Tipps für Ihre Altersvorsorge: AHV, Pensionskasse, 3. Säule

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Newsletter vom 31. Juli 2020

Erfahren Sie regelmässig, wie Sie Ihre AHV, Pensionskasse und 3. Säule optimieren können und wie Sie Ihre Pensionierung finanziell richtig planen.

Kindern einen Erbvorbezug gewähren: Vorsicht!

Was viele Eltern in der Schweiz nicht bedenken: Ein Erbvorbezug kann zum Problem werden, wenn man damit seine finanzielle Unabhängigkeit gefährdet.

Wenn sie den Kindern einen Erbvorbezug gewähren, müssen diese das "Geschenk" bei der späteren Erbteilung wieder ausgleichen. Das kann dazu führen, dass die beschenkten Kinder einen Teil des erhaltenen Geldes den anderen Erben auszahlen müssen.

Eine typische Schenkung zu Lebzeiten ist die Übertragung der Liegenschaft. Ein Beispiel: 2000 übernimmt Daniel von seiner Mutter das Elternhaus im Wert von 400'000 Franken als Erbvorbezug. Bei ihrem Tod 20 Jahre später ist das Haus 700'000 Franken wert. In den Nachlass fällt neben den 350'000 Franken aus dem Vermögen der Mutter auch das Haus – und zwar zum aktuellen Wert. Für Daniel bedeutet das, dass er seinem Bruder Markus 175'000 Franken als Erbausgleich zahlen muss (Grafik).

So wird ein Erbvorbezug ausgeglichen
Beispiel: 2000 erhält Daniel als Erbvorbezug das Haus seiner Mutter (Wert 400'000 Franken), sein Bruder Markus bekommt nichts.
So wird ein Erbvorbezug ausgeglichen

Tipp: Ein Erbausgleich kann anspruchsvoll sein. Bei der Erbteilung gibt es oft unterschiedliche Meinungen, wie Zuwendungen anzurechnen sind. Oft ist auch nicht klar, wer wann wie viel erhalten hat.

Deshalb sollte man jeden Erbvorbezug schriftlich oder in einer Verfügung von Todes wegen festhalten und gleichzeitig bestimmen, ob ihn die Begünstigten bei der Erbteilung ausgleichen müssen oder nicht.

Eltern können Kindern zum Beispiel in einem Testament von der Ausgleichspflicht befreien. Allerdings ist das nur möglich, wenn dadurch keine Pflichtteile der übrigen gesetzlichen Erben verletzt werden.

Auch das muss man beachten

Was häufig auch nicht bedacht wird: Pensionierte Eltern können auf ein Zusatzeinkommen aus ihrem Vermögen angewiesen sein, um ihren gewohnten Lebensstandard nach 64/65 beizubehalten. Darum sollte man als Schenkenden eine solide Einkommensplanung machen, bevor man einen Erbvorbezug gewährt. Diese Planung zeigt, ob das Vermögen nach Abzug der Schenkung noch reicht, um das benötigte Einkommen bis ins hohe Alter zu sichern.

Ein weiterer Punkt: Zu Lebzeiten geschenktes Vermögen schmälert die staatlichen Ergänzungsleistungen, die Pflegebedürftigen allenfalls zustehen.

Tipp: Oft ist es einfacher, die Kinder mit einem Darlehen finanziell zu unterstützen als mit einem Erbvorbezug. Einerseits lässt sich ein Darlehen kündigen, falls sich ein finanzieller Engpass abzeichnet. Andererseits ist die Gefahr geringer, dass es bei den übrigen Erben böses Blut gibt, weil sie sich benachteiligt fühlen.

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