Tipps für Ihre Geldanlagen

Newsletter vom 19. Mai 2021

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Aktuelles zu Börsen & Märkten

Inflation in den USA schiesst hoch: In den USA löste ein überraschend starker Preisschub Befürchtungen aus, dass die Inflation aus dem Ruder laufen könnte. Gemäss dem US-Arbeitsministerium stieg das allgemeine Preisniveau innerhalb der vergangenen zwölf Monate um 4,2 Prozent (siehe Grafik). Das war deutlich mehr, als Analysten im Vorfeld erwartet hatten. Im März lag die Inflationsrate noch bei 2,6 Prozent. Der Inflationsanstieg erklärt sich grösstenteils durch Basiseffekte und durch Aufhebungen der Corona-Massnahmen in den USA. Markant war die Teuerung in den am stärksten von der Pandemie betroffenen Sektoren, etwa bei den Preisen für Flugtickets, für Hotelübernachtungen oder in der Gastronomie. Die Furcht vor einer höheren Inflation lastet seit Tagen auf den Aktienmärkten. Auf die Marktzinsen in den USA hatten die Inflationsdaten derweil keinen nachhaltigen Einfluss. Auch die Rhetorik aus der Notenbank Fed bleibt unverändert: Der Inflationsanstieg sei nur temporär, es gebe keinen Grund für einen baldige Straffung der Geldpolitik. Die Fed-Mitglieder hatten mehrmals signalisiert, dass ein vorübergehendes Überschiessen des Inflationsziels von 2 Prozent toleriert, ja sogar erwünscht ist. Und solange der Arbeitsmarkt nicht zu alter Stärke und Vollbeschäftigung zurückgefunden hat, dürfte diese Haltung der Fed Bestand haben. Fazit: Mit dem zunehmenden konjunkturellen Schwung dürfte sich auch die Inflation in den kommenden Monaten dynamisch entwickeln. Dennoch ist weiterhin mit einer expansiven Geldpolitik zu rechnen, die das Zinsniveau im historischen Vergleich tief halten wird.

Inflation in den USA zieht kräftig an
In den USA fällt die Inflationsentwicklung überraschend kräftig aus. Auch die Kerninflation, bei der stark schwankende Preiskomponenten wie Energiekosten ausgeklammert werden, steigt deutlich.
Inflation in den USA zieht kräftig an

Quelle: US-Arbeitsministerium

Goldpreis steigt auf höchsten Stand seit Februar: Steigende Inflationserwartungen und neue Unsicherheiten über den Fortgang der Pandemie in Asien lassen den Goldpreis steigen. Zuletzt kostete eine Feinunze des Edelmetalls ungefähr 1870 US-Dollar. So hoch stand der Goldpreis seit über drei Monaten nicht. Anleger scheinen wieder stärker auf Gold als Inflationsschutz zu setzen. Denn die US-Notenbank hat zu verstehen gegeben, auf den jüngsten Preisschub in den USA nicht reagieren zu wollen. Hinzu kommen neue Ungewissheiten in der Corona-Krise. Zwar hat sich die Lage in den USA und Europa entspannt. In Teilen Asiens jedoch gibt es gegensätzliche Entwicklungen. Mit regionalen Corona-Ausbrüchen haben etwa Singapur und Taiwan zu kämpfen. Gold gilt vielen Anlegern auch als Absicherung in ungewissen Zeiten. Im vergangenen Sommer hatten die Ungewissheiten rund um die Pandemie den Goldpreis auf über 2000 US-Dollar und damit ein Allzeithoch gehievt.

Chinas Wirtschaft verliert an Schwung: Nach dem überraschend starken Jahresstart hat die chinesische Wirtschaft einen Gang zurückgeschaltet. Im Industriesektor stieg die Produktion im April um 9,8 Prozent im Vergleich zum entsprechenden Vorjahresmonat, wie Daten des chinesischen Statistikamts zu entnehmen ist. Damit wurden die Prognosen der Analysten zwar ziemlich genau getroffen. Die aktuelle Wachstumsrate bleibt aber deutlich hinter dem im März erzielten Plus von 14,1 Prozent zurück. Auch der Detailhandel hat auf vergleichsweise hohem Niveau an Schwung eingebüsst. Hier beläuft sich das Umsatzplus im April auf 17,7 Prozent. Damit wurden die Analystenprognosen deutlich verfehlt. Und auch im Vergleich mit März fiel der aktuelle Anstieg nur noch gut halb so hoch aus. "Die Grundlagen für die Erholung der Binnenwirtschaft sind noch nicht sicher", wurde ein Sprecher des chinesischen Statistikamtes in verschiedenen Agenturmeldungen zitiert. Es seien neue Probleme aufgetaucht, insbesondere der Anstieg der Rohstoffpreise an den Weltmärkten infolge der globalen Erholung von der Corona-Pandemie.

Fokus: So holt man sich "Dividendenperlen" ins Depot

Solide Firmen zahlen regelmässig Dividenden an ihre Aktionäre. Anleger haben mehrere Möglichkeiten, diesen Geldsegen für sich zu nutzen.

Frühlingszeit ist Dividendenzeit: In den letzten Wochen haben wieder viele Schweizer Firmen einen Teil ihres Gewinnes ausgeschüttet. Das freut die Aktionäre. Auch in Zeiten von Negativzinsen treffen bei ihnen Jahr für Jahr Zahlungen ein. Für viele Sparer und Anleger ersetzen Dividenden – zu einem gewissen Grad – die heute fehlenden Zinsen von Sparkonten, Vorsorgegeldern und Obligationen. Unternehmen mit hoher Gewinnausschüttung versprechen zudem auch bei nachgebenden Aktienmärkten einen relativ hohen und stetigen Geldzufluss im Portfolio.

Dankbarerweise gilt die Schweiz als regelrechtes Dividendenparadies. Viele Schweizer Firmen sind besonders zuverlässige Zahler. In Medienberichten ist oft von den hiesigen "Dividendenperlen" die Rede, die man aufspüren und sich ins Depot legen solle.

Doch wie sieht man überhaupt, wieviel es gibt? Wer die Höhe der Zahlungen einschätzen und vergleichen will, achtet auf die Dividendenrendite. Diese Kennzahl setzt die Dividende in Relation zum Aktienpreis. Die 20 grössten Firmen an der Schweizer Börse kamen gemessen am Leitindex SMI in den vergangenen Jahren auf eine durchschnittliche jährliche Dividendenrendite von rund 3 Prozent. Teilweise winkten über 3,5 Prozent. Selbst in vergleichsweise mageren Jahren, wie beispielsweise während der weltweiten Finanzkrise von 2008/09, gab es jeweils mehr als 2,5 Prozent (siehe Grafik).

Dividendenrendite der 20 grössten börsenkotierten Firmen der Schweiz
Die Schweiz gilt als "Dividendenparadies", weil die Dividendenrendite gemessen am SMI mit teilweise über 3,5 Prozent relativ hoch ist.
Dividendenrendite der 20 grössten börsenkotierten Firmen der Schweiz

Quelle: Bloomberg

Doch die Auswahl der vielversprechendsten Aktien ist relativ aufwendig. Eine Alternative bieten Dividenden-ETF. Diese börsenkotierten Indexfonds investieren in starke Dividendenzahler. Sie erlauben eine bessere Diversifikation, als wenn man sich eigenhändig einige wenige "Dividendenperlen" ins Depot holt.

Wohin mit dem Gewinn?

ETF geben die Dividenden an die Anleger weiter, entweder in Form von Ausschüttungen auf das Konto. Mit dieser Variante bezieht man regelmässig ein Zusatzeinkommen. Oder man wählt einen sogenannten thesaurierenden ETF. Ein solcher reinvestiert die Dividenden wieder in den Fonds, was durch den Zinseszins- sowie auch durch den Reinvestitionseffekt die langfristige Rendite erhöhen kann.

Eine weitere Möglichkeit, in dividendenstarke Titel zu investieren, bieten spezielle Dividendenmandate. Ein professioneller Vermögensverwalter wählt dann Unternehmen mit hohen und zuverlässigen Ausschüttungen aus und kümmert sich um Kauf, Überwachung und rechtzeitigen Verkauf der Titel. Die Spezialisten analysieren zudem die Firmen und deren Bilanzen. Anhand dieser Prüfung beurteilen sie das Potenzial der Unternehmen, auch in Zukunft Gewinne zu erwirtschaften und Dividenden auszuschütten. Wie bei Dividenden-ETF kann sich der Anleger entscheiden, ob er sich die Ausschüttungen auszahlen lassen will oder ob diese in das Mandat reinvestiert werden sollen.

Unabhängig davon, ob man sich für einzelne Aktien, einen speziellen Dividenden-ETF oder für ein Dividendenmandat entscheidet, gilt: Man sollte sich nie nur anhand der erwarteten Ausschüttungen für eine Anlage entscheiden. Wichtig sind immer auch die persönlichen finanziellen Verhältnisse und die Gewissheit, dass Aktien starken Kursschwankungen unterliegen können. Dividendentitel sollten nur einen Teil der Anlagesumme umfassen und als Ergänzung im Rahmen einer Gesamtanlagestrategie eingesetzt werden.

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