KMU-Special: Pensionskasse, Versicherungen & Nachfolge

Newsletter vom 6. April 2021

Erfahren Sie, wie Sie als Unternehmer oder PK-Verantwortlicher die Berufliche Vorsorge, Ihre Personen- und Betriebsversicherungen und Geldanlagen optimieren können.

Steuerlast senken / Covid-19-Kredite: Das müssen Unternehmer beachten

Inhaberinnen und Inhaber von KMU können ihre Steuerbelastung deutlich senken, wenn sie alle relevanten Faktoren geschickt aufeinander abstimmen. Beachten müssen sie aber auch die aktuellen Einschränkungen, die bei einem Covid-19-Kredit gelten.

Viele Unternehmerinnen und Unternehmer nutzen das Sparpotenzial nicht aus, das sie bei den Steuern haben. Der Spielraum ist aber gross, wenn man seine Firma weitergibt, die Vorsorgelösung optimiert und die Lohn- sowie Dividendenbezüge besser koordiniert. Diese Fakten müssen Unternehmer jetzt beachten:

1. Lohn oder Dividende: Bezugsstrategie prüfen

Dividenden werden privilegiert besteuert und sind nicht AHV-pflichtig. Darum tendiert eine Mehrheit der Unternehmer dazu, mehr Dividenden und weniger Lohn zu beziehen. Nicht immer ist ein hoher Dividendenbezug aber die beste Lösung. Darum sollte man prüfen, was sich tatsächlich lohnt. Massgeblich sind nicht nur die Besteuerung der Dividende am Wohnort und die Gewinnsteuer am Firmensitz. Häufig sind auch die Sozialversicherungen und primär die Ausgestaltung der Pensionskassenlösung entscheidend, ob mehr Lohn ausbezahlt werden soll – oder mehr Dividende.

Achtung bei Covid-19-Krediten: Fast jedes dritte Unternehmen hat laut den Behörden einen Covid-19-Kredit in Anspruch genommen. Für die Sicherstellung eines solchen Kredites gilt eine Solidarbürgschaft. Demnach sind laut Covid-19-Solidarbürgschaftsgesetz die Auszahlungen von Dividenden und Tantiemen für die Dauer der Solidarbürgschaft ausgeschlossen. Das gilt auch für die Gewährung oder das Rückbezahlen von Darlehen an Nahestehende.

Tipp: Auch aufgrund dieser Einschränkungen müssen Sie die Planung der Bezugsstrategie überdenken und gegebenenfalls anpassen. Lassen Sie sich von einer Fachperson unterstützen, wenn Sie unsicher sind oder Fragen haben.

2. PK-Einkäufe koordinieren

Freiwillige Einzahlungen in die Pensionskasse (PK-Einkäufe) gehören zu den wirkungsvollsten Massnahmen, um jedes Jahr Steuern zu sparen. Den Einkaufsbetrag darf man vollumfänglich vom steuerbaren Einkommen abziehen, das Guthaben ist nicht als Vermögen steuerbar, und die Zinserträge zählen nicht zum steuerbaren Einkommen.

Tipp: Ein PK-Einkauf lohnt sich umso mehr, je höher Ihr steuerbares Einkommen ist und je schneller Sie das Geld wieder beziehen. Wenn Sie planen, Ihr Guthaben in der Pensionskasse als Kapital statt als Rente zu beziehen, sollten Sie sich bis spätestens drei Jahre vor der Pensionierung einkaufen. Sonst zahlen Sie die Steuern nach, die Sie dank dem PK-Einkauf gespart haben. Wichtig ist auch, dass Sie planen, wie Sie Ihre Guthaben aus der Säule 3a und Pensionskasse gestaffelt beziehen können. Eine sorgfältige Planung kann die anfallenden Kapitalauszahlungssteuern massiv reduzieren.

3. Pensionskassen-Lösung optimieren

Vielen ist nicht bewusst, wie eng Steuern und Vorsorge in der Schweiz miteinander verknüpft sind. Wer seine PK-Lösung optimiert, kann in der Regel auch Steuern sparen.

Dazu ein Beispiel: Ein Unternehmer verdient 140'000 Franken im Jahr. Sein jetziger Vorsorgeplan versichert nur den BVG-Jahreslohn, der Sparanteil beträgt 18 Prozent (siehe Grafik). Versichert er nun den ganzen Lohn und erhöht er die Sparbeiträge auf 20 Prozent (das gesetzliche Maximum liegt bei 25 Prozent), so steigen seine jährlichen Sparbeiträge von 11'000 auf 23'000 Franken.

Mit den zusätzlichen Sparprämien senkt er sein steuerbares Einkommen und reduziert die Gewinnsteuern. Gleichzeitig erhöht sich mit dem Ausbau der Spargutschriften auch sein Potenzial für freiwillige PK-Einkäufe. Er kann jetzt rund 707'000 Franken mehr als bisher in die Pensionskasse einzahlen und diesen Betrag vom steuerbaren Einkommen abziehen.

In Kombination mit einer modernen Kaderlösung (1e-Pläne) kann der Unternehmer seine Einkaufspotenzial weiter erhöhen und so noch mehr Spielraum schaffen, um Steuern zu sparen.

Einkaufspotenzial in der Pensionskasse erhöhen
Beispiel: 55-jährige Unternehmerin, AHV-Lohn 140'000 Franken (BVG-Lohngrenze 86'040 Franken)
Einkaufspotenzial in der Pensionskasse erhöhen

4. Unternehmensnachfolge steuerlich organisieren

Wichtig ist die Steueroptimierung auch bei der Weitergabe der Firma im Rahmen der Nachfolge. Die Erfahrung zeigt: Käufer wollen keine Vermögenswerte übernehmen, die für den Betrieb nicht notwendig sind. Deshalb ist es sinnvoll, liquide Mittel und andere nicht betriebsnotwendige Werte frühzeitig herauszulösen oder zu trennen. Dabei ist Vorsicht geboten: Solche Substanzbezüge können hohe Steuerfolgen haben.

Tipp: Wenn Sie Ihre Firma bewerten lassen, werden die einzelnen Bilanzpositionen bereinigt. So wird sichtbar, wie hoch die stillen Reserven und die latenten Steuern darauf sind. Auf dieser Basis können Sie den Bezug von Gewinnen und nicht betriebsnotwendigen Mitteln so planen, dass sie steueroptimal ins Privatvermögen übergehen. Gleichzeitig können Sie Ihren Betrieb "leichter" und damit attraktiver für den Verkauf machen. Denn potenzielle Käufer übernehmen latente Steuern auf stillen Reserven nur, wenn der Kaufpreis entsprechend tiefer ist.

Achtung bei Covid-19-Krediten: Im Rahmen der Nachfolgeregelung sind ebenfalls keine Ausschüttungen von Dividenden möglich – auch nicht an eine Akquisitionsholding; solche Akquisitionsholdings spielen eine wichtige Rolle, wenn es um Firmenübernahmen geht. Für Finanzierungsstrukturen, die bereits vor Entstehung der Solidarbürgschaft bestanden haben, gibt es Ausnahmeregelungen. Allerdings: Prüfen Sie vorgängig mit einem Nachfolgespezialisten, was bei Ihnen möglich ist. Denn es gibt einige zivil- und steuerrechtliche Fallstricke. Und lassen Sie sich auch von einer Fachperson beraten, wenn bei Ihnen eine Finanzierung noch bevorsteht, die über eine Akquisitionsholding strukturiert werden soll. In so einem Fall gilt es sorgfältig abzuklären, wie der Covid-19-Kredit vorher rückgeführt bzw. umgeschuldet werden kann.

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