Tipps für Ihre Altersvorsorge: AHV, Pensionskasse, 3. Säule

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Newsletter vom 14. August 2020

Erfahren Sie regelmässig, wie Sie Ihre AHV, Pensionskasse und 3. Säule optimieren können und wie Sie Ihre Pensionierung finanziell richtig planen.

Konkubinat: Tücken bei der Vorsorge

Konkubinatspaare sind sowohl bei den gesetzlichen Versicherungen als auch im Erbrecht deutlich schlechter gestellt als Ehepaare. Das gilt selbst dann, wenn gemeinsame Kinder vorhanden sind.

Ohne Vorkehrungen kann der hinterbliebene Partner stark in Bedrängnis geraten. Auf die folgenden Vorsorgefallen sollten Paare besonders achten:

AHV: Erwarten Sie keine Leistungen

Wenn einer der beiden Lebenspartner stirbt, erhält der überlebende Partner keine Hinterbliebenenleistungen von der AHV. Denn die erste Säule sichert nur Verheiratete und Kinder ab. Dazu kommt: Bei einer Trennung können Lebenspartner auch keine Teilung der AHV-Gutschriften verlangen.

Pensionskasse: Informieren Sie proaktiv

In der Schweiz zahlen viele Pensionskassen im Todesfall freiwillig eine Rente oder eine einmalige Kapitalabfindung aus. Allerdings müssen eine oder mehrere Bedingungen erfüllt sein – zum Beispiel, dass die Lebenspartnerschaft zum Zeitpunkt des Todes mindestens 5 Jahre mit gemeinsamem Haushalt bestand oder der hinterbliebene Lebenspartner für gemeinsame Kinder zu sorgen hat.

Achtung: Daneben verlangen Pensionskassen in der Regel auch, dass ihnen die versicherte Person zu Lebzeiten eine schriftliche Begünstigungserklärung zugunsten des Lebenspartners eingereicht hat (via Anmeldeformular). Oder dass der überlebende Partner seinen Leistungsanspruch innert drei Monaten seit dem Tod des Versicherten anmeldet. Sind nicht alle Bedingungen der Pensionskasse erfüllt, können Lebenspartner leer ausgehen.

Tücken beim Nachlass

Lebenspartner werden bei der gesetzlichen Erbfolge nicht berücksichtigt. Wer seinem Partner einen Teil seines Vermögens vermachen möchte, muss ein Testament oder einen Erbvertrag aufsetzen. Allerdings gibt das Erbrecht enge Schranken vor. Die gesetzlichen Pflichtteile dürfen nicht verletzt werden. Sind Kinder vorhanden, beträgt der Pflichtteil drei Viertel des gesamten Nachlasses. Das heisst: Dem Lebenspartner kann nur ein Viertel problemlos vermacht werden. Darum ist die Reform des Erbrechts dringend nötig – sie verzögert sich aber.

Folgen für die Steuern

Je nach Kanton müssen Lebenspartner sehr hohe Erbschaftssteuern bezahlen. Ein Beispiel: Für eine Erbschaft von 500'000 Franken bezahlt ein Konkubinatspartner in Basel über 50'000 Franken Erbschaftssteuern. In anderen Kantonen wie St. Gallen oder Zürich ist die Steuer sogar viel höher (Tabelle).

Erbschaftssteuern 2020 im Vergleich

  Stiefkinder Eltern Geschwister Konkubinatspartner1 Nichtverwandte
AG 0 0 73'800 32'900 109'200
BE 0 41'970 41'970 41'970 111'920
BS 52'290 34'860 52'290 52'290 156'870
LU2 9'500 57'000 57'000 0 190'000
SG 0 47'500 98'000 147'000 147'000
ZG 0 0 28'360 0 70'900
ZH 45'000 12'000 67'500 122'400 140'000

1 Meistens nur, wenn das Konkubinat seit mindestens 5 bzw. 10 Jahren besteht. Sonst gilt der Tarif für Nichtverwandte.

2 Gilt für den Kantonshauptort; je nach Gemeinde unterschiedlich. 

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