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Newsletter vom 3. Juni 2020

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Aktuelles zu Börsen & Märkten

Einkaufsmanager sorgen für Zuversicht: Die Hinweise verdichten sich, dass es in der Weltwirtschaft nach dem Corona-bedingten Einbruch wieder aufwärts geht. Die globalen Einkaufsmanagerindizes für das Dienstleistungsgewerbe scheinen ihren Tiefpunkt jedenfalls durchschritten zu haben (siehe Grafik). In China wurden die tiefsten Werte im Februar, in den USA, Europa und der Schweiz im April registriert. Seither erholen sich diese Stimmungsbarometer, und jene für das verarbeitende Gewerbe zeigen eine ähnliche Entwicklung. Folgen die Werte in der westlichen Welt dem Muster Chinas, dann müssten bereits mit dem nächsten Datenpunkt wieder Werte von über 50 Punkten zu sehen sein. Werte über dieser Marke deuten auf eine wirtschaftliche Expansion hin. Die Aktienmärkte gehen aktuell davon aus, dass dies geschehen wird – und die Weltwirtschaft eine V-förmige Entwicklung nimmt. Das heisst, auf einen scharfen Einbruch folgt eine ebenso rasche konjunkturelle Erholung.

PMI der Dienstleister erholen sich
Die globalen Einkaufsmanagerindizes deuten darauf hin, dass die Weltwirtschaft eine V-förmige Entwicklung nimmt.
PMI der Dienstleister erholen sich

Quelle: Markit, procure.ch, chinesisches Statistikamt

US-Arbeitslosenzahlen steigen weiter – Binnenkonsum bricht ein: Die Zahl der Arbeitslosen in den USA steigt weiter an. Zuletzt meldete das US-Arbeitsministerium, dass erneut über zwei Millionen Menschen innerhalb von einer Woche einen Erstantrag auf Arbeitslosenhilfe gestellt haben. Seit der Zuspitzung der Coronavirus-Pandemie in den USA im März haben nunmehr bereits fast 41 Millionen US-Bürger mindestens zeitweise ihren Job verloren. Die Arbeitslosenquote dürfte Analysten zufolge mittlerweile bei mehr als 20 Prozent liegen. Einen solchen Einbruch am Arbeitsmarkt hat es nie zuvor in der US-Geschichte gegeben. Problematisch ist das unter anderem für den Binnenkonsum. Massenarbeitslosigkeit und Corona-bedingte Geschäftsschliessungen haben den US-Konsum im April in Rekordtempo einbrechen lassen. Die Menschen gaben 13,6 Prozent weniger aus als im Vormonat, wie das US-Handelsministerium mitteilte. Ein grösseres Minus hat es seit Beginn der Statistik 1959 noch nicht gegeben. Der Einbruch des Konsums deutet darauf hin, dass die weltgrösste Volkswirtschaft im laufenden zweiten Quartal so stark schrumpfen könnte wie seit der Grossen Depression in den 1930-er Jahren nicht mehr. Schliesslich macht der Konsum mehr als zwei Drittel des Bruttoinlandproduktes (BIP) aus. Das BIP fiel bereits im ersten Quartal mit einer Jahresrate von 5,0 Prozent – das grösste Minus seit der Finanzkrise von 2008/2009.

Französischer Finanzminister rechnet mit stärkerem BIP-Einbruch: Die französische Wirtschaft wird im laufenden Jahr laut Finanzminister Bruno Le Maire noch stärker einbrechen als bisher erwartet. Das Bruttoinlandprodukt (BIP) werde in diesem Jahr um 11 Prozent schrumpfen, sagte Le Maire Medienberichten zufolge gegenüber einem deutschen Radiosender. Bisher hatte die Regierung einen Rückgang um 8 Prozent erwartet. Le Maire verwies darauf, dass die Wirtschaft für rund drei Monate zum Erliegen gekommen sei. "Der wirtschaftliche Schock war extrem brutal", wurde er zitiert. Frankreich war von der Coronavirus-Krise härter getroffen als die Schweiz. Die wirtschaftlichen Einschränkungen dauerten länger und waren weitreichender. So erwartet das Seco für die Schweiz ein Schrumpfen der Wirtschaft um 6,7 Prozent in diesem Jahr.

Inflation in Eurozone sinkt Richtung Nulllinie: Die Inflation im Euroraum ist weiter auf dem Rückzug. Im Mai hat das Statistikamt Eurostat einen durchschnittlichen Preisanstieg gegenüber dem Vorjahr von lediglich 0,1 Prozent ermittelt. Das ist die niedrigste Inflationsrate seit Juni 2016. Im April lag sie bereits bei 0,3 Prozent. Entscheidend für die schwache Entwicklung (die EZB strebt eine Inflationsrate von knapp 2 Prozent an) sind vor allem die Energiepreise. Sie lagen im Mai 12,0 Prozent tiefer als ein Jahr zuvor. Ausschlaggebend war vor allem der Einbruch der Rohölpreise. Ohne Energie, Lebens- und Genussmittel verharrte die Kerninflation auf 0,9 Prozent.

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