Tipps für Ihre Geldanlagen

Newsletter vom 29. Januar 2020

Informieren Sie sich jede Woche aktuell über die neuesten Entwicklungen an den Finanzmärkten.

Aktuelles zu Börsen & Märkten

Coronavirus auch an Finanzmärkten ein Thema: Die Ausbreitung des Coronavirus verunsichert die Anleger rund um den Globus. Es handelt sich dabei um ein neuartiges Virus aus derselben Familie wie der SARS-Erreger, der 2003 die Welt in Atem gehalten hatte. Der Ausbruch des viel aggressiveren und gefährlicheren SARS-Virus hatte damals die chinesische Wirtschaft kurzzeitig belastet. Die Finanzmärkte hatten aber trotz Angst vor einer unkontrollierbaren Pandemie relativ wenig reagiert (siehe Grafik). Das Risiko einer grossen Verbreitung des neuen Coronavirus in Europa wird von verschiedenen Experten derzeit als sehr gering eingeschätzt. Ein weiterer Unterschied zu 2003: Dieses Mal hat China sehr schnell, effektiv und transparent reagiert. Unter anderem wurde die Millionenstadt Wuhan, wo der Corona-Virus mutmasslich seinen Ursprung hat, abgeriegelt.

Entwicklung verschiedener Anlageklassen während SARS
Bei SARS hatte China lange Zeit nicht mit offenen Karten gespielt. Erst im März 2003 wurde das Virus als Pandemie bei der WHO gemeldet. Die Finanzmärkte reagierten dennoch relativ gelassen.
Entwicklung verschiedener Anlageklassen während SARS

Quelle: Bloomberg

Schweizer Aussenhandel erzielt erneut hohen Überschuss: Der Schweizer Aussenhandel präsentiert sich in solider Verfassung. 2019 hat die Schweiz erneut einen hohen Exportüberschuss erzielt. Konkret wurden Waren im Wert von 242,3 Milliarden Franken ins Ausland ausgeführt, wie die Eidgenössische Zollverwaltung mitteilte. Das entspricht einem Anstieg um 3,9 Prozent. Die Importe legten derweil um 1,6 Prozent auf 205,0 Milliarden Franken zu. Damit resultiert ein Überschuss von 37,3 Milliarden Franken nach 31,4 Milliarden im Jahr 2018. Vor allem die wichtigste Exportbranche der Schweiz, der Chemie- und Pharmasektor, hat zu diesem Ergebnis beigetragen.

Deutscher Ifo-Index sinkt unerwartet: Die deutsche Wirtschaft ist etwas weniger zuversichtlich ins neue Jahr gestartet als erwartet. Der Ifo-Geschäftsklimaindex bildete sich im Januar um 0,4 auf 95,6 Punkte zurück. Analysten hatten dagegen den dritten Anstieg in Folge prognostiziert. Die rund 9000 befragten Firmenlenker, die vom Münchner Ifo-Institut für die Berechnung des Indexes befragt wurden, beurteilten die Geschäftslage zwar günstiger als zuletzt, die Aussichten aber skeptischer. Im verarbeitenden Gewerbe habe sich das Geschäftsklima allerdings deutlich verbessert, hält das Ifo-Institut fest. Im Servicesektor trübte sich die Stimmung dagegen spürbar ein.

Eurozone Unternehmensstimmung Markit: Für die Eurozone deutet ein wichtiger Konjunkturindikator auf ein weiterhin gedämpftes Wirtschaftswachstum hin. Im Januar lag der vom britischen Forschungsunternehmen Markit erhobene Einkaufsmanagerindex gemäss einer Vorabschätzung wie im Vormonat bei 50,9 Punkten. Damit verharrte der an den Finanzmärkten stark beachtete Stimmungsindikator leicht über der Expansionsschwelle von 50 Punkten, was auf anhaltendes Wachstum hindeutet. Bei den Unterindikatoren zeigte sich eine unterschiedliche Entwicklung: Während sich die Stimmung im Industriesektor der Eurozone stärker als von Analysten erwartet verbesserte (von 46,3 auf 47,8 Punkte), ging der Indikator für den Bereich Dienstleistungen überraschend zurück (von 52,8 auf 52,2).

EZB bestätigt Zinstief im Euroraum: Die Europäische Zentralbank (EZB) lässt die Zinsen auf Rekordtief. Der Leitzins bleibt bei null Prozent, Banken müssen für geparkte Gelder weiterhin 0,5 Prozent Zinsen an die EZB zahlen. Der EZB-Rat bestätigte bei seiner ersten Zinssitzung in diesem Jahr zudem die monatlichen Anleihenkäufe der Notenbank in Höhe von 20 Milliarden Euro. Die seit November amtierende EZB-Präsidentin Christine Lagarde kündigte ferner eine Überarbeitung der geldpolitischen Strategie und eine Prüfung des seit Jahren verfehlten Inflationsziels an. Die EZB hatte letztmalig im Jahr 2003 ihre Strategie überarbeitet.

Fokus: Wie finde ich den richtigen ETF?

Den richtigen ETF zu finden ist wie die Suche nach der Nadel im Heuhaufen. Ein strukturiertes Vorgehen hilft.

ETF sind günstig, transparent und liquide. Sie bieten auch unter dem Gesichtspunkt der Diversifikation Vorteile gegenüber anderen Anlageprodukten. Entsprechend gross ist die Nachfrage. Und auch das Angebot wächst laufend. Den richtigen ETF zu finden, ist also alles andere als einfach. Folgende sechs Schritte helfen bei der Wahl des richtigen ETF.

1. Herleitung der Anlagestrategie

Vor einer Investition sollte sich ein Anleger zuallererst über die Anlagestrategie im Klaren werden. Sie gibt die langfristige Aufteilung des Sparbatzens auf die verschiedenen Anlageklassen wie Aktien, Anleihen oder Rohstoffe vor. Verschiedene Studien zeigen, dass eine klar definierte Anlagestrategie der wichtigste Faktor für den Anlageerfolg ist.

Für die Herleitung der Anlagestrategie müssen zwei Faktoren berücksichtigt werden: die Risikobereitschaft und die Risikofähigkeit (siehe Grafik).

  • Die Risikobereitschaft drückt aus, wie gut der Anleger vorübergehende Kursverluste auf seinen Investitionen emotional verkraftet. Wer schlecht mit Verlusten umgehen kann, hat eine tiefe Risikobereitschaft. Ein Anleger mit einer hohen Risikofähigkeit kann eine tiefe Risikobereitschaft haben und umgekehrt.
  • Die Risikofähigkeit besagt, in welchem Zeitraum der Anleger welchen Anteil seines Vermögens benötigt. Wer beispielsweise im kommenden Jahr einen Grossteil seines Vermögens für den Kauf eines Hauses verwenden will, hat eine tiefe Risikofähigkeit.
So wird die Anlagestrategie hergeleitet
So wird die Anlagestrategie hergeleitet

Eine Anlagestrategie lässt sich heute ausschliesslich mit ETF umsetzen. An der Schweizer Börse stehen über 1500 ETF zur Auwahl, die in eine Vielzahl von Anlageklassen, Märkten und Währungen investieren und eine breite Diversifikation des Vermögens ermöglichen.

2. Index wählen

Anleger müssen sich bewusst sein, dass ETF-Anlagen die Wertschwankung des Indexes vollumfänglich mitmachen. Die Wahl des richtigen Indexes ist deshalb von zentraler Bedeutung.

Um eine Vorstellung für die Wertentwicklung eines ETF zu bekommen, empfiehlt sich ein Blick auf die historischen Renditen und Kursschwankungen des zugrundeliegenden Indexes. Dabei sollte ein möglichst langer Zeitraum betrachtet werden.

Hilfreich ist auch ein Verständnis für die Berechnung und Zusammensetzung des Indexes. Viele Indizes gewichten die Titel entsprechend ihrem Börsenwert. Dadurch können sich Klumpenrisiken ergeben. Beim SMI und beim SPI beispielsweise machen die drei Schwergewichte Nestlé, Novartis und Roche rund 50 Prozent des Indexes aus.

3. Abbildungsqualität prüfen

Viele Anleger gehen davon aus, dass ein ETF seinen Vergleichsindex eins zu eins abbildet. Das hätte zur Folge, dass die ETF-Rendite der Benchmark-Rendite entsprechen würde. Das ist aber nicht der Fall. Zwischen einzelnen ETF auf einen bestimmten Index kann es zu Renditeunterschieden von mehreren Prozentpunkten pro Jahr kommen.

Um die Abbildungsqualