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Newsletter vom 21. Juli 2021

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Aktuelles zu Börsen & Märkten

Chinas Wirtschaft läuft wieder im Eiltempo: Für die zweitgrösste Volkswirtschaft der Welt geht es weiter bergauf. Im zweiten Quartal wuchs das Bruttoinlandprodukt (BIP) gegenüber dem Vorjahresquartal um 7,9 Prozent, wie Daten des Pekinger Statistikamts zeigen (siehe Grafik). Der Wert liegt zwar knapp unter den erwarteten 8,1 Prozent und unter dem im ersten Quartal erzielten BIP-Wachstum (18,3 Prozent). Der Anstieg verdeutlicht aber nichtsdestotrotz, dass sich Chinas Wirtschaft immer mehr vom Corona-Schock erholen kann. Auch weitere jüngst veröffentlichte Wirtschaftsdaten weisen in die gleiche Richtung. So wuchs die Industrieproduktion der "Werkbank der Welt" im Juni im Vergleich zum Vorjahresmonat um 8,3 Prozent, womit die Erwartungen leicht übertroffen wurden. Bei den Einzelhandelsumsätzen erzielte man im Juni ein Wachstum von 12,1 Prozent, was ebenfalls über den Erwartungen lag. Fazit: Obwohl die chinesische Regierung und Zentralbank mit Stimulusmassnahmen deutlich zurückhaltender agierten, konnte sich die Wirtschaft rasch erholen. Die neusten Wirtschaftszahlen verdeutlichen aber, dass sich die chinesische Ökonomie weitgehend auf dem vor Corona üblichen Niveau einpendelt. Das sind auch gute Nachrichten für viele Länder, denn China gilt neben den USA als Wirtschaftslokomotive der Weltwirtschaft. Ein Risiko stellt allerdings die internationale Pandemielage dar. Eskaliert die Situation und breiten sich Virusmutanten noch stärker aus, könnte die Regierung in Peking mit harten Massnahmen reagieren.

Wieder starkes BIP-Wachstum in China
Chinas Wirtschaft brach als Folge der Corona-Krise stark ein. In den vergangenen Monaten konnte sie sich aber wieder erholen.
Wieder starkes BIP-Wachstum in China

Quelle: Bloomberg

Gewinnerwartungen am US-Aktienmarkt steigen deutlich: Jüngst haben sich die Gewinnaussichten für US-Unternehmen weiter verbessert. Die raschen Fortschritte beim Impfen, die Normalisierung der Wirtschaft und die weiterhin lockere Geldpolitik beflügeln die Erwartungen. Für das Gesamtjahr 2021 liegt das von Analysten prognostizierte Gewinnwachstum der im S&P 500 gelisteten Unternehmen bei starken 38 Prozent, wie Zahlen des Finanzmarktdatenanbieters Refinitiv zeigen. Im Folgejahr sollen die Gewinne dann um 11,2 Prozent steigen. Auch die derzeitige Berichtssaison zur Geschäftsentwicklung im zweiten Quartal ist bereits gut angelaufen: Knapp 10 Prozent der Unternehmen im S&P 500 haben ihre Zahlen präsentiert. Davon konnten 91 Prozent die Konsenserwartung beim Gewinn übertreffen. Der Durchschnitt der letzten zwei Jahre liegt bei 77 Prozent. Der bisherige Rekordwert seit 2008 war bei 87 Prozent und wurde letztes Quartal erreicht. Obwohl es noch sehr früh ist, lässt der Start also eine sehr erfolgreiche "Earnings Season" erwarten.

Schweizer Exportwirtschaft legt Rekordquartal hin: Produkte aus der Schweiz scheinen im Ausland auf reges Interesse zu stossen. Von April bis Juni wuchsen die Exporte um 3,2 Prozent. Erstmals knackten die Exporte die 60-Milliarden-Marke, wie neue Daten der Eidgenössischen Zollverwaltung zeigen. In der Handelsbilanz resultiert dann auch ein Plus von 11,5 Milliarden Franken und damit ein so hoher Überschuss wie noch nie. Gerade Produkte der in der Schweiz bedeutenden Sektoren Chemie und Pharma verkauften sich gut. Auch der Absatz von Uhren sowie von Präzisionsinstrumenten stieg an. Aufgeschlüsselt nach Empfängerländern zeigt sich, dass der Handel mit Europa die Schweizer Exporte stützte. In die beiden anderen wichtigen Regionen Nordamerika und Asien wurden etwas weniger Güter geliefert als von Januar bis März.

