für die Menschen in Deutschland wurden Waren entsprechend günstiger. Ende 2020 lief diese Steuersenkung aus.

Dynamik in den USA schwächt sich leicht ab: Die US-Wirtschaft sei von Anfang Juli bis August nur moderat gewachsen, heisst es im jüngst veröffentlichten Konjunkturbericht ("Beige Book") der Notenbank Fed. Im vorherigen Bericht hatte die Fed noch von moderatem bis robustem Wachstum gesprochen. Wegen der Ausbreitung der Delta-Variante des Coronavirus und wegen internationalen Reisebeschränkungen habe sich das Wirtschaftswachstum etwas verlangsamt. Insbesondere der Tourismus, Restaurantbesuche sowie der Verkehr seien davon betroffen gewesen. Dämpfend auf die wirtschaftliche Aktivität wirkten sich zudem Störungen in den Lieferketten und ein Arbeitskräftemangel aus, meldete die Fed.

Fokus: Die fünf europäischen Aktien mit dem stärksten Momentum

Europäische Aktien entwickelten sich in diesem Jahr bislang positiv. Einige Aktien legten dabei besonders stark an Wert zu. Mit einer Anlagestrategie nach relativer Stärke haben Anleger ein einfaches, aber attraktives Instrument für die Suche nach solchen Titeln.

Einzelne Aktien können eine deutlich höhere Rendite erzielen als ein ETF oder ein aktiver Anlagefonds. Die Selektion von herausragenden Aktien ist allerdings anspruchsvoll.

Eine interessante Methode zur Wahl der chancenreichen Aktien folgt dem Prinzip "Kaufe, was gut läuft". Es baut darauf, dass Aktien mit starker Entwicklung in jüngster Vergangenheit meist auch in näherer Zukunft eine gute Rendite erzielen werden. Man spricht in diesem Zusammenhang oft davon, dass solche Aktien Momentum haben oder eine relative Stärke gegenüber anderen Aktien aufweisen.

Wer nach dem Prinzip der relativen Stärke investiert, kauft Aktien, die sich in jüngster Vergangenheit stark entwickelten. Und er meidet Aktien, die jüngst eine schlechte Rendite erzielten.

Für den Aufbau eines Aktienportfolios nach dem Prinzip "Kaufe, was gut läuft" empfiehlt sich folgendes Vorgehen:

Schritt 1: Anlageuniversum definieren

Der Anleger hält fest, welche Gruppe von Aktien für die Titelwahl mit dem stärksten Momentum zur Verfügung stehen soll. Dieses sogenannte Anlageuniversum kann beispielsweise einem Aktienindex entsprechen. Indizes mit einer grossen Anzahl Titel wie der Stoxx Europe 600 mit 600 Aktien eignen sich besser als Indizes mit nur wenigen Titeln wie der SMI mit lediglich 20 Aktien.

Ein Index mit vielen Aktien enthält in der Regel mehr Titel mit einer hohen relativen Stärke. Der Index und damit das Anlageuniversum kann ein einzelnes Land, eine Region oder die ganze Welt umfassen.

Schritt 2: Titel auswählen

Die relative Stärke lässt sich auf unterschiedliche Arten messen. Eine einfache Variante vergleicht beispielsweise lediglich die Rendite über die letzten zwölf Monate. Erfolgversprechender sind Ansätze, welche die Rendite über verschiedene Zeiträume messen und weitere Eckwerte wie das Risikomass Volatilität analysieren (siehe Grafik und Tabelle weiter unten). Die Regeln dürfen aber nicht zu komplex sein und müssen in unterschiedlichen Marktphasen und mit unterschiedlichen Anlageuniversen zu guten Resultaten führen.

Sobald die Regeln festgelegt sind, werden sie nicht mehr geändert. Der Anleger misst nun die relative Stärke aller im Anlageuniversum enthaltenen Titel und erstellt eine Rangliste. Oben stehen die Titel mit dem stärksten Momentum in der jüngsten Vergangenheit, unten jene mit dem schwächsten Momentum.

