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Newsletter vom 15. April 2020

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Aktuelles zu Börsen & Märkten

Entlassungswelle fegt über USA hinweg: In den USA steigt die Zahl der Arbeitslosen rapide an. Gemäss der wöchentlich erhobenen Statistik des US-Arbeitsministeriums wurden in der Woche zum 4. April erneut über 6 Millionen Anträge auf Arbeitslosenhilfe gestellt. Bereits in den beiden Wochen zuvor wurde jeweils eine massiv höhere Anzahl registriert (siehe Grafik). Seit dem Beginn der Coronavirus-Krise in den USA ist die Zahl der Arbeitslosen damit auf etwa 17 Millionen gestiegen. Und es ist davon auszugehen, dass die Arbeitslosenquote in den USA zügig in den Bereich von gegen 10 Prozent vorstossen wird. Diese im Vergleich zu Europa sehr rasante Entwicklung der Arbeitslosenzahlen hat ihren Ursprung in unterschiedlichen Systemen, wie Unternehmen auf Krisen reagieren. In den USA wird nach dem Prinzip "hire and fire" verfahren: Arbeitnehmer werden in Krisenzeiten sofort entlassen, und im Aufschwung in grosser Zahl wieder eingestellt; Arbeitsplatzgarantien wie in Europa sind eher unüblich. Diesseits des Atlantiks sind Unternehmen wegen den Investitionen in betriebliche Aus- und Weiterbildung hingegen bereit, ihre Arbeitskräfte über eine längere konjunkturelle Durststrecke zu halten – durch vom Staat subventionierte Kurzarbeit.

Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe in den USA
In den USA sind die Anträge auf Arbeitslosenhilfe in die Höhe geschnellt (Angaben in tausend).
Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe in den USA

Quelle: US-Arbeitsministerium

Ölstaaten einigen sich auf beispiellose Förderkürzung: Die wichtigsten erdölexportierenden Länder werden im Mai und Juni deutlich weniger Öl fördern. Damit wollen sie dem durch die Coronavirus-Krise ausgelösten Preisrutsch entgegenwirken. Die Tagesproduktion soll Angaben des Ölkartells OPEC zufolge um 9,7 Millionen Barrel (je 159 Liter) sinken. Das entspricht etwa 10 Prozent des weltweiten Angebots. Die vereinbarte Kürzung ist die grösste, die jemals vorgenommen wurde. Sie soll schrittweise innerhalb von zwei Jahren bis April 2022 wieder zurückgenommen werden. Es wird angestrebt, dass sich weitere Ölproduzenten wie die USA, Kanada, Brasilien und Norwegen der Förderbremse anschliessen, womit die Fördermenge nochmals deutlich verringert werden könnte. Die Ölnotierungen haben kaum auf die angekündigten Massnahmen reagiert. Wahrscheinlich wird sich die Lage erst entspannen, wenn sich auch Nachfragesituation verbessert. Der Ölpreis ist seit Jahresbeginn um über 50 Prozent gefallen. Das ist einerseits auf einen Preiskrieg zwischen Russland und Saudi-Arabien zurückzuführen. Andererseits ist der weltweite Rohölbedarf durch die Beschränkungen zur Eindämmung der Corona-Pandemie binnen weniger Wochen um etwa ein Drittel pro Tag zurückgegangen, was den Preisrutsch verstärkte.

IWF senkt Prognose für Weltwirtschaft stark: Der Internationale Währungsfonds (IWF) hat seine Prognose für die Entwicklung der Weltwirtschaft radikal zusammengestrichen. Für 2020 rechnen die IWF-Ökonomen aufgrund der Coronavirus-Folgen mit einem Rückgang der globalen Wirtschaft um 3,0 Prozent. Noch im Januar, bevor die Ausbreitung der Lungenkrankheit die Wirtschaft lahmlegte, hatte der IWF ein Plus von 3,3 Prozent veranschlagt. Zum Vergleich: Während der Finanzkrise von 2008 hatte die Weltwirtschaft in etwa stagniert. Damals waren primär Industriestaaten betroffen. Doch jetzt sind de facto alle Länder in Mitleidenschaft gezogen. Positiv wertete der IWF die schnellen und umfangreichen Rettungsprogramme zahlreicher Regierungen. Dazu kämen die Hilfen der Notenbanken rund um den Globus. Laut IWF sollte im zweiten Halbjahr eine allmähliche Erholung einsetzen. 2021 dürfte die Weltwirtschaft dann um 5,8 Prozent wachsen. Die IWF-Ökonomen räumen aber ein, dass diese Schätzung in erster Linie von der Dauer der Pandemie abhänge und am Ende auch Makulatur sein könne.

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