Opec-Länder und Partner wollen Ölhahn aufdrehen: Mitglieder des Erdölkartells Opec haben sich darauf geeinigt, ihre Produktionsmengen ab August anzuheben. Monat für Monat soll die Tagesproduktion um 400’000 Barrel steigen, teilte die Opec nach ihrem Online-Ministertreffen mit. Auch die Partnerländer (Opec+) wollen mehr Erdöl produzieren als zuvor. Zuvor hatte ein Streit zwischen Saudi-Arabien und den Vereinigten Arabischen Emiraten um Förderquoten das Kartell gelähmt. Die Aussicht, dass nun mehr Erdöl auf den Markt kommt, drückte kurzzeitig die Preise. Offen bleibt, ob nun tatsächlich auch das Ende der Ölpreisrally eingeläutet wurde, wie einige Marktbeobachter argumentieren. Nach dem scharfen Einbruch wegen der Corona-Pandemie im Frühjahr 2020 zogen die Preise in den vergangenen Monaten wieder stark an.

Fokus: Ist die Inflation gekommen, um zu bleiben?

Die letzten Wochen führten Anlegerinnen und Anlegern deutlich vor Augen, dass das Thema Inflation zurück ist. Die entscheidende Frage ist, ob es sich beim aktuellen Preisanstieg um ein vorübergehendes Phänomen handelt oder ob sich die Märkte auf dauerhaft höhere Inflationsraten einstellen müssen.

Im Juni stiegen die Konsumentenpreise in den USA gegenüber dem Vorjahr um 5,4 Prozent. Dieser Wert, allgemein als Inflationsrate bekannt, wurde zuletzt im Sommer 2008 überschritten. Der Konsumentenpreisindex umfasst Waren und Dienstleistungen, die private Haushalte üblicherweise kaufen. Bei der sogenannten Kerninflation werden die volatileren Preise für Nahrung und Energie ausgeklammert. Auch dieser Wert kletterte weiter in die Höhe, und zwar um 4,5 Prozent – das ist der stärkste Anstieg seit fast 30 Jahren.

Bei der Berechnung der Inflationsrate werden die Preise zu zwei unterschiedlichen Zeitpunkten miteinander verglichen. Entscheidend sind also der Anfangs- und der Endwert. War der Anfangswert sehr tief – wie im Frühjahr 2020, ist schneller eine hohe prozentuale Veränderung erreicht. Dieser Zusammenhang heisst Basiseffekt. Die nachfolgende Grafik veranschaulicht, dass der Basiseffekt auch für die zuletzt hohen Teuerungsraten in den USA relevant ist.

Basiseffekt: Tiefer Ausgangspunkt führt zu steilerem Anstieg
Aufgrund des coronabedingten Preisrutschs im vergangenen Frühjahr fallen die Inflationsraten nun höher aus.
Basiseffekt: Tiefer Ausgangspunkt führt zu steilerem Anstieg

Quelle: Bloomberg

Seit dem Ausbruch der Corona-Pandemie im Frühling 2020 kamen die Preise einiger Güter und Dienstleistungen unter Druck. Lockdowns, Ladenschliessungen und weitere Massnahmen führten zu einem abrupten Einbruch der Nachfrage. Das eindrücklichste Beispiel sind die Ölpreise, die im April 2020 für kurze Zeit sogar negativ waren. Seither ist die Nachfrage wieder kräftig gestiegen, und ein Fass Öl der in Europa richtungsweisenden Sorte Brent kostet heute wieder um die 70 US-Dollar. Damit ist der Ölpreis ein wichtiger Treiber der Teuerungsraten.

Während der schrittweisen Öffnung des wirtschaftlichen und sozialen Lebens wurde ein Teil des aufgestauten Konsums nachgeholt, und die Preise für Güter und Dienstleistungen legten zu. In einigen Bereichen waren wegen der Pandemie Lieferketten unterbrochen, und es kam zu Engpässen bei Materialien und Waren sowie zu Wartezeiten. Zu erwähnen ist etwa die Verknappung von Halbleitern, die vor allem in der Autoindustrie zu langen Wartefristen führt. Als Folge davon wurden in den USA viel mehr Gebrauchtwagen gekauft, was wiederum deren Preis förmlich explodieren liess – ein weiterer Treiber der überraschend hohen Teuerung.

