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Newsletter vom 29. April 2020

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Aktuelles zu Börsen & Märkten

Corona-Folgen treffen die Eurowirtschaft sehr hart: Der Shutdown belastet die Wirtschaft im Euroraum stark. Der vom Marktforschungsinstitut Markit erhobene Einkaufsmanagerindex (PMI) für die Gesamtwirtschaft fiel im April auf 13,5 Punkte (siehe Grafik). Das ist der mit Abstand tiefste Wert in der über 20-jährigen Umfragegeschichte, heben die Markit-Experten hervor. Während der globalen Finanzkrise war der Index lediglich auf 36,2 Punkte gesunken. Der Indikator, der im März bereits auf 29,7 Punkte abgesackt war, signalisiert erst ab 50 Zählern Wachstum. Auch die Unterindikatoren zum Industrie- und Dienstleistungssektor sanken drastisch. So bildete sich der PMI für die Industrie bzw. für das verarbeitende Gewerbe auf 33,6 Punkte (März: 44,5) zurück. Beim PMI für die Dienstleister ging es auf ein Rekordtief von 11,7 Punke (März 26,4) bergab. Es besteht jedoch Hoffnung, dass es zu einer konjunkturellen Erholung kommt. In China, wo man bei der Coronakrise vielen westlichen Ländern um etwa zwei Monate voraus ist, notiert der PMI bereits wieder bei über 50 Punkten.

PMI-Daten zeigen Ausmass der Wirtschaftskrise
Aus dem Einbruch beim Markit-PMI kann grob auf die Entwicklung des Bruttoinlandprodukts (BIP) geschlossen werden.
PMI-Daten zeigen Ausmass der Wirtschaftskrise

Quelle: Bloomberg

Heftiger Wirtschaftseinbruch in der Schweiz erwartet: Die Coronakrise wirft die Schweizer Wirtschaft zurück. Das Staatssekretariat für Wirtschaft, kurz Seco, geht davon aus, dass sich das Bruttoinlandprodukt (BIP) im laufenden Jahr um 6,7 Prozent zurückbilden wird. Das wäre eine ähnlich starke Rezession wie während des Erdölschocks von 1975/76. Im März waren die Bundesökonomen noch von einem Minus von lediglich 1,5 Prozent ausgegangen. Die Prognoseunsicherheit sei allerdings "ausserordentlich gross". Im schlimmsten Fall rechnet das Seco mit einem BIP-Rückgang von 10,4 Prozent. Für 2021 prognostizieren die Ökonomen, dass das BIP in der Schweiz um 5,2 Prozent steigt.

EZB weicht Vorschriften für Bankkredite auf: Die Europäische Zentralbank (EZB) weitet ihre Unterstützung für die Banken ein weiteres Mal aus. Die Vorschriften für Sicherheiten, die Banken für Kredite der EZB aufbringen müssen, werden erneut gelockert. So akzeptieren die Notenbanker für eine gewisse Zeit sogenannte Ramschpapiere als Sicherheiten. Dabei handelt es sich um Wertpapiere von Staaten oder Unternehmen mit schlechter Bonität. Der Hintergrund: Experten gehen davon aus, dass aufgrund des Konjunktureinbruchs Länder wie Italien und viele Unternehmen Gefahr laufen, ihr Investmentgrade-Rating zu verlieren. Damit würden entsprechende Schuldentitel normalerweise nicht mehr die Minimalanforderungen der EZB für Sicherheiten erfüllen. Mit der nun beschlossenen Aufweichung der Vorschriften will die Notenbank dafür sorgen, dass auch in der Krise ausreichend Sicherheiten verfügbar sind. Das ist aus Sicht der EZB für Banken entscheidend, damit diese Firmen und Haushalte in den Krisenzeiten weiterhin mit Krediten versorgen können.

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