Tipps für Ihre Geldanlagen

Newsletter vom 9. Juni 2021

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Fokus: Darum schneiden vier von fünf Depots schlechter als der Markt ab

Banken können nichts dafür, wenn die Kurse an den Börsen schwanken. Für die Qualität und die Kosten ihrer eigenen Anlagefonds sind sie aber sehr wohl verantwortlich.

Wertschriften sind eine der wenigen rentablen Möglichkeiten, um für das Alter vorzusorgen oder Geld auf die Seite zu legen. Wer mit Wertschriften spart, begibt sich in Abhängigkeit von den Entwicklungen an den Finanzmärkten. Was sich an den Börsen tut, schlägt sich jedoch nicht immer eins zu eins in den Wertschriftendepots der Anleger nieder. Denn die Rendite hängt auch von anderen Faktoren ab. Einen grossen Einfluss hat beispielsweise die Anlagestrategie. Aber auch taktische Massnahmen, mit denen auf das Auf und Ab an den Finanzmärkten reagiert werden kann, können die Rendite massgeblich beeinflussen.

Das VZ hat in einer neuen Studie einen weiteren und häufig unterschätzten Faktor untersucht: den Einfluss der Anlageprodukte auf die Depotrenditen. Typische Anlageprodukte sind Anlagefonds, zu denen ETF und Indexfonds sowie aktiv verwaltete Fonds gehören, als auch strukturierte Produkte.

Für die Studie wurden allein für das vergangene Jahr über 2500 Depots von Privatanlegern analysiert. Dabei wurden seit Anfang 2021 zudem rund 130 Portfolios detailliert auf ihre Rendite untersucht. Das Ergebnis ist ernüchternd: Im vergangenen Jahr bleiben vier von fünf Depots hinter der Marktrendite zurück (siehe Grafik). Die Marktrendite ergibt sich, wenn die jeweilige Anlagestrategie mit kostengünstigen ETF und Indexfonds umgesetzt worden wäre.

Vier von fünf Depots bleiben hinter Vergleichsportfolio zurück
Die Marktrendite der fünf Vergleichsportfolios gibt einen Hinweis darauf, wie gut oder schlecht die tatsächlich erzielten Renditen in Wirklichkeit sind.
Vier von fünf Depots bleiben hinter Vergleichsportfolio zurück

In einer Detailanalyse zeigt sich, dass fast jedes siebte Depot um mindestens 4 Prozent schlechter abschneidet als das jeweilige Vergleichsportfolio. Zum Vergleich: Über alle Depots betrachtet liegt die Minderrendite im Durchschnitt bei 1,4 Prozent. Die meisten Depots (37 Prozent) verzeichneten eine Minderrendite von maximal 2 Prozent gegenüber ihrem Vergleichsdepot. Das klingt zwar nicht nach viel. Bleibt ein Anleger jedoch mehrere Jahre 2 Prozent hinter der Marktrendite zurück, dann kommt eine beachtliche Abweichung von der Marktrendite zustande

Für das schlechte Resultat sind unter anderem zwei Faktoren verantwortlich:

1. Hoher Anteil bankeigener Produkte: Die Rendite liegt umso weiter unter der Marktrendite, je mehr bankeigene Produkte in einem Depot liegen. Ein Depot, das zu 75 bis 100 Prozent aus Produkten der eigenen Bank besteht, rentiert im Schnitt 2,2 Prozent weniger als ein vergleichbares Depot mit kostengünstigen ETF und Indexfonds. Gleichzeitig ist der Anteil bankeigener Produkte in den letzten Jahren stark gestiegen. Sehr deutlich wird das, wenn man den volumengewichteten Anteil der bankeigenen Produkte ins Verhältnis zum jeweiligen Depotwert setzt. Lag die Quote der bankeigenen Produkte bis 2015 stets unterhalb von 30 Prozent, so ist seit 2016 ein konstanter Anstieg festzustellen mit einem absoluten Spitzenwert von 63 Prozent im Jahr 2020. Das liegt auch daran, dass es für Bankberater in der Regel vorteilhaft ist, Produkte der eigenen Bank zu empfehlen. Allerdings: Die Fonds vieler Banken schneiden höchstens mittelmässig ab, und einige liegen weit hinter den besten ihrer Kategorie zurück. Dieser Interessenkonflikt geht zulasten der Bankkunden.

2. Hoher Anteil aktiv gemanagter Fonds: Je höher der Anteil an bankeigenen Produkten, desto eher liegen im Wertschriftendepot vor allem aktive Anlagefonds. Das belastet die Rendite zusätzlich. Der Grund: Das Management aktiver Anlagefonds versucht, mit aufwendigen Verfahren eine Mehrrendite gegenüber dem Markt zu erzielen. Doch das verursacht einerseits hohe Kosten, und andererseits gelingt es erwiesenermassen nur den wenigsten Fonds, ihre Benchmark zu schlagen.

In herausfordernden Börsenphasen wie im vergangenen Jahr kann es durchaus gelingen, eine ansprechende Rendite zu erwirtschaften. Dafür müssen aber einige wichtige Bedingungen erfüllt sein. So müssen – wie diese Studie offenlegt – die Anlageprodukte günstig sein und dem Anleger auch tatsächlich einen Vorteil bringen. Ein Produkt, das einfach nur teuer ist, die versprochene Mehrrendite aber nicht liefern kann, hat in einem Depot nichts zu suchen. Schauen Sie deshalb genau hin, wenn es um Ihr Depot geht. Holen Sie eine Zweitmeinung von Experten ein, die keine Produkte "verkaufen" müssen. Und lassen Sie prüfen, welche Risiken und Kosten in Ihrem Depot stecken, und optimieren Sie dann Ihre Geldanlagen.

Die neue VZ Studie können Sie hier bestellen.

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