Notenbanken reagieren gelassen

Ein grosser Teil des Preisanstiegs ist eine direkte Folge der Pandemie und damit voraussichtlich einmalig. Vor allem darum geht die Mehrheit der Währungshüter offenbar davon aus, dass der aktuelle Inflationsdruck vorübergehender Natur ist. Während der Pandemie versuchten alle grossen Zentralbanken, wie die US-Notenbank Fed oder die EZB, die Konjunktur mit einer sehr lockeren Geldpolitik anzukurbeln. Neben Zinssenkungen setzten sie dabei auch auf Wertpapierkäufe am Kapitalmarkt, um zusätzliches Geld in Umlauf zu bringen und die Liquidität der Wirtschaft aufrechtzuerhalten.

Wenn Zentralbanken mehr Geld in Umlauf bringen, führt das in der Theorie über die Zeit zu Inflation. Denn das Angebot an Gütern und Dienstleistungen trifft auf eine grössere Geldmenge. Die Erfahrung nach der Finanzkrise von 2008/09 zeigt jedoch ein anderes Bild: Obwohl die Geldpolitik in den letzten zehn Jahren mit wenigen Ausnahmen expansiv war, sind die Konsumentenpreise nie übermässig gestiegen.

Eine Erklärung für die tiefe Teuerung ist, dass ein bedeutender Teil des neu geschaffenen Geldes für die Sanierung von Bilanzen, die Rückzahlung von Schulden und den Kauf von Wertpapieren verwendet wurde. Dieses Geld ist nicht im Umlauf des Waren- und Dienstleistungsverkehrs und hat daher kaum einen Einfluss auf die gemessene Teuerung. Die Umlaufgeschwindigkeit des Geldes ist deshalb stark gesunken, was deflationär wirkt.

Anlageklassen sind unterschiedlich stark betroffen

Die wichtigen Aktienindizes holten den Rückschlag von letztem Frühling in Rekordzeit auf. Während fest verzinste Anlagen empfindlich auf steigende Inflation reagieren, können Sachwerte wie Aktien oder Immobilien ihren Wert in einem inflationären Umfeld in der Regel halten oder sogar steigern. Das bestätigt auch die Entwicklung von 2004 bis 2006, als die Jahresteuerung in den USA von gut 2 Prozent auf knapp 4 Prozent anstieg. In dieser Zeit legte der Weltaktienindex MSCI World rund 30 Prozent zu (siehe nächste Grafik). Unternehmen mit starker Marktstellung haben eine gewisse Preissetzungsmacht, darum sind ihre Aktien in solchen Phasen besonders gefragt.

Aktienmarktentwicklung in inflationärem Umfeld
In den Jahren 2004 bis 2006 stiegen die Aktienkurse zusammen mit der Inflation.
Aktienmarktentwicklung in inflationärem Umfeld

Quelle: Bloomberg

Die Märkte beschäftigt die Frage, ob die Inflation nur vorübergehend gestiegen ist oder ob der Druck auf die Preise anhält. Bis Ende März sind die Kapitalmarktzinsen deutlich gestiegen. Tendenziell rückläufige Renditen an den Obligationenmärkten in den letzten Wochen deuten darauf hin, dass die Akteure die steigende Teuerung als temporär einstufen.

Ein dauerhafter Inflationsdruck entsteht in der Regel erst dann, wenn die Löhne markant steigen. Steigende Löhne waren bisher jedoch nicht zu beobachten, und zumindest kurzfristig ist ein markanter Anstieg eher unwahrscheinlich. Denn in der Pandemie sind die Löhne tendenziell gesunken, und die Verhandlungsposition der Arbeitnehmenden hat sich verschlechtert. Zudem führt der Megatrend hin zur Digitalisierung der Wirtschaft und aller Lebensbereiche zu einem Anstieg der Produktivität, was die Lohnentwicklung zusätzlich dämpft.

Die Corona-Krise führte zu Verzerrungen, die sich mit der Zeit weitgehend auflösen werden. Es scheint, dass die meisten Treiber der aktuellen Inflation vorübergehender Natur sind. Den Staaten, die ihre Schulden in den letzten Monaten noch einmal stark erhöht haben, dürfte eine gewisse Inflation durchaus willkommen sein. Die Notenbanken haben bereits signalisiert, dass sie eine etwas höhere Teuerung zulassen wollen und ihre Leitzinsen nur langsam anheben werden. Daher gibt es keinen Grund, den Anlagemärkten aus Angst vor Inflation den Rücken zu kehren.

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Aktien Schweiz: Auffälligkeiten und Renditen

Die folgenden Auswertungen geben einen Überblick zur Entwicklung der Aktien der 100 grössten Unternehmen an der Schweizer Börse SIX. Alle Performancezahlen werden inkl. Dividenden gerechnet und in Schweizer Franken dargestellt.

Grösste Kursveränderungen der letzten fünf Handelstage
Die folgende Übersicht zeigt die fünf Aktien mit den positivsten (Gewinner) und negativsten (Verlierer) Kursveränderungen der letzten fünf Handelstage (13.07. – 20.07.2021).
Grösste Kursveränderungen der letzten fünf Handelstage

Grösste Kursveränderungen seit Jahresbeginn
Die folgende Übersicht zeigt die fünf Aktien mit den positivsten (Gewinner) und negativsten (Verlierer) Kursveränderungen seit Anfang des Jahres (31.12.2020 – 20.07.2021).
Grösste Kursveränderungen seit Jahresbeginn

Neue 52-Wochen-Höchstkurse in den letzten fünf Handelstagen
Die folgenden Aktien haben in den letzten fünf Handelstagen im Vergleich zur Kursentwicklung in den letzten 52 Wochen (1 Jahr) neue Höchstkurse erreicht.
Neue 52-Wochen-Höchstkurse in den letzten fünf Handelstagen

Aktien neu über 200-Tagesdurchschnitt
Die folgenden Aktien haben in den letzten fünf Handelstagen den 200-Tagesdurchschnitt nach oben durchbrochen. Die Abweichung zum 200-Tagesdurchschnitt ist per 20.07.2021.
Aktien neu über 200-Tagesdurchschnitt

Aktien neu unter 200-Tagesdurchschnitt
Die folgenden Aktien haben in den letzten fünf Handelstagen den 200-Tagesdurchschnitt nach unten durchbrochen. Die Abweichung zum 200-Tagesdurchschnitt ist per 20.07.2021.
Aktien neu unter 200-Tagesdurchschnitt

Grösste Abweichungen zum 200-Tagesdurchschnitt
Die folgende Übersicht zeigt die fünf Aktien mit der stärksten Abweichung zum 200-Tagesdurchschnitt nach oben oder unten (per 20.07.2021).
Grösste Abweichungen zum 200-Tagesdurchschnitt

Neue überkaufte Aktien
Die folgenden Aktien haben in den letzten fünf Handelstagen den RSI-Wert (Relative Stärke Index) von 70 nach oben durchbrochen. Der RSI-Wert ist per 20.07.2021.
Neue überkaufte Aktien

Neue überverkaufte Aktien
Die folgenden Aktien haben in den letzten fünf Handelstagen den RSI-Wert (Relative Stärke Index) von 30 nach unten durchbrochen. Der RSI-Wert ist per 20.07.2021.
Neue überverkaufte Aktien

Top 20 Momentum Modellportfolio
Das folgende Portfolio enthält die 20 Aktien mit der höchsten Relativen Stärke innerhalb des Universums der 100 Aktien. Dabei werden die 100 Aktien für jeden Zeitraum (20, 120 und 240 Tage) nach der Höhe der Rendite rangiert. Die Aktie mit der besten durchschnittlichen Rangierung erhält danach den Relative-Stärke-Rang 1. Solange eine im Modellportfolio enthaltene Aktie den Relative-Stärke-Rang von 50 nicht überschreitet, bleibt die Position gesetzt. Verliert eine Aktie zu viel an Relativer Stärke (über Rang 50), wird diese durch die noch nicht im Portfolio enthaltene Aktie mit der höchsten Relativen Stärke ersetzt.
Top 20 Momentum Modellportfolio

Veränderungen im Modellportfolio
Veränderungen im Top 20 Momentum Modellportfolio in den letzten fünf Handelstagen.
Veränderungen im Modellportfolio

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