Tipps für Ihre Geldanlagen

Newsletter vom 4. März 2020

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Aktuelles zu Börsen & Märkten

US-Notenbank wegen Coronakrise unter Zugzwang: Die US-Notenbank Fed hat ihren Leitzins ausserplanmässig um 0,5 Prozentpunkte gesenkt. Die einstimmig getroffene Entscheidung der Währungshüter überraschte die Finanzmärkte, die erst für die Zinssitzung am 18. März mit einer Senkung gerechnet hatten. Und auch der Zinsschritt als solches ist ungewöhnlich. In den letzten Jahren hatte die Fed die Leitzinsen jeweils nur in kleinen Schritten von 0,25 Prozentpunkten verändert. Ein wichtiger Grund für die überraschende Massnahme ist der seit einigen Wochen anhaltende Zinsrutsch (siehe Grafik). So ist die Rendite der 10jährigen US-Staatsanleihen erstmals unter die Marke von 1 Prozent gesunken. Auslöser für die rückläufigen Renditen rund um den Globus sind die Ängste der Investoren vor den wirtschaftlichen Folgen der Coronakrise. Obwohl die Fundamentaldaten der US-Wirtschaft weiterhin grösstenteils solide sind, reagiert die Fed heftig auf das potentielle Abwärtsrisiko durch das Coronavirus. Die Zinssenkung dürfte nur einen geringen Einfluss auf die reale Wirtschaft haben, ist aber positiv für die Liquiditätsversorgung und hilft, das Finanzsystem zu stabilisieren.

Zinsen reagieren auf Unsicherheiten wegen Coronavirus
Die Renditen von Staatsanleihen sind seit Jahresbeginn deutlich gesunken. 10jährige US-Staatsanleihen rentieren erstmals weniger als 1 Prozent.
Zinsen reagieren auf Unsicherheiten wegen Coronavirus

Quelle: Bloomberg

Schweizer Wirtschaft verliert an Schwung: Das Wachstum der Schweizer Wirtschaft hat sich im vierten Quartal 2019 etwas verlangsamt. Das Bruttoinlandprodukt (BIP) wuchs im vierten Quartal 2019 um 0,3 Prozent, wie das Staatssekretariat für Wirtschaft (Seco) mitteilte. Im dritten Quartal 2019 hatte noch ein Plus von 0,4 Prozent herausgeschaut. Den Angaben zufolge stagnierte im Berichtsquartal die Wertschöpfung im verarbeitenden Gewerbe nach vier Quartalen mit einem überdurchschnittlichen Wachstum. Das ungünstige internationale Umfeld laste weiterhin auf den konjunktursensitiven Branchen wie etwa der Maschinen- und Metallindustrie, deren Umsätze erneut zurückgingen, heisst es. Die Bauinvestitionen (+0,4 Prozent) entwickelten sich dagegen positiv, ebenso die Wertschöpfung im Baugewerbe (+0,9 Prozent). Auch die Konsumausgaben der privaten Haushalte (+0,4 Prozent) und des Staates (+0,5 Prozent) stiegen etwas stärker als im Vorquartal. Das Seco hat auch eine erste Schätzung für das Gesamtjahr publiziert. Demnach resultierte für 2019 ein BIP-Wachstum von 0,9 Prozent (2018: 2,8 Prozent).

Inflation in Eurozone geht wieder zurück: Die Inflation in der Eurozone ist im Februar wieder etwas gesunken. Wie das Statistikamt Eurostat mitteilte, lagen die Konsumentenpreise zwar 1,2 Prozent höher als ein Jahr zuvor. Im Januar war die Rate aber noch auf 1,4 Prozent gestiegen. Die Europäische Zentralbank (EZB) strebt auf mittlere Sicht eine Teuerung von knapp zwei Prozent an. Dieses Ziel hat sie jedoch lange nicht mehr erreicht, weshalb sie ihre Geldpolitik stark gelockert hat. Derzeit gibt es Spekulationen, dass auch die EZB ihre Politik wegen der Coronakrise weiter lockern könnte. Viel Spielraum für Zinssenkungen hat sie angesichts des bereits sehr niedrigen Zinsniveaus aber nicht mehr.

US-Industrie büsst wieder an Dynamik ein: Die US-Industrie hat ihre jüngste Erholung nicht fortsetzen können und ist fast wieder in die Stagnation zurückgefallen. Der vom Institute for Supply Management erhobene Einkaufsmanagerindex sank im Februar um 0,8 auf 50,1 Punkte. Der Index war zwischen August und Dezember 2019 kontinuierlich gesunken und hatte bei 47,8 Punkten den niedrigsten Wert seit etwa vier Jahren verzeichnet. Der Anstieg im Januar gab Hoffnung, dass bei der Abkühlung der US-Wirtschaft die Talsohle durchschritten sein könnte. Diese Hoffnungen wurden mit den aktuellen Daten gedämpft.

Stimmung in Chinas Industrie im Keller: Der chinesische Industriesektor wird stark von der Coronakrise durchgeschüttelt. Der Einkaufsmanagerindex (PMI) des nationalen Statistikbüros für das verarbeitende Gewerbe stürzte im Februar auf 35,7 Punkte ab. Im Januar notierte der PMI noch bei 50. Es ist der stärkste Monatsrückgang seit dem Beginn der Erhebung im Jahre 2005. Das bisherige Tief von 38,8 Punkten wurde in 2008 erreicht – während der globalen Finanzkrise. Zu einem ähnlichen Befund kommt der vom Wirtschaftsmagazin Caixin erhobene PMI. Hier resultiert ein Rückgang auf 40,3 von 51,8 Punkten

Fokus: Disziplin erhöht den Anlageerfolg

Das Bauchgefühl ist kein guter Ratgeber, wenn es um die Geldanlage geht. Erfolgversprechender sind regelbasierte Anlagestrategien.

An den Börsen ging es in den vergangenen Tagen turbulent zu. Die Sorgen um die wirtschaftlichen Folgen der Coronakrise haben viele Anleger nervös werden lassen. Und nicht wenige von ihnen überlegen sich, ob nun der richtige Zeitpunkt für einen Ausstieg aus dem Aktienmarkt gekommen ist. Das ist ein bekanntes Muster: Wenn es an den Börsen holpert, werfen Anleger ihre Anlagestrategie, die ihnen über Jahre hinweg gute Renditen einbrachte, plötzlich über den Haufen.

Heute beschäftigt sich ein ganzer Wissenschaftszweig mit gesellschaftlichen Einflüssen und der Bedeutung von Emotionen bei Anlageentscheiden. Der Fachbereich nennt sich Verhaltensökonomie und geht den Fragen nach, wie Anlageentscheide tatsächlich zustande kommen, welche Verhaltensmuster sich erkennen lassen und welche Fehler Anleger immer wieder machen.

Emotionen entscheiden

Es konnte nachgewiesen werden, dass Investitionsentscheide von Privatanlegern häufig nicht als Folge einer detaillierten Analyse getroffen werden, sondern aus dem Bauch heraus. Dadurch lassen sie sich unter anderem von kurzfristigen Kursschwankungen leiten, was zu emotionalen Kauf- und Verkaufsentscheidungen führen kann, die einen negativen Einfluss auf die langfristige Rendite haben.

So lässt sich erklären, dass insbesondere bei über längerer Zeit steigenden Aktienkursen viele Anleger in den Aktienmarkt investieren (siehe Grafik). Hält der Aufwärtstrend an, kommt Euphorie auf. In dieser Phase steigen besonders viele Anleger ein. Wenn es dann abwärts geht, werden die Verluste vom Anleger zunächst relativiert. Erst spät in der Korrekturphase verkauft er seine Titel. Sobald sich die Kurse wieder erholen, keimt die Hoffnung wieder auf und das Spiel beginnt von vorne.

So reagieren Anleger typischerweise
So reagieren Anleger typischerweise

Das VZ VermögensZentrum analysiert jedes Jahr Tausende von Anlagedepots. Auch die VZ-Experten stellen dabei immer wieder fest, dass die Anleger sich bei Anlageentscheiden von ihrem Bauchgefühl leiten lassen. Daher empfiehlt es sich, vor der Investition einfache und nachvollziehbare Regeln zu formulieren und anhand historischer Daten zu testen. Mit solchen regelbasierten Anlagestrategien können bei einer disziplinierten Umsetzung Emotionen ausgeschaltet werden.

Ein Anlagekonzept, das solche Regeln beinhaltet, kann sich zum Beispiel auf gleitende Durchschnitte abstützen. Diese Methode will sichtbar machen, in welche Richtung sich der Kurs einer Anlage bewegt, zum Beispiel eines Aktienindexes wie der SMI. Dazu werden die Tageskurse über einen bestimmten Zeitabschnitt hinweg zusammengezählt und durch die Anzahl der Tage geteilt.

Das Ergebnis dieser Berechnung ist der Durchschnittskurs für diese Periode. Steigt der Kurs einer Anlage über seinen gleitenden Durchschnitt, löst das ein Kaufsignal aus. Umgekehrt erfolgt ein Verkaufssignal, wenn der Kurs unter den gleitenden Durchschnitt fällt. Um langfristige Trends sichtbar zu machen, legt man der Berechnung häufig eine Zeitdauer von 200 Tagen zugrunde.

Mit gleitenden Durchschnitten kann man grosse Trendbewegungen sehr gut abfangen. Darum sind sie nützlich, um starke und länger andauernde Kursverluste zu vermeiden.

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