Tipps für Ihre Geldanlagen

Newsletter vom 15. Juli 2020

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Aktuelles zu Börsen & Märkten

Erholungstendenzen setzen sich weltweit fort: Die Lockerungen in Europa und den USA geben der Wirtschaft wieder mehr Luft. Das zeigen auch die Einkaufsmanagerindizes (PMI). Die Tiefststände von den Monaten März und April sind überwunden und teilweise befinden sich die Werte wieder im Expansionsbereich. Speziell die PMI-Werte aus den USA überraschten positiv und sind im Juni bereits in den Expansionsbereich zurückgekehrt. Die US-Wirtschaft wird ihrem dynamischen Ruf gerecht und profitiert stark von den Lockerungsmassnamen. Auch die Schweiz und Europa profitieren von den Lockerungen: Die Werte verbessern sich stark und stehen allesamt nur noch leicht unter der Expansionslinie. Einzig der Industrie-PMI der Schweiz verschlechterten sich gegenüber dem Vormonat (siehe Grafik). Dies ist der starken Exportorientierung geschuldet, sowie einer technischen Verzerrung des Aprilwertes. Die chinesischen Werte wiederum verbessern sich gegenüber dem Vormonat nochmals leicht und halten sich weiter im Expansionsbereich. Die Vormonatswerte waren also nicht nur ein Strohfeuer, sondern weisen auf eine nachhaltige Erholung in der zweitgrössten Volkswirtschaft der Welt hin.

Entwicklung Industrie-PMI
Die Industrie-PMI zeigen auch im Juni mehrheitlich nach oben. Die Entwicklung der PMI-Werte für den Dienstleistungssektor stimmt ebenfalls zuversichtlich.
Entwicklung Industrie-PMI

Quelle: Markit, ISM, Statistikamt China, procure.ch

Inflation in der Schweiz weiterhin negativ: In der Schweiz war auch im Juni ein sinkendes Preisniveau zu beobachten. Die Jahresteuerung – und damit die gemeinhin als Inflation bezeichnete Zahl – lag wie bereits im Mai bei -1,3 Prozent, wie das Bundesamt für Statistik (BFS) mitteilte. Bei einer negativen Preisentwicklung spricht man auch von Deflation. Mit Ausbruch der Coronavirus-Krise war die Inflation stark in den negativen Bereich gefallen. Im Januar lag der Jahreswert noch bei +0,2 Prozent, sank dann in den folgenden Monaten auf -0,1 Prozent (Februar), -0,5 Prozent (März), -1,1 Prozent (April) und -1,3 Prozent (Mai und Juni). So tief lag der Wert davor zuletzt im Januar 2016. Vor allem die im Vergleich zu Mitte 2019 deutlich tieferen Ölpreise sind der Grund für die insgesamt rückläufige Preisentwicklung. So kosteten gemäss BFS Erdölprodukte 17,8 Prozent weniger als im Juni 2019. Daran ändert auch nichts, dass die Preise für Erdölprodukte im Vergleich zum Vormonat wieder leicht um 1,1 Prozent zulegten. Die Preisstabilität gegenüber dem Vormonat resultiert aus entgegengesetzten Entwicklungen, die sich insgesamt aufgewogen haben, schreibt das BFS dazu. So sind beispielsweise auch die Preise für Pauschalreisen ins Ausland gestiegen.

Goldpreis erstmals seit 2011 über 1800 US-Dollar: Der seit Ende Juni zu beobachtende Höhenflug beim Gold hat den Preis einer Unze des Edelmetalls erstmals seit 2011 wieder über die Marke von 1800 US-Dollar getrieben. Der Goldpreis nimmt damit zunehmend sein Rekordhoch ins Visier, das im Spätsommer 2011 bei 1921 US-Dollar erreicht wurde. Die Furcht vor den Folgen der weiter steigenden Coronazahlen hat dem Goldpreis jüngst erneuten Schub verliehen. An den Finanzmärkten sorgt vor allem die hohe Zahl von Neuinfektionen in den USA und in Ländern Südamerikas für eine nervöse Stimmung. Dies treibt die Anleger in sichere Häfen wie Gold. Bereits seit Jahresbeginn entwickelt sich der Goldpreis sehr dynamisch. Eine Schlüsselrolle spielt hier die Talfahrt der Renditen am Anleihemarkt. Dadurch sanken die sogenannten Opportunitätskosten beim Gold.

Fokus: So werden ETF und Indexfonds besteuert

Wie bei jeder Geldanlage ist der Steueraspekt auch bei der Investition in ETF und Indexfonds zu berücksichtigen. Das sollten Anleger mit Wohnsitz Schweiz zu den staatlichen Abgaben dieser Fondsarten wissen.

Bei einer Investition in ETF und Indexfonds sollten immer auch steuerliche Aspekte beachtet werden. So unterliegt das in ETF und Indexfonds angelegte Vermögen der Vermögenssteuer. Die Kursgewinne sind für Privatanleger hingegen nicht steuerpflichtig. Umgekehrt sind Kursverluste auch nicht vom steuerbaren Einkommen abzugsfähig.

Der in Form von Dividenden oder Zinszahlungen anfallende Ertrag unterliegt hingegen der Einkommenssteuer. Dabei ist es nicht von Bedeutung, ob der ETF bzw. Indexfonds die Dividenden- oder Zinserträge ausschüttet oder reinvestiert (thesauriert). Der thesaurierende Fonds muss die angefallenen Erträge allerdings separat ausweisen, was bei in der Schweiz kotierten ETF in der Regel gegeben ist. Die zu versteuernden Erträge sind auf der Kursliste der Eidgenössischen Steuerverwaltung ersichtlich.

Verrechnungssteuer

Das Domizil des Fonds kann aus steuerlichen Gründen einen direkten Einfluss auf die Rendite des Anlageproduktes haben. Erträge von ETF mit Domizil Schweiz unterliegen der Verrechnungssteuer von 35 Prozent. Diese ETF schütten nur 65 Prozent der Bruttoerträge an die Anleger aus. Der Investor muss die abgezogene Verrechnungssteuer via Deklaration in der Steuererklärung zurückfordern. Bei den in der Schweiz deutlich weiter verbreiteten ETF mit Domizil Irland oder Luxemburg werden die Ausschüttungen vollumfänglich dem Anleger zugeführt, ohne Abzug der Verrechnungssteuer.

Aber nicht nur der Anleger, sondern auch der ETF selbst muss 35 Prozent Verrechnungssteuer auf die Erträge abliefern. Bei ETF mit Domizil Irland oder Luxemburg betrifft das zwar nur die Erträge auf Schweizer Wertschriften, die vom ETF gehalten werden. Weil diese ETF ihr Domizil nicht in der Schweiz haben, sind sie aber nicht berechtigt, diese Verrechnungssteuer zurückzufordern. Wer in Schweizer Anlagen investiert, sollte deshalb ETF mit Domizil Schweiz wählen. Bei einer angenommenen Dividendenausschüttung von 3 Prozent von Schweizer Aktien, erzielen ausländische ETF aufgrund des Fondsdomizils gegenüber einem Schweizer ETF eine Minderrendite von bis zu 1 Prozent pro Jahr.

Eine mit der Schweizer Verrechnungssteuer vergleichbare Quellensteuer auf Zinsen und Dividenden kennen auch viele andere Länder. Auch bei der Investition in einen ETF auf ausländische Titel ist die Wahl des Fondsdomizils deshalb zu beachten. Für Fonds auf weltweite Aktien empfiehlt sich für Schweizer Anleger in Bezug auf die Quellensteuerthematik das Fondsdomizil Irland, weil Irland viele Doppelbesteuerungsabkommen geschlossen hat und die Quellensteuer teilweise zurückerstattet bekommt.

Stempelsteuer

In der Schweiz erhebt die Eidgenössische Steuerverwaltung zudem die sogenannte Stempelsteuer, oft auch als Umsatzabgabe oder Stempelabgabe bezeichnet. Die Stempelsteuer fällt beim Kauf und Verkauf von ETF und Indexfonds an und ist je nach Fondsdomizil, Transaktionsart und Fondsart unterschiedlich hoch. Indexfonds werden tendenziell günstiger besteuert als ETF und auch Schweizer Fonds werden steuerlich begünstigt (siehe Grafik).

Vergleich der Stempelsteuer
Vergleich der Stempelsteuer

So müssen Anleger beispielsweise beim Kauf oder Verkauf eines inländischen ETF einen Steuersatz von 0,075 Prozent bezahlen. Die Transaktion von ausländischen ETF kostet mit 0,15 Prozent das Doppelte. Auch bei Indexfonds macht sich das Fondsdomizil beim Steuersatz bemerkbar. Während der Kauf und der Verkauf eines Indexfonds mit inländischem Domizil steuerfrei sind, beträgt die Stempelsteuer bei einem Kauf eines Indexfonds mit ausländischem Domizil 0,15 Prozent. Beim Verkauf eines Indexfonds mit ausländischem Domizil wird keine Stempelabgabe fällig.

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