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Newsletter vom 8. Januar 2020

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Aktuelles zu Börsen & Märkten

Eskalation in Nahost treibt Öl- und Goldpreis hoch: Die von US-Präsident Donald Trump angeordnete Ermordung des iranischen Top-Generals Kassem Soleimani und die Furcht vor einer Eskalationsspirale haben die Preise für Erdöl und Gold in die Höhe getrieben (siehe Grafik). Trump hatte die Situation im Nahen Osten mit Drohungen gegen den Irak sogar noch verschärft. Nur wenige Tage nach der Tötung Soleimanis überschlagen sich nun die Ereignisse im Nahen Osten. Iran hat bereits einen Vergeltungsanschlag auf zwei US-Militärstützpunkte im Irak verübt. Isoliert betrachtet hat die Ermordung Soleimanis für die Aktienmärkte zwar keine Relevanz. Denn politische Börsen haben bekanntlich kurze Beine. Eine massive Ausweitung des Konflikts könnte jedoch grössere Folgen haben, wie z.B. eine Blockade der Strasse von Hormuz durch Iran oder einen Einbezug Israels in den Konflikt.

Preise für Brentöl und Gold steigen
Die Ermordung des iranischen Top-Generals Kassem Soleimani und die Gefahr einer militärischen Eskalation im Nahen Osten treiben die Preise für Brentöl und Gold in die Höhe.
Preise für Brentöl und Gold steigen

Quelle: Bloomberg

Schwache Industriedaten aus USA: In den USA ist der vom ISM-Institut erhobene Einkaufsmanagerindex für den Industriesektor bzw. für das verarbeitende Gewerbe tiefer in die Kontraktionszone gefallen. Konkret bildete er sich im Dezember um 0,9 auf 47,2 Punkte zurück. Das kam unerwartet, hatten die Analysten doch im Durchschnitt mit einem Anstieg gerechnet. Es handelt sich mittlerweile um den fünften Monat in Folge, in welchem der ISM-Index auf eine Abkühlung der US-Wirtschaft hindeutet. Der Index gilt als zuverlässiger Frühindikator für die wirtschaftliche Aktivität in den USA. Indexstände von über 50 Punkten signalisieren eine wirtschaftliche Belebung, während Werte darunter auf einen Rückgang hinweisen. Die Anleger haben ihr Augenmerk bereits auf den am Freitag anstehenden US-Arbeitsmarktbericht gerichtet.

Bessere Konjunkturstimmung in Eurozone: Die Konjunkturstimmung unter Anlegern im Euroraum hat sich im neuen Jahr trotz der Iran-Krise verbessert. Der vom Analysehaus Sentix erhobene Konjunkturindex stieg im Januar gegenüber dem Vormonat um 6,9 Punkte auf 7,6 Zähler. Das ist der dritte Anstieg in Folge und der höchste Wert seit November 2018. Angesichts des abermaligen Anstiegs des Indikators scheine eine Rezession im Euroraum zunächst vom Tisch zu sein, hält Sentix fest. Damit bleibe das Umfeld für Aktien konstruktiv.

EU verlängert Russland-Sanktionen: Die Europäische Union (EU) hat die Wirtschaftssanktionen gegen Russland offiziell verlängert. Sie hatte die in der EU-Wirtschaft nicht unumstrittenen Handels- und Investitionsbeschränkungen zuletzt im Juni bis zum 31. Januar 2020 verlängert. Sie gelten nun weitere sechs Monate bis zum 31. Juli. Eingeführt wurden die EU-Strafmassnahmen nach dem Absturz eines malaysischen Flugzeugs über der Ostukraine im Juli 2014. Es soll nach Angaben von westlichen Ermittlern von prorussischen Separatisten abgeschossen worden sein. Experten gehen davon aus, dass die Sanktionen Russland bereits einen dreistelligen Milliardenbetrag gekostet haben. Doch auch die europäische Konjunktur wird in Mitleidenschaft gezogen, da die Strafmassnahmen den Handel vieler EU-Unternehmen mit Russland erschweren.

Britische Notenbank erhält neuen Chef: Nach der Stabsübergabe bei der Europäischen Zentralbank im November 2019 steht auch bei der britischen Notenbank ein Führungswechsel an. Im März wird der derzeitige Chef der Finanzaufsichtsbehörde FCA, Andrew Bailey, den Posten des Gouverneurs von Mark Carney übernehmen. Bailey galt als aussichtsreichster Kandidat. Er war von 2013 bis 2016 bereits als Vizechef der britischen Notenbank tätig. Der Kanadier Carney hatte den Posten 2013 übernommen und seine auf zunächst fünf Jahre begrenzte Zeit als Notenbankchef wegen des geplanten Austritts Grossbritanniens aus der Europäischen Union verlängert.

Fokus: Aktien-ETF – Tops und Flops 2019

Die Aktienmärkte standen im vergangenen Jahr im Aufwind. ETF-Anleger dürfte dies viel Freude bereitet haben. Doch es gibt auch negative Ausreisser.

Das Börsenjahr 2019 war relativ stark. Der Schweizer Leitindex SMI verzeichnete einen Kursgewinn von knapp 26 Prozent. Auch viele andere wichtige Indizes kommen auf eine ähnliche Rendite. Doch einige Aktien-ETF stellen sogar das in den Schatten. Der ETF mit der besten Performance 2019 an der SIX kommt auf eine Rendite von fast 50 Prozent – in Schweizer Franken gerechnet. Doch es gibt auch ETF, die den Anlegern wenig Freude bereit haben dürften. Der schlechteste ETF büsste um 8 Prozent ein (siehe Grafik).

Der Gewinner und der Verlierer 2019
Die Kursentwicklung des Aktien-ETF mit der höchsten und der niedrigsten Rendite im Jahr 2019 an der Schweizer Börse SIX (NAV in CHF, inkl. Dividenden).
Der Gewinner und der Verlierer 2019

Quelle: Bloomberg, Daten per 31.12.19

Von den über 1‘500 an der Schweizer Börse SIX gelisteten ETF replizieren rund 1‘050 Aktienindizes. Dabei hatten im vergangenen Jahr jene Aktien-ETF den besten Lauf, welche den MSCI Russia replizieren (siehe Tabelle). Der Gewinner 2019 ist der iShares MSCI Russia ADR/GDR UCITS ETF USD mit einem Kursplus von 48,73 Prozent, gefolgt von dem Lyxor MSCI Russia UCITS ETF mit +47,83 Prozent. Dass der russische Aktienmarkt nach einer bereits starken Entwicklung 2018 in 2019 nochmals outperformen wird, hatten die wenigsten Experten erwartet.

Der MSCI Russia bildet die Wertentwicklung von 23 Unternehmen ab, wobei neben dem Schwergewicht Sberbank auch viele Rohstofftitel wie Gazprom, Lukoil und Norilsk Nickel vertreten sind. Daher dürfte die positive Wertentwicklung dieses Indexes vor allem auf die Erholung bei den Rohstoffpreisen zurückzuführen sein, welche die Ertragslage der Unternehmen verbesserten, was sich wiederum in einem höheren Aktienkurs niedergeschlagen hatte.

Auf den Plätzen drei bis fünf der besten Aktien-ETF 2019 rangieren Produkte, die sich auf den Sektor Technologie fokussieren. Dies wiederum dürfte weniger überraschen, steht dieser Sektor doch bereits seit längerem in der Gunst der Anleger.

Top Aktien-ETF 2019

Rang Name Rendite*
1. iShares MSCI Russia ADR/GDR UCITS ETF +48.73%
2. Lyxor MSCI Russia UCITS ETF +47.83%
3. Invesco Technology S&P US Select Sector UCITS ETF +47.25%
4. iShares S&P 500 Information Tech Sector UCITS ETF +47.24%
5. SPDR S&P U.S. Technology Select Sector UCITS ETF +47.1%

*in CHF

Das Verliererfeld wird von einem ETF auf den polnischen Aktienmarkt (MSCI Poland) angeführt, bei dem ein Minus von 7,68 Prozent zu Buche steht (siehe Tabelle). Grund für den Rücksetzer dürften insbesondere die Kursverluste bei den beiden Indexschwergewichten sein: dem Ölkonzern und Tankstellenbetreiber PKN Orlen sowie der PKO Bank Polski, der grössten Bank Polens.

Auch die gesamte Anlageregion Osteuropa schnitt 2019 schwach ab. Entsprechend finden sich in der Top-5-Verliererliste drei Produkte, deren Benchmarks sich auf diese Region beziehen. Und auch ein ETF auf den malaysischen Aktienmarkt (HSBC MSCI Malaysia UCITS ETF) gehört zu den Produkten mit der schwächsten Entwicklung im vergangenen Jahr. Malaysia kämpft mit wirtschaftlichen und politischen Problemen, was am Aktienmarkt nicht spurlos vorbeigeht.

Flop Aktien-ETF 2019

Rang Name Rendite*
1. iShares MSCI Poland UCITS ETF -7.68%
2. HSBC MSCI Malaysia UCITS ETF -6.87%
3. ComStage MSCI EM Eastern Europe TRN UCITS ETF -4.32%
4. Lyxor MSCI Eastern Europe ex Russia UCITS ETF -2.54%
5. Amundi MSCI Eastern Europe ex Russia UCITS ETF -2.29%

*in CHF

ETF sind beliebt, weil sie günstig und liquide sind und eine gute Diversifikation des Anlagerisikos bieten. Die grösste Schwierigkeit besteht darin, das passende Produkt zu finden. Neben den über 1500 an der SIX kotierten ETF steht eine ebenfalls grosse Zahl von – nicht an der Börse kotierten – Indexfonds zur Auswahl. Als Privatanleger hier einen Überblick zu bekommen ist praktisch unmöglich. Es ist wie die Suche nach der Nadel im Heuhaufen.

Da ETF einen Index nachbilden, sind bei diesen Produkten die historischen Renditen und Schwankungsrisiken des jeweiligen Indexes wichtige Auswahlkriterien. Ein Aktienmarktindex beispielsweise hat in der Regel ein höheres Renditepotenzial als ein Anleihenindex. Bei Aktienindizes bestehen allerdings auch höhere Schwankungsrisiken. Auch innerhalb einer Anlageklasse kann es zu grossen Renditeunterschieden kommen.

Das alles sollte dem Anleger vor dem Kauf eines solchen Fonds bekannt sein. Deswegen empfiehlt es sich, einen produktunabhängigen Experten mit ins Boot zu holen, der alle verfügbaren Produkte auf Herz und Nieren prüft und sie regelmässig überwacht.

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