Finanztipps vom LGBT-Desk

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Newsletter vom 16. Mai 2021

Informieren Sie sich regelmässig rund um das Thema Pensionierung, Immobilien, Nachlassplanung und erfahren Sie, worauf Sie als gleichgeschlechtliches Paar und Single achten müssen.

Bei "wilder" Ehe aufgepasst: Sichern Sie sich rechtzeitig ab

Viele gleichgeschlechtliche Paare leben in einer "wilden" Ehe zusammen, das heisst die Lebensgemeinschaft ist nicht eingetragen. Was die meisten aber nicht bedenken: Wenn ein Partner stirbt, steht der andere mit leeren Händen da. Folgende Tipps helfen, damit das nicht passiert.

Vorsorge informieren: Kümmern Sie sich rechtzeitig darum, was mit Ihren Vorsorgegeldern passieren soll, wenn Ihnen etwas zustösst. Ihre Lebensgefährtin oder Ihr Lebensgefährte hat zwar keinen Anspruch auf eine Hinterbliebenenrente aus der AHV. Bei der 2. und 3. Säule ist dies aber sehr wohl der Fall. Deswegen sollten Sie alle Ihre Vorsorgestiftungen schriftlich informieren, dass Sie Ihre Lebenspartnerin bzw. Ihren Lebenspartner begünstigen lassen möchten.

Doch es gibt Einschränkungen: Die meisten Pensionskassen sehen eine Auszahlung an den Partner nur dann vor, wenn die Lebensgemeinschaft mindestens fünf Jahre bestanden hat.

Sie sollten Ihre Partnerin bzw. Ihren Partner auch bei sämtlichen Säule-3a-Konten, Lebensversicherungen und allfälligen Freizügigkeitskonten als Begünstigten melden. Auch pensionierte Personen, welche eine Rente aus der Pensionskasse beziehen, müssen unbedingt ihren Lebenspartner dort anmelden.

Nachlass regeln: Wenn die Partnerschaft nicht eingetragen ist, ist Ihre Partnerin bzw. Ihr Partner kein gesetzlicher Erbe. Hinterlassen Sie keine Anweisungen darüber, wer Ihr Vermögen erhalten soll, wird das Erbe nach dem Gesetz aufgeteilt. Und die gesetzliche Erbfolge richtet sich nach dem Verwandtschaftsgrad und nicht etwa danach, wie nahe jemand der verstorbenen Person stand.

Mit einem Testament oder Erbvertrag können Sie dafür sorgen, dass zumindest ein Teil Ihres Vermögens, je nach Konstellation auch das gesamte Vermögen, dem Partner zu Gute kommt. Dann werden jedoch Erbschaftssteuern fällig.

Vorsorgeauftrag machen: Empfehlenswert ist auch ein Vorsorgeauftrag. Damit bewahren Sie Ihre Selbstbestimmung, wenn Sie nicht mehr urteilsfähig sind. Dann entscheidet die von Ihnen im Vorsorgeauftrag genannte Person über Ihre finanziellen Angelegenheiten. Sie verwaltet also Ihr Vermögen und füllt beispielsweise die Steuererklärung aus. Auch eine Patientenverfügung ist ratsam, mit der Vorkehrungen im medizinischen Bereich getroffen werden. Denn auch hier gilt: Ohne Vorkehrungen liegt die Entscheidungsgewalt bei der Familie – und nicht beim Partner.

Sie möchten mehr Infos? Beim VZ in Zürich sind engagierte Mitarbeitende auf die Themen Vorsorge, Nachlass und Steuern für Schwule und Lesben spezialisiert. Vereinbaren Sie jetzt einen Termin – bitte im Feld Mitteilung den Vermerk "LGBT" ergänzen. Oder bestellen Sie das kostenlose Merkblatt "Erbschaftsplanung für LGBT".