Der Anleger investiert nur in die Titel mit der grössten relativen Stärke. Er kann je nach Renditeziel und Risikotoleranz beispielsweise in drei, in fünf oder in noch mehr Titel investieren. Je weniger Titel er berücksichtigt, desto grösser ist das Renditepotenzial, aber auch das Risiko.

Schritt 3: Titel überwachen

Jedes Momentum ist früher oder später zu Ende. Titel mit aussergewöhnlich erfolgreicher Entwicklung in der Vergangenheit brechen bei einer Korrektur des Gesamtmarktes oft besonders stark ein. Eine strikte und ebenfalls regelbasierte Überwachung des Risikos der Anlage ist daher unumgänglich. Dieses Risikomanagement sollte folgende drei Aspekte berücksichtigen:

1) Regelmässige Aktualisierung der Rangliste

Der Anleger muss die Rangliste in regelmässigen Abständen, beispielsweise monatlich, aktualisieren. Haben einzelne Titel seit der letzten Erhebung deutlich an Momentum verloren, werden sie verkauft und durch die Titel mit dem aktuell stärksten Momentum ersetzt. Das stellt sicher, dass laufend in die stärksten Titel investiert wird.

2) Risikomanagement auf Titelebene

Um grosse Verluste aufgrund eines heftigen und schnellen Kurseinbruchs zu verhindern, sollte der Anleger zusätzlich die täglichen Kursänderungen jedes Titels analysieren und die Aktie sofort verkaufen, wenn ihr Kursverlust über einer vordefinierten Schwelle ist.

3) Risikomanagement auf Gesamtmarktebene

Zusätzlich zur Analyse der einzelnen Aktien empfiehlt sich eine Analyse des Gesamtmarkts, ebenfalls mit regelbasierten Trendmessungen. Der Anleger erkennt damit, ob der Markt in einem Aufwärts- oder in einem Abwärtstrend liegt. Befindet er sich in einer Korrekturphase, sollte der Anleger sämtliche Aktien verkaufen, um seinen Verlust zu begrenzen. In Krisen ist es zu riskant, an einzelnen Aktien festzuhalten.

Die fünf europäischen Titel mit der grössten relativen Stärke

 

Rang Titel Titelwährung Rendite über 6 Monate in CHF Rendite über 12 Monate in CHF Volatilität über 12 Monate in CHF
1 Partners Group Holding CHF 44,8% 85,3% 20,5%
2 Kuehne + Nagel International A CHF 36,9% 96,3% 21,7%
3 Hermes International EUR 30,9% 75,5% 19,7%
4 Spirax-Sarco Engineering PLC GBP 41,9% 68,8% 20,8%
5 IMCD NV EUR 47,2% 84,3% 23,1%

Die Titel wurden nach diesen Relative-Stärke-Kriterien ausgewählt: Rendite über die letzten sechs Monate in Schweizer Franken, Rendite über die letzten zwölf Monate in Schweizer Franken und Volatilität über die letzten zwölf Monate in Schweizer Franken (inklusive Dividenden). Alle Kriterien werden gleich gewichtet. Universum: Stoxx Europe 600 mit einer freien Marktkapitalisierung von mindestens 5 Milliarden Schweizer Franken. Für aussagekräftigere Ranglisten sollten weitere Kriterien wie andere Renditezeiträume oder Risikokennzahlen hinzugezogen werden. Stand: 13. September 2021.

Die fünf Titel mit dem besten Momentum in den letzten Monaten
Die fünf Titel aus dem Stoxx Europe 600 mit der besten Platzierung im Relative-Stärke-Ranking gemäss den weiter oben im Text beschriebenen Kriterien (in CHF, per 13. September 2021).
Die fünf Titel mit dem besten Momentum in den letzten Monaten

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Aktien Schweiz: Auffälligkeiten und Renditen

Die folgenden Auswertungen geben einen Überblick zur Entwicklung der Aktien der 100 grössten Unternehmen an der Schweizer Börse SIX. Alle Performancezahlen werden inkl. Dividenden gerechnet und in Schweizer Franken dargestellt.

Grösste Kursveränderungen der letzten fünf Handelstage
Die folgende Übersicht zeigt die fünf Aktien mit den positivsten (Gewinner) und negativsten (Verlierer) Kursveränderungen der letzten fünf Handelstage (7.09. – 14.09.2021).
Grösste Kursveränderungen der letzten fünf Handelstage

Grösste Kursveränderungen seit Jahresbeginn
Die folgende Übersicht zeigt die fünf Aktien mit den positivsten (Gewinner) und negativsten (Verlierer) Kursveränderungen seit Anfang des Jahres (31.12.2020 – 14.09.2021).
Grösste Kursveränderungen seit Jahresbeginn

Neue 52-Wochen-Höchstkurse in den letzten fünf Handelstagen
Die folgenden Aktien haben in den letzten fünf Handelstagen im Vergleich zur Kursentwicklung in den letzten 52 Wochen (1 Jahr) neue Höchstkurse erreicht.
Neue 52-Wochen-Höchstkurse in den letzten fünf Handelstagen

Aktien neu über 200-Tagesdurchschnitt
Die folgenden Aktien haben in den letzten fünf Handelstagen den 200-Tagesdurchschnitt nach oben durchbrochen. Die Abweichung zum 200-Tagesdurchschnitt ist per 14.09.2021.
Aktien neu über 200-Tagesdurchschnitt

Aktien neu unter 200-Tagesdurchschnitt
Die folgenden Aktien haben in den letzten fünf Handelstagen den 200-Tagesdurchschnitt nach unten durchbrochen. Die Abweichung zum 200-Tagesdurchschnitt ist per 14.09.2021.
Aktien neu unter 200-Tagesdurchschnitt

Grösste Abweichungen zum 200-Tagesdurchschnitt
Die folgende Übersicht zeigt die fünf Aktien mit der stärksten Abweichung zum 200-Tagesdurchschnitt nach oben oder unten (per 14.09.2021).
Grösste Abweichungen zum 200-Tagesdurchschnitt

Neue überkaufte Aktien
Die folgenden Aktien haben in den letzten fünf Handelstagen den RSI-Wert (Relative Stärke Index) von 70 nach oben durchbrochen. Der RSI-Wert ist per 14.09.2021.
Neue überkaufte Aktien

Neue überverkaufte Aktien
Die folgenden Aktien haben in den letzten fünf Handelstagen den RSI-Wert (Relative Stärke Index) von 30 nach unten durchbrochen. Der RSI-Wert ist per 14.09.2021.
Neue überverkaufte Aktien

Top 20 Momentum Modellportfolio
Das folgende Portfolio enthält die 20 Aktien mit der höchsten Relativen Stärke innerhalb des Universums der 100 Aktien. Dabei werden die 100 Aktien für jeden Zeitraum (20, 120 und 240 Tage) nach der Höhe der Rendite rangiert. Die Aktie mit der besten durchschnittlichen Rangierung erhält danach den Relative-Stärke-Rang 1. Solange eine im Modellportfolio enthaltene Aktie den Relative-Stärke-Rang von 50 nicht überschreitet, bleibt die Position gesetzt. Verliert eine Aktie zu viel an Relativer Stärke (über Rang 50), wird diese durch die noch nicht im Portfolio enthaltene Aktie mit der höchsten Relativen Stärke ersetzt.
Top 20 Momentum Modellportfolio

Veränderungen im Modellportfolio
Veränderungen im Top 20 Momentum Modellportfolio in den letzten fünf Handelstagen.
Veränderungen im Modellportfolio

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