Tipps für Ihre Geldanlagen

Newsletter vom 26. Februar 2020

Informieren Sie sich jede Woche aktuell über die neuesten Entwicklungen an den Finanzmärkten.

Aktuelles zu Börsen & Märkten

Neue Sorgen wegen Coronavirus: Zu Beginn der Woche wurden die globalen Aktienmärkte von einer Verkaufswelle erfasst. Auch der Ölpreis hatte empfindlich auf die neue Bedrohungslage durch das Coronavirus reagiert, nachdem sich erstmals Ansteckungen ausserhalb Chinas häuften und mit den ersten Todesfällen in Norditalien das neuartige Virus auch in Europa angekommen ist. Die Ausbreitung des Virus und die Massnahmen zu seiner Eindämmung bremsen die Weltwirtschaft kurzfristig, da Lieferketten unterbrochen sind und die Produktion beeinträchtigt wird. Doch aus den Erfahrungen mit früheren Virus-Erkrankungen wie SARS lässt sich schliessen, dass die Konjunktur in den folgenden Quartalen einen grossen Teil der verlorenen Dynamik aufholen kann, sobald die Ausbreitung unter Kontrolle ist. Anleger, die sich ganz aus dem Obligationenbereich zurückgezogen haben, weil "man damit ja keinen Zins mehr bekommt", werden in Phasen wie dieser stärker getroffen (siehe Grafik).

Zinswerte stabilisieren auch im aktuellen Umfeld
Obligationen entfalten trotz des extrem tiefen Zinsumfelds in Stressphasen ihre stabilisierende Wirkung. Dies unterstreicht, dass man die Zinswerte im Portfolio nicht nur aus einer Ertragsoptik beurteilen sollte.
Zinswerte stabilisieren auch im aktuellen Umfeld

Quelle: Bloomberg

Schweizer Industrie wächst auch im vierten Quartal: Der Wachstumstrend der Schweizer Industrie setzte sich auch im vierten Quartal 2019 fort. Zwischen Oktober und Dezember wuchs die Produktion im gesamten sekundären Sektor, der sich aus Industrie und Bau zusammensetzt, im Vergleich zum Vorjahresquartal um 1,3 Prozent, wie das Bundesamt für Statistik (BfS) mitteilte. Der Umsatz legte um 0,3 Prozent zu. Gegenüber dem dritten Quartal hat die Dynamik damit allerdings nachgelassen. Denn im Vorquartal zog die Produktion noch um 6,3 Prozent an und die Umsätze stiegen um 4,7 Prozent. Das dritte Vierteljahr war allerdings auch das stärkste Quartal des vergangenen Jahres. Das BfS hält zugleich fest, dass der Anstieg seit dem ersten Quartal 2017 ungebrochen sei.

Geschäftsklima in Deutschland hellt sich überraschend auf: Die Stimmung in der deutschen Wirtschaft hat sich im Februar unerwartet etwas aufgehellt. Der vom Ifo-Institut erhobene Geschäftsklimaindex stieg um 0,1 auf 96,1 Punkte. Analysten hatten dagegen im Durchschnitt mit einem Rückgang auf 95,3 Punkte gerechnet. Die Unternehmen bewerteten ihre aktuelle Geschäftslage zwar etwas skeptischer als zuletzt. Gestützt wurde der Indikator trotz der Corona-Krise jedoch von verbesserten Erwartungen für die kommenden sechs Monate.

Bessere Stimmung unter Einkaufsmanagern in Eurozone: Die Stimmung unter den Chefeinkäufern der Unternehmen in der Eurozone hat sich im Februar überraschend verbessert. Der vom britischen Forschungsunternehmen Markit erhobene Einkaufsmanagerindex kletterte gemäss einer Vorabschätzung um 0,3 auf 51,6 Punkte. Analysten hatten dagegen einen Rückgang erwartet. Ein wichtiges Hoffnungszeichen kommt dabei aus dem Industriesektor. Der entsprechende Subindex legte um 1,2 auf 49,1 Punkte zu und erreichte den höchsten Stand seit über einem Jahr. Die Wachstumsschwelle von 50 Punkten gerät nun ins Visier. Damit verdichten sich die Hinweise, dass die Talfahrt im Industriesektor in der Eurozone beendet und die Gefahr einer gesamtwirtschaftlichen Rezession vom Tisch sein könnte.

US-Frühindikatoren steigen stärker als erwartet: In den USA legte der Sammelindex der wirtschaftlichen Frühindikatoren zum Beginn des Jahres stärker zu als erwartet. Der Indikator des Forschungsinstituts Conference Board stieg im Januar im Vergleich zum Vormonat um 0,8 Prozent. Analysten hatten lediglich ein Plus von 0,4 Prozent veranschlagt. Im Dezember waren die Frühindikatoren noch um 0,3 Prozent gesunken. Der Sammelindex setzt sich aus zehn Indikatoren zusammen. Dazu zählen unter anderem die Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe, die Neuaufträge in der Industrie und das Konsumentenvertrauen. Damit gibt der Indikator einen Eindruck über den Gesamtzustand der US-Wirtschaft.

Fokus: Mit ETF von Dividenden profitieren

Für Dividendenjäger beginnt aktuell die heisse Zeit. Denn im Frühjahr stehen die Gewinnausschüttungen der Unternehmen auf dem Programm. Wer mit ETF in Aktien investiert, profitiert auch von den Dividenden.

Die Dividende ist ein wichtiges Kaufargument für eine Aktie – neben der Aussicht auf Kursgewinne. Denn Unternehmen mit hoher Gewinnausschüttung versprechen auch bei nachgebenden Aktienmärkten und rekordtiefen Zinsen einen relativ hohen und kontinuierlichen Geldzufluss im Portfolio.

Um die Höhe der Dividendenzahlung vergleichen zu können, wird die Dividendenrendite herangezogen. Sie setzt die Gewinnausschüttung ins Verhältnis zum Aktienkurs. Der SPI, der praktisch alle an der Schweizer Börse SIX kotierten Aktien enthält, kam in den vergangenen zehn Jahren auf eine Dividendenrendite von knapp 3 Prozent und mehr (siehe Grafik). Das stellt klassische Zinsanlagen wie Staatsanleihen von Industrieländern in den Schatten. Auch das Börsenjahr 2020 dürfte Dividendenjäger Freude bereiten. Prognosen zufolge beläuft sich die Dividendenrendite im SPI auf 3,0 Prozent.

Dividendenrendite des SPI
Dividendenrendite des SPI

Quelle: Bloomberg

Bei der Dividendenrendite des SPI handelt es sich um einen Durchschnittswert aller im Index enthaltenen Aktien. Das bedeutet, es gibt Titel, die in puncto Gewinnausschüttung sogar auf eine noch höhere Rendite kommen. Doch die Auswahl der vielversprechendsten Dividenden-Aktien ist relativ aufwendig.

Eine aus Anlegersicht vergleichsweise einfache und vor allem kostengünstige Variante kann es sein, in Dividenden-ETF zu investieren. Dabei handelt es sich um börsenkotierte Indexfonds, die ihrerseits in starke Dividendenzahler investieren. An der Schweizer Börse sind unter dem Suchbegriff "dividend" 34 ETF zu finden.

Ausschüttung oder Reinvestition?

Jeder Aktien-ETF gibt die Dividenden an die Anleger weiter, entweder in Form von Ausschüttungen auf das Konto des Anlegers oder mittels Reinvestition. Reinvestition wird oft auch als Thesaurierung bezeichnet und bedeutet: Der ETF investiert die ausgeschütteten Dividenden direkt wieder in die im Index enthaltenen Aktien. Beabsichtigt der Anleger Ausschüttungen wiederanzulegen, ist ein thesaurierender ETF also die richtige Wahl, weil der Kauf weiterer ETF-Anteile zusätzliche Kosten verursachen würde.

Die Dividendenerträge unterliegen der Einkommenssteuer. Es spielt dabei keine Rolle, ob die Erträge an den Anleger ausgeschüttet oder durch den ETF reinvestiert werden. Die Steuerwerte und der zu versteuernde Ertrag lassen sich für jeden an der Schweizer Börse gehandelten ETF in den jährlich publizierten Kurslisten der Eidgenössischen Steuerverwaltung abfragen.

Dividenden-ETF nur als Ergänzung

Vor einer Kaufentscheidung sollte sich der Anleger jedoch über die Kriterien informieren, die der ETF bei der Wahl von Dividenden-Aktien anwendet. Wegen der geringeren Diversifikation im Vergleich zu klassischen ETF sollten Dividenden-ETF nur einen Teil der Anlagesumme umfassen und als Ergänzung im Rahmen einer Gesamtanlagestrategie eingesetzt werden.

Zudem sollte der Entscheid für einen ETF nie nur anhand der erwarteten Dividenden gefällt werden, sondern immer auch vor dem Hintergrund der persönlichen finanziellen Verhältnisse und im Bewusstsein, dass Aktien und Aktien-ETF starken Kursschwankungen unterliegen können.

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