Tipps für Ihre Altersvorsorge: AHV, Pensionskasse, 3. Säule

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Newsletter vom 22. Mai 2020

Erfahren Sie regelmässig, wie Sie Ihre AHV, Pensionskasse und 3. Säule optimieren können und wie Sie Ihre Pensionierung finanziell richtig planen.

Pensionierung: Mit der Krise wird die Planung noch dringender

Die Pandemie setzt die Vorsorge noch stärker unter Druck. Nur wer sorgfältig plant, kann schmerzliche Einbussen im Alter noch kompensieren.

Was bedeutet die Corona-Krise für unsere Vorsorge? Die wichtigsten Folgen sind hier zusammengefasst.

AHV: Die AHV finanziert sich aus Abzügen von den Einkommen der Berufstätigen. Weil die Schweiz wegen der Pandemie in eine Rezession rutscht, gehen diese Einnahmen zurück. Gleichzeitig steigen die Ausgaben, weil mit den Babyboomern mehr Menschen in Pension gehen. Das Defizit wird also grösser – und eine "echte" Reform noch dringender.

Pensionskasse: Die Lage der Pensionskassen spitzt sich zu, und die Renten sinken weiter. Schuld ist der Mix aus tiefen oder sogar negativen Zinsen, steigender Lebenserwartung, starrem Rentenalter und zu hohen Renten. Ein Beispiel: 2002 konnte ein 55-Jähriger mit 45'300 Franken Rente pro Jahr rechnen. Heute sind es nur noch 29'400 Franken. Pro Monat sind das 1325 Franken weniger – in Zukunft könnten sogar 1575 Franken pro Monat fehlen (Tabelle).

Pensionskasse: So schrumpfen die Renten
Beispiel: 55-jähriger Mann; versichertes Einkommen: 120'000 Franken; Altersgutschriften 18 Prozent; Guthaben mit 55: 250'000 Franken; davon 125'000 Franken BVG-Obligatorium (Angaben in Franken)
Pensionskasse: So schrumpfen die Renten

Säule 3a: Wer auf ein Konto einzahlt, wird bestraft. Im Schnitt verzinsen Banken 3a-Konten nur noch mit 0,16 Prozent, also noch weniger als 2019. Guthaben wachsen kaum noch, denn der Zinseszinseffekt fällt praktisch weg. Das wird sich kaum ändern, denn viele Zentralbanken haben ihre Zinsen weiter gesenkt. Eine 3a-Lösung mit Wertschriften rentiert dagegen meistens besser, auch wenn die Börsenkurse vorübergehend tauchen

Tipps für Ihre Pensionierung

Nur wer sorgfältig plant, kann schmerzliche Einbussen im Alter noch kompensieren. Klären Sie darum heute, wie Ihre Situation in Zukunft aussieht.

1. Budget: Machen Sie als Erstes ein Budget. Daraus geht hervor, wie viel Sie zusätzlich sparen müssen, um Einkommenslücken zu schliessen.

2. Finanzplan/Steuern: Machen Sie einen Finanzplan. Er bildet die Entwicklung von Einnahmen, Ausgaben und Vermögen bis 64/65 und danach ab. Das hilft, das Einkommen bis ins hohe Alter zu sichern und die Steuern zu reduzieren. Ein Beispiel: Gestützt auf seinen Finanzplan setzte ein Ehepaar eine Reihe von Massnahmen um, die zu einer Steuerersparnis von insgesamt 76'700 Franken führten (Tabelle).

Ein solider Finanzplan zahlt sich aus
Beispiel: Ehepaar aus Luzern (55 und 56); 180'000 Franken steuerbares Einkommen; je 6 PK-Einkäufe à 10'000 Franken; je 120'000 Franken in der Säule 3a. Er lässt 430'000 Franken PK-Kapital auszahlen; sie bezieht ihre PK als Rente und lässt 100'000 Franken Freizügigkeit mit 69 statt mit 64 auszahlen (Berechnung ohne Kirchensteuern)
Ein solider Finanzplan zahlt sich aus

3. Pensionskasse: Rente, Kapital oder ein Mix? Wägen Sie gut ab, wie Sie Ihr Geld in der Pensionskasse beziehen. Machen Sie Ihre Wahl aber nicht von der momentanen Börsenlage abhängig. Langfristige Überlegungen verdienen hier ein grösseres Gewicht: Bei einer Lebenserwartung von 85 Jahren beträgt der Anlagehorizont nach 64/65 oft 20 Jahre und mehr. Über so lange Zeiträume wirken sich kurzfristige Schwankungen erfahrungsgemäss weniger stark aus.

Im Beispiel in der Tabelle oben wählt der Mann das Kapital und seine Frau die Rente. Das ist steuerlich interessant: Allein damit spart dieses Paar 43'000 Franken. Zudem ist das sinnvoll, weil die Pensionskasse der Frau den höheren Umwandlungssatz anwendet als die ihres Mannes.

4. Vermögensverzehr: Die meisten müssen ihre Ersparnisse Schritt für Schritt aufbrauchen. Damit geht eine grosse Verantwortung einher. Ihr Finanzplan zeigt, wie viel Geld Sie mittelfristig bereitstellen müssen, um genug zusätzliches Einkommen zu erwirtschaften, und wie viel Sie erst später brauchen. Dieses Geld können Sie längerfristig anlegen, was erfahrungsgemäss mehr Rendite ermöglicht.

5. Nachlass: Das Geld, das Sie hinterlassen, gehört Ihrer Familie. In vielen Fällen verbessert das die finanzielle Situation des überlebenden Partners deutlich. Allerdings müssen Sie Ihren Partner mit einem Testament oder Ehevertrag so weit wie möglich begünstigen.

6. Geldanlage: Lassen Sie sich nicht auf Experimente ein. Für die meisten Anleger ist eine marktgerechte Rendite ein sinnvolles Ziel. Aktive Anlagefonds sind oft aber schlechter als der Markt und in der Regel teuer. Nutzen Sie darum transparente und günstige Anlagen wie ETF: Sie bilden einen Markt genau ab.

7. Hypothek: Entscheiden Sie einige Jahre vor der Pensionierung, ob und um welchen Betrag Sie Ihre Hypothek amortisieren, und passen Sie Ihre Hypothekar-Strategie an.

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