KMU-Special: Pensionskasse, Versicherungen & Nachfolge

Newsletter vom 6. September 2021

Erfahren Sie, wie Sie als Unternehmer oder PK-Verantwortlicher die Berufliche Vorsorge, Ihre Personen- und Betriebsversicherungen und Geldanlagen optimieren können.

Jobverlust: Weiterversicherung in der PK als Alternative zur Freizügigkeit

Neu dürfen ältere Mitarbeitende trotz Jobverlust in ihrer Pensionskasse bleiben. Viele fragen sich: Was beinhaltet diese Gesetzesänderung? Arbeitgeber müssen jetzt auf viele Fragen antworten können. Das sind die wichtigsten.

Wer nach 58 gekündigt wird, darf neu in der alten Pensionskasse bleiben. Bis 2020 musste man sein Guthaben entweder als Altersleistung beziehen oder bei einer Freizügigkeitsstiftung "parkieren", bis es in eine andere Pensionskasse übertragen werden konnte. Pensionskassen können diese neue Regelung auf Versicherte auch bereits ab 55 ausweiten.

Ob es sich lohnt, die Pensionskasse weiterzuführen, hängt vor allem davon ab, ob man das Guthaben als Rente oder als Kapital beziehen will. Auch sind mit der Weiterversicherung einige Pflichten verbunden. Das sind die häufigsten Fragen der Mitarbeitenden:

Wie schnell muss ich mich entscheiden?

Die Frist für die Anmeldung hängt von den reglementarischen Bestimmungen ab. In der Regel muss die Weiterversicherung innert 30 Tagen beantragt werden – maximal jedoch nach drei Monaten. Die Frist beginnt meistens an dem Tag, an dem das Arbeitsverhältnis endet.

Was bleibt versichert?

Massgeblich ist der versicherte Jahreslohn vor der Kündigung. 

Zahlt der Arbeitgeber weiterhin Beiträge ein?

Nein, der Mitarbeitende muss auch den Arbeitgeberanteil der Spar- und Risikobeiträge tragen. Die Beiträge sind zwar steuerlich abzugsfähig, trotzdem ist das aber sehr teuer. Mitarbeitende sollten darum gut prüfen, ob sie sich das leisten können und/oder wollen.

Sind die Sparbeiträge obligatorisch?

Nein. Man kann auch nur die Risikoversicherung gegen Tod und Invalidität weiterführen. Das ist günstiger – allerdings verschlechtert sich dadurch die Altersvorsorge der Betroffenen. Besser ist es, wenn man auch die Sparbeiträge einzahlen kann. 

Darf ich den versicherten Lohn tiefer ansetzen?

Ja, das ist möglich. So senkt man die Höhe der Beiträge. Auch in diesem Fall sparen die betroffenen Mitarbeitenden aber weniger Geld für die Zeit nach der Pensionierung an.

Rente oder Kapital: Kann ich frei wählen?

Nein: Wenn die Weiterversicherung mehr als zwei Jahre dauert, muss man sein Guthaben als Rente beziehen – ausser bei Vorsorgelösungen, die ausschliesslich Kapitalleistungen vorsehen. Wichtig: Bei einer Freizügigkeitsstiftung ist man viel flexibler. Denn Mitarbeitende können den Zeitpunkt des Kapitalbezugs bis zu fünf Jahre vor und nach der ordentlichen Pensionierung wählen. Auch können sie in der Freizügigkeit mitbestimmen, wie ihr Guthaben angelegt werden soll.

Kann ich mich einkaufen?

Grundsätzlich ja. Wenn man aber den Kapitalbezug wählt statt der Rente, muss man sich spätestens drei Jahre vor der Pensionierung einkaufen. Sonst werden die Steuern fällig, die man mit dem Einkauf gespart hat. Achtung: Dauert die Weiterversicherung mehr als zwei Jahre, muss man zwingend die Rente beziehen.

Kann ich kündigen?

Ja, zum Beispiel wenn man eine neue Stelle findet oder wenn man sich für eine Frühpensionierung entscheidet.

Tipp: Wenige Jahre vor der Pensionierung die Stelle zu verlieren, ist ein Schock für die Mitarbeitenden. Jetzt ist es wichtig, dass man sie unterstützt und ihnen alle Informationen zur Verfügung stellt, damit sie sich sorgfältig vorbereiten und richtig entscheiden können. Am besten ist es, wenn man von einer Fachperson berechnen lässt, was besser ist – die Weiterversicherung oder die Freizügigkeitsstiftung.

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