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Newsletter vom 22. April 2020

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Aktuelles zu Börsen & Märkten

Ölpreise im Abwärtsstrudel: Am Rohölmarkt sind die Preise erneut ins rutschen geraten. Die Notierungen für die Nordseesorte Brent fielen zwischenzeitlich auf unter 16 US-Dollar je Fass. Das waren die tiefsten Werte seit 1999. Vor allem aber die US-Sorte WTI kam unter die Räder (siehe Grafik). Der Ausnahmezustand am Ölmarkt ist auf ein stark auseinanderklaffendes Verhältnis von Angebot und Nachfrage zurückzuführen. Auf der Nachfrageseite wiegt schwer, dass die Coronapandemie derzeit viele Volkswirtschaften faktisch lahmlegt. Entsprechend gering ist der Bedarf an Rohöl und Ölprodukten wie Benzin, Diesel und Heizöl. Auf der Angebotsseite herrscht dagegen ein Überangebot. Zwar hatte erst vor wenigen Tagen das Ölkartell OPEC zusammen mit weiteren wichtigen Förderländern eine historische Produktionssenkung beschlossen. Und obwohl mit fast 10 Millionen Fässern pro Tag rund 10 Prozent der üblichen Fördermenge vom Markt genommen wurde – und damit so viel wie noch nie zuvor – ist der Nachfragerückgang als Folge der Zwangspause der globalen Wirtschaft zur Eindämmung der Coronapandemie noch bedeutend grösser. In vielen Ländern werden bereits die Lagerkapazitäten für Rohöl knapp. Zu Wochenbeginn ereignete sich in der Folge auf dem Terminmarkt kurioses. Dort hatte ein sogenannter Kontraktwechsel bei der US-Ölsorte WTI für historische Marktverwerfungen gesorgt: der Preis war heftig ins Minus gerutscht. Es war das erste Mal überhaupt, dass für die Abnahme von Öl Geld bezahlt wurde. Grund dafür war, dass es derzeit in den USA kaum noch Lager für Öl gibt. Vor der Westküste der USA liegen zudem viele voll geladene Tanker.

Ölpreise rauschen nach unten
Die Nachfrage nach Öl ist wegen den wirtschaftlichen Folgen der Coronapandemie stark zurückgegangen. Das lässt die Preise sinken (Angaben in US-Dollar je Barrel).
Ölpreise rauschen nach unten

Quelle: Bloomberg

Chinas Wirtschaftsleistung bricht ein: Die Folgen der Coronavirus-Krise haben die chinesische Wirtschaft stark ausgebremst. Im ersten Quartal schrumpfte das Bruttoinlandprodukt (BIP) im Vergleich zu den ersten drei Monaten 2019 um 6,8 Prozent, wie das nationale Statistikamt mitteilte. Das ist nicht nur ein sehr starker Rückgang. Es handelt sich sogar um den ersten negativen Wert seit mindestens 1992, als die Volksrepublik damit begann, Wachstumszahlen quartalsweise zu veröffentlichen. Im vergangenen Jahr war das BIP noch um 6,1 Prozent gestiegen. Die strengen Massnahmen gegen die Ausbreitung des Virus hatten die chinesische Wirtschaft seit Ende Januar praktisch zum Stillstand gebracht. Die Auswirkungen wurden daher besonders im Februar spürbar. Seit einigen Wochen nehmen Fabriken und Unternehmen die Arbeit langsam wieder auf, wodurch einige Wirtschaftsdaten bereits wieder eine leichte Erholung andeuten. So fiel die Industrieproduktion im März im Jahresvergleich nur noch um 1,1 Prozent, nachdem sie in den ersten beiden Monaten noch zweistellig und damit so stark wie noch nie eingebrochen war. In der Schweiz wird das Staatssekretariat für Wirtschaft die BIP-Zahlen für das erste Quartal planmässig am 3. Juni veröffentlichten.

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