Tipps für Ihre Geldanlagen

Newsletter vom 5. Februar 2020

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Aktuelles zu Börsen & Märkten

Ölpreis wegen Corona-Krise unter Druck: Der Ausbruch des Coronavirus in China hinterlässt auch Spuren am Erdölmarkt. Denn die Corona-Krise löste Ängste vor einer deutlichen konjunkturellen Abkühlung aus, nicht nur im Reich der Mitte. Der Erdölpreis hat darauf mit deutlichen Abschlägen reagiert, weil eine niedrigere Ölnachfrage befürchtet wird. Konkret sank der Preis für die in Europa dominante Sorte Brent auf unter 54 US-Dollar je Barrel und damit den tiefsten Wert seit über einem Jahr (siehe Grafik). Seit Jahresbeginn rauschte der Ölpreis um fast 20 Prozent nach unten. Entscheidend für die weitere Preisentwicklung dürfte sein, wie stark die Corona-Krise die chinesische Wirtschaft tatsächlich belastet und wie das Ölkartell OPEC auf den Preiszerfall reagieren wird. Erst im Dezember hatten sich die OPEC und weitere Förderstaaten auf eine Produktionskürzung geeinigt.

Ölpreis rauscht nach unten
Der Ausbruch des Coronavirus trübt die zuvor recht optimistischen Konjunkturerwartungen. Das bringt den Ölpreis unter Druck.
Ölpreis rauscht nach unten

Quelle: Bloomberg

Trübe Stimmung in Schweizer Industrie: Die Stimmung unter den Chefeinkäufern der Schweizer Industriebetriebe bleibt auch im neuen Jahr angeschlagen. Der von der CS und dem Branchenverband Procure erhobene Einkaufsmanagerindex (PMI) notiert im Januar mit 47,8 Zählern weiterhin unter der als Wachstumsschwelle definierten Marke von 50 Punkten. Der Dezemberwert, der ursprünglich knapp über dieser Schwelle zu liegen kam und Hoffnungen auf eine Trendwende aufkeimen liess, wurde auf 48,8 Punkte nach unten revidiert. Damit bewegt sich der Industrie-PMI seit letzten April konstant unter der 50-Punkte-Marke. Die Stimmungslage im Dienstleistungssektor ist dagegen weiterhin von Zuversicht geprägt. Hier stieg der PMI überraschend deutlich, und zwar um 6,0 auf 57,3 Punkte.

Wirtschaft in der Eurozone schwächelt: Die Eurozone hat im vierten Quartal 2019 das schwächste Wirtschaftswachstum des Jahres erzielt. Das Bruttoinlandprodukt (BIP) der 19 Länder des Währungsgebietes erhöhte sich lediglich um 01, Prozent im Vergleich zum Vorquartal, wie das Statistikamt Eurostat mitteilte. Analysten hatten im Durchschnitt einen Anstieg von 0,2 Prozent veranschlagt. Im dritten Quartal hatte noch ein Plus von 0,3 Prozent herausgeschaut. Im Gesamtjahr 2019 erhöhte sich das BIP um 1,2 Prozent.

US-Wirtschaft wächst moderat: Die US-Wirtschaft hat ihr Wachstumstempo zuletzt stabilisiert. Im Gesamtjahr 2019 wurde jedoch das von Präsident Donald Trump gesetzte Ziel verfehlt. Das Bruttoinlandprodukt (BIP) stieg im vierten Quartal 2019 laut den Angaben des Handelsministeriums um auf das Jahr hochgerechnet 2,1 Prozent und damit exakt in derselben Geschwindigkeit wie im Sommer. Im Gesamtjahr 2019 legte das US-BIP um 2,3 Prozent zu und verfehlte damit das von Trump ausgegebene Ziel von 3 Prozent relativ klar. Der Republikaner, der im November seine Wiederwahl anstrebt, drängt die unabhängige Notenbank Fed immer wieder zu einer lockereren Geldpolitik. Zuletzt warf er ihr in Davos auf dem Weltwirtschaftsforum vor, sie habe die Zinsen zu schnell angehoben und zu langsam gesenkt. Die Fed hatte die Leitzinsen im Januar unverändert in der Spanne von 1,5 bis 1,75 Prozent belassen. Aufgrund des moderaten Wirtschaftswachstums und der stabilen Lage am Arbeitsmarkt sei derzeit kein Kurswechsel nötig, hiess es zur Begründung.

Japans Wirtschaft unter Druck: Die japanische Industrieproduktion brach angesichts einer schwächelnden Nachfrage im In- und Ausland in den drei Monaten von Oktober bis Dezember um 4 Prozent ein, wie Daten des Wirtschaftsministeriums zeigen. Das ist der stärkste Rückgang innerhalb eines Quartals, seit 2013 mit der Erhebung vergleichbarer Daten begonnen wurde. Zudem gingen die Einzelhandelsumsätze im Dezember um 2,6 Prozent zurück – das dritte Monatsminus in Folge. Zusätzlicher Druck auf die japanische Wirtschaft könnte durch die Ausbreitung des Coronavirus in China entstehen. Die Volksrepublik ist Japans zweitgrösster Exportmarkt.

Fokus: Was ist eine "gute" Rendite?

Es klingt nach einer finanztechnischen Spielerei: Benchmarking. Doch für Anleger ist das von entscheidender Bedeutung. Denn der Benchmark gibt ihnen einen Hinweis über die Qualität ihrer Anlage.

Ist eine Aktienrendite von 5 Prozent gut, ein Verlust von 2 Prozent schlecht? Das lässt sich seriös nur beurteilen, wenn man weiss, wie sich der entsprechende Markt entwickelt hat. Gewinnt der Aktienmarkt über 20 Prozent, wie in der Schweiz im vergangenen Jahr, dann sind 5 Prozent Rendite wohl kaum ein zufriedenstellendes Ergebnis. Ist die Aktienmarktentwicklung hingegen durchwachsen, dann schneidet man mit einer Aktienrendite von Minus 2 Prozent wahrscheinlich gar nicht so schlecht ab.

Um die Anlagerendite in einen Kontext setzen zu können, braucht es also eine Art Orientierungshilfe – in der Fachsprache Benchmark genannt. Bei einem Benchmark handelt es sich in der Regel um einen Börsenindex wie dem Swiss Bond Index AAA-BBB, der als Referenz für in Schweizer Franken denominierte Obligationen dient, oder dem MSCI World als Massstab für die Entwicklung des weltweiten Aktienmarkts (siehe Tabelle unten).

Benchmark ist unverzichtbar

Ein Benchmark ist in der Vermögensverwaltung von grosser Relevanz. Manager von aktiven Fonds beispielsweise müssen ihre Anlagekunst an einem Index messen lassen. Benchmarking hilft zudem bei der Qualitätsbestimmung von passiven Fonds.

Der grosse Unterschied zwischen aktiven und passiven Fonds besteht in ihrem Anlageziel. Aktive Fonds haben zum Ziel, eine möglichst grosse Mehrrendite gegenüber ihrem Benchmark zu erreichen. Dies ist jedoch nur möglich, indem sie in ihrer Zusammensetzung von diesem Benchmark abweichen. Da jedoch das Risiko besteht, auch eine Minderrendite zu erreichen, kommt es vor, dass viele aktive Fonds in ihrer Zusammensetzung kaum vom Benchmark abweichen. In diesem Fall sollten Anleger kostengünstige ETF oder Indexfonds vorziehen.

ETF und Indexfonds dagegen versuchen, den Benchmark so exakt wie möglich nachzubilden. Bei diesem passiven Ansatz unterscheidet sich die Fonds-Rendite denn auch kaum von der Rendite des Vergleichsindexes. Im Unterschied dazu können aktive Fonds eine klare Mehrrendite erzielen, aber auch deutlich hinter dem Benchmark zurückbleiben (siehe Grafik).

Aktive und passive Anlagefonds im Vergleich
Aktive Fonds können zwar eine Mehrrendite gegenüber dem Benchmark erzielen. Sie können aber auch deutlich schlechter abschneiden. Passive Fonds wie ETF hingegen "kleben" relativ eng an ihrem Benchmark (illustrative Darstellung).
Aktive und passive Anlagefonds im Vergleich

Neben Standard-Benchmarks gibt es auch eine Vielzahl an alternativen Indizes. Ein Trend ist hier beispielsweise, bestehende Indexkonzepte dahingehend zu verfeinern, dass durch passives Investieren in einen alternativen Index das Thema Nachhaltigkeit stärker betont wird. Eine weitere Spielart der passiven Geldanlage nennt sich faktorbasiertes Investieren. Dabei werden bestimmte Eigenschaften von Aktien – Faktoren genannt – bei der Indexgestaltung ausgenutzt, um allfällige Schwachstellen der klassischen Indizes zu beheben.

Um die Qualität solcher Faktor-Produkte zu messen, kommen dann zwei Benchmarks zum Einsatz. Einerseits der ursprüngliche Index zur Bestimmung der Produktentwicklung im Vergleich mit dem entsprechenden Markt. Andererseits wird der alternative Index herangezogen, um zu ermitteln, wie gut der Fonds diesen repliziert.

Benchmarks aus mehreren Anlageklassen

Einen weiteren Spezialfall von Benchmarks gibt es beispielsweise bei Produkten, welche an der Wertentwicklung mehrerer Anlageklassen partizipieren, zum Beispiel Mischfonds. Hier setzt sich der Benchmark aus den Indizes der Anlageklassen mit der entsprechenden Gewichtung zusammen. Um die Rendite eines solchen Fonds zu messen, der beispielsweise zu 70 Prozent in Zinswerte Schweiz und zu 30 Prozent in Aktien Schweiz investiert ist, könnte sich eine Zusammenführung von Swiss Bond Index AAA-BBB (als Benchmark für Obligationen) und Swiss Performance Index (als Benchmark für die Aktien) anbieten. Bei solchen Indizes spricht man von kundenspezifischen oder auch "customized" Benchmarks.

Der Benchmark ist auch zu Beginn eines Anlageentscheids zentral. Es ist empfehlenswert, dass der Anleger zunächst einen oder mehrere Benchmarks auswählt, von dem bzw. von denen er sich die beste Rendite erhofft. Und erst in einem zweiten Schritt geht es um die Auswahl des Anlageprodukts, welches sich mit der Entwicklung des Benchmarks messen lassen muss. Es kann zudem sinnvoll sein, gleichzeitig in einen Index und in dessen alternatives Konstrukt zu investieren – zum Beispiel über die kostengünstigen ETF.

Häufig verwendete Benchmarks

Anlageklasse Index Anzahl Komponenten
Aktien Schweiz SMI 20
Aktien Welt MSCI World 1644
Zinswerte Schweiz SBI AAA-BBB 1471
Zinswerte Ausland Barclays Global Aggregate Bond 21015
Immobilien SXI Real Estate Funds 37
Rohstoffe UBS Bloomberg CMCI Composite 28

 

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