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Newsletter vom 1. Juli 2020

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Aktuelles zu Börsen & Märkten

Positive Signale von Schweizer Wirtschaft: Der Schweizer Konjunkturmotor kommt langsam wieder auf Touren. Nach drei starken Rückgängen in Folge ist das von den Wirtschaftsforschern der ETH (KOF) erhobene Konjunkturbarometer im Juni wieder gestiegen, und sogar um recht deutliche 9,8 Punkte auf 59,4 Zähler (siehe Grafik). Mit einem Wert vergleichbar zum April befinde sich das Barometer jedoch weiterhin beträchtlich unter seinem langjährigen Mittel, heisst es in einer Mitteilung der KOF. Die Aussichten für die Schweizer Konjunktur seien dementsprechend stark gedämpft, würden nun aber etwas aufklaren. Am stärksten hellten sich die Aussichten für das Verarbeitende Gewerbe auf. Sie liegen aber nach wie vor auf einem sehr niedrigen Niveau, so die KOF. Ebenfalls von einem sehr tiefen Niveau ausgehend hätten auch die übrigen Dienstleistungen und das Baugewerbe leicht positivere Signale ausgesandt. "Nahezu unverändert düster" seien die Perspektiven für das Gastgewerbe und den privaten Konsum.

KOF-Konjunkturbarometer steigt im Juni
Nach dem coronabedingten Einbruch zeigt das KOF-Konjunkturbarometer im Juni wieder nach oben.
KOF-Konjunkturbarometer steigt im Juni

Quelle: KOF

Stimmung in deutscher Wirtschaft hellt sich weiter auf: Die Stimmung in den Chefetagen der deutschen Unternehmen ist auch im Juni gestiegen. Der Ifo-Geschäftsklimaindex legte gegenüber dem Vormonat um 6,5 Punkte auf 86,2 Zähler zu, wie das Ifo-Institut mitteilte. Dies sei der stärkste jemals gemessene Anstieg. Analysten hatten zwar mit einem Zuwachs gerechnet, diesen allerdings mit 85,0 Punkten im Durchschnitt etwas schwächer erwartet. Es ist der zweite Anstieg des Konjunkturindikators in Folge, nachdem er im März und April krisenbedingt drastisch eingebrochen war.

Geschäftsklima in Eurozone verbessert sich: Auch in der Eurozone scheint sich die Stimmung bei Unternehmern als auch bei den Konsumenten nach dem Rekordeinbruch wegen der Coronavirus-Krise spürbar zu bessern. Das von der EU-Kommission ermittelte Barometer für das Geschäftsklima kletterte im Juni um 8,2 auf 75,7 Punkte. Optimistisch zeigten sich die Industriemanager und die Konsumenten, schreibt die Kommission. Aber auch bei den Dienstleistern, im Baugewerbe und vor allem im Handel habe sich die Stimmung aufgehellt. Mit Blick auf die einzelnen Länder verbesserte sich die Stimmung besonders stark in Frankreich (+9,4 Punkte), in den Niederlanden (+8,3), Spanien und Italien (je +8,2) sowie in Deutschland (+6,6).

Erneut mehr Arbeitslose in den USA als erwartet: Die Lage am US-Arbeitsmarkt bleibt angespannt. Insgesamt stellten gemäss den letzten Daten des US-Arbeitsministeriums rund 1,48 Millionen Bürger innerhalb einer Woche einen Erstantrag auf Arbeitslosenhilfe. Analysten hatten dagegen mit einem Rückgang auf 1,3 Millionen gerechnet. Bereits in der Woche zuvor war die Zahl der Antragsteller mit revidierten 1,54 Millionen höher als erwartet ausgefallen. Die Coronavirus-Pandemie hat in den USA Vollbeschäftigung in Massenarbeitslosigkeit umschlagen lassen: Mehr als 20 Millionen Amerikaner verloren allein im April ihren Job, bevor im Mai ein vorläufiges Ende des Abwärtstrends einsetzte und rund 2,5 Millionen Jobs entstanden sind.

Chinesische Industrie erneut mit überraschendem Stimmungsaufheller: In China mehren sich Hinweise auf eine zügige Erholung der Wirtschaft. Im Juni verbesserte sich der vom Wirtschaftsmagazin Caixin erhobene Indikator für die Stimmung der Einkaufsmanager (PMI) in der Industrie überraschend. Der Indikator kletterte auf 51,2 von 50,7 Punkten im Mai. Analysten hatten hingegen einen Rückgang prognostiziert. Der Caixin-PMI berücksichtigt eher kleine und private Unternehmen. Der staatliche PMI, der ebenfalls zulegen konnte (auf 54,4 Punkte), berücksichtigt eher grosse und staatliche Unternehmen.

Fokus: Acht Fragen zu ETF und Indexfonds

Anlegern in der Schweiz stehen immer mehr ETF und Indexfonds zur Verfügung. Beide Anlageprodukte sind wegen der tiefen Kosten, der breiten Diversifikation und der hohen Transparenz unter Anlegern beliebt. Die Antworten auf die acht häufigsten Fragen zu diesen Produkten.

1. Was haben ETF und Indexfonds gemeinsam?

ETF und Indexfonds haben das Ziel, einen Index wie den Schweizer SPI eins zu eins abzubilden. Deswegen zählen sie zu den passiven Anlageprodukten. Der Vorteil: Auf aktives Fondsmanagement kann verzichtet werden. Daher sind diese beiden Fondsarten relativ günstig. Da die meisten aktiven Fonds es auf Dauer zudem nicht schaffen, ihren Vergleichsindex nach Kosten zu schlagen, schneiden ETF und Indexfonds im langfristigen Vergleich häufig besser ab (mehr dazu erfahren Sie in der kostenlosen VZ-Studie zum Leistungsnachweis von Anlagefonds).

2. Was ist der Unterschied zwischen ETF und Indexfonds?

Der zentrale Unterschied ist: ETF sind an der Börse kotiert, Indexfonds nicht. Letztere können nur einmal pro Tag über die Fondsgesellschaft gezeichnet (gekauft) oder zurückgegeben (verkauft) werden. ETF hingegen können laufend an der Börse gehandelt werden und haben damit einen aktienähnlichen Charakter.

3. Für welchen Anlegertyp eignen sich ETF und Indexfonds?

Sowohl ETF als auch Indexfonds unterliegen Kursschwankungen. Dank der breiten Diversifikation in eine mehr oder weniger grosse Anzahl Titel sind diese Kursschwankungen aber deutlich weniger ausgeprägt als bei Einzeltiteln. Die beiden Fondsarten eignen sich deshalb für Anleger, die mit einer einzigen Transaktion kostengünstig in einen breit diversifizierten Markt investieren möchten.

4. Sind ETF und Indexfonds für langfristige Investitionen sinnvoll?

Auf jeden Fall. Wie bereits erwähnt, erzielen nur wenige aktive Fonds langfristig eine höhere Rendite als ihr Vergleichsindex. Passive Fonds sind deshalb oft die bessere Wahl. Ausserdem sind sie viel günstiger. Für ETF und Indexfonds bezahlt ein Anleger im Durchschnitt 0,3 Prozent an jährlichen Gebühren, für aktive Fonds hingegen zwischen 1 bis 2 Prozent. Beim langfristigen Vermögensaufbau fallen diese Kostenunterschiede stark ins Gewicht. Wie gross der Einfluss der Gebühren ist, zeigt ein vereinfachtes Beispiel. Auf 20 Jahre hochgerechnet schauen bei einer Investition von 500'000 Franken 76'000 Franken mehr heraus, wenn die Gebühren nur schon um 0,5 Prozent tiefer sind (siehe Grafik).

Die Gebühren sind von zentraler Bedeutung
In 20 Jahren 76'000 Franken mehr Ertrag dank Gebühren, die um 0,5 Prozent tiefer sind.
Die Gebühren sind von zentraler Bedeutung

5. Welche Kosten fallen bei ETF und Indexfonds an?

Einen Hinweis auf die jährlich anfallenden Kosten gibt die Gesamtkostenquote TER (Total Expense Ratio), die neben den Verwaltungsgebühren auch die Kosten für Produktmarketing und Depotbankgebühren enthält. Banken verrechnen in der Regel zudem eine Transaktionsgebühr, wenn Privatanleger ETF oder Indexfonds kaufen oder verkaufen. Neben den bankabhängigen Gebühren können beim Handel weitere Kosten anfallen. Dazu zählen bei einem ETF die Stempelsteuer und der Spread. Diese Kosten fallen im Grundsatz auch bei Indexfonds an, wobei die Stempelsteuern hier nur bei ausländischen Produkten bezahlt werden müssen. ETF und Indexfonds mit Domizil Schweiz werden von der Eidgenössischen Steuerverwaltung bei der Stempelabgabe begünstigt.

6. Was ist der Unterschied zwischen physischer und synthetischer Replikation passiver Anlagefonds?

Ein Index lässt sich auf verschiedene Arten nachbilden – im Fachjargon replizieren genannt. Bei der physischen Replikation investiert der Fonds direkt in die im Index enthaltenen Wertschriften unter Berücksichtigung der jeweiligen Gewichtung. Bei Rohstoffindizes beispielsweise ist eine physische Nachbildung aber nicht oder nur schwer möglich, da die Basiswerte wie Öl gekauft und gelagert werden müssten. Hierfür weichen Fonds über Tauschgeschäfte – sogenannte Swaps – auf eine synthetische Replikation aus. Dabei tauscht der Fonds – vereinfacht gesagt – die Rendite eines physischen Wertpapierkorbs gegen die Rendite des gewünschten Indexes. Gegenpartei ist häufig eine Investmentbank.

7. Bilden ETF und Indexfonds einen Index exakt nach?

Das ist grundsätzlich der Fall, gelingt aber in der Regel nicht eins zu eins. Verantwortlich für die Abweichung vom Vergleichsindex sind die Verwaltungsgebühren dieser beiden Fondsarten und auch andere Faktoren. Eine hohe Abweichung, auch Tracking Difference genannt, die sich nicht mit den jährlichen Kosten erklären lässt, ist ein Indiz für eine niedrige Qualität der Replikation.

8. Wie finde ich das passende Produkt?

Wer in ETF und Indexfonds investieren möchte, sollte zunächst einen passenden Index auswählen. Wer auch innerhalb eines Handelstages handeln möchte, sollte sich für ETF entscheiden. Zudem sollte man weitere Punkte bei der Fondsauswahl beachten: die Replikationsart hinterfragen, die jährlichen Kosten und die Handelsgebühren mit den Gebühren anderer Produkte vergleichen, sowie die Replikationsqualität des Produktes anhand des Tracking Error prüfen. Je nach Anlagestrategie, Haltedauer, Risikoaversion und Bedürfnissen des Anlegers kann der Einsatz eines ETF oder Indexfonds vorteilhafter sein.

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