Tipps für Ihre Altersvorsorge: AHV, Pensionskasse, 3. Säule

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Newsletter vom 18. Dezember 2020

Erfahren Sie regelmässig, wie Sie Ihre AHV, Pensionskasse und 3. Säule optimieren können und wie Sie Ihre Pensionierung finanziell richtig planen.

Kindern Vermögenswerte schenken: Das kann schiefgehen

Viele Eltern, Göttis und Grosseltern möchten Kindern grössere Geschenke machen. Dabei sollten sie vorher aber abklären, was die erbrechtlichen und steuerlichen Folgen sind.

Mit seinem Geld darf man grundsätzlich machen, was man will. Man darf es also auch verschenken. So sind zum Beispiel Gelegenheitsgeschenke von mehreren tausend Franken oder Zahlungen an Kinder für die Erziehung und Ausbildung meistens unproblematisch, sofern sie das übliche Mass nicht übersteigen.

Genauer hinschauen muss man aber, wenn es um grössere Geldbeträge geht oder um Wohneigentum. Grund ist, dass die Kinder solche Zuwendungen bei der Erbteilung allenfalls wieder ausgleichen oder sich an den Erbteil anrechnen lassen müssen.

Aufpassen muss man auch bei Schenkungen an die übrigen Verwandten oder an Dritte, weil sie je nach Grad der Verwandtschaft hohe Steuern verursachen können.

Folgen für die Steuern abklären

Es kommt häufig vor, dass Pateneltern dem Gotten-Meitli oder Götti-Bub grössere Geldgeschenke machen. So zum Beispiel ein Götti in Bern, der seinem Patenkind 35'000 Franken für sein neues Auto schenken möchte. Der Götti und sein Patenkind sind nicht verwandt.

Was sind die finanziellen Folgen?

  • Pate: Der schenkende Götti muss keine erbrechtlichen Konsequenzen befürchten, wenn er mit der Schenkung die Pflichtteile der gesetzlichen Erben nicht verletzt.
  • Götti-Bub: Beim Götti-Bub fallen allerdings Schenkungssteuern an. Im Kanton Bern sind zwar Geschenke an Patenkinder bis 12'000 Franken steuerfrei. Doch für den Betrag, der darüber liegt – also für 23'000 Franken – muss der beschenkte Götti-Bub 3680 Franken Steuern bezahlen.
Geldgeschenke an Patenkinder
Beispiel: Geschenk von 35'000 Franken an ein nichtverwandtes Patenkind; kantonale Freigrenzen und Schenkungssteuern
Geldgeschenke an Patenkinder

Je nach Kanton gelten Freigrenzen oder Freibeträge. Bei Freibeträgen wird nur der Betrag besteuert, der höher ist als die Schenkung. Bei Freigrenzen fallen bis zu diesem Betrag keine Steuern an. Ist das Geschenk aber höher als die Freigrenze, dann werden für den gesamten Betrag Schenkungssteuern erhoben.

So sieht es bei Enkelkindern aus

Manche Grosseltern möchten ihre Enkel bei ihren Vorhaben finanziell unterstützen – fürs Studium, das Eigenheim oder den Schritt in die Selbstständigkeit. Sie schenken ihnen einen grösseren Betrag oder wollen dafür sorgen, dass ein Teil ihres Vermögens nach ihrem Tod statt an ihre Kinder direkt an ihre Enkelkinder geht.

Allerdings: Ein Grossvater darf beispielsweise die Pflichtteile seiner Ehepartnerin und seiner Kinder auch in so einem Fall nicht verletzen. Und eine wichtige Rolle spielt dabei, ob die Schenkung mehr als fünf Jahre vor dem Tod des Schenkers gemacht wurde oder erst später.

Tipp: Um Streit zu vermeiden, sollten sich die Schenkenden mit allen Erbberechtigten absprechen und die gewünschte Regelung in einem Erbvertrag festhalten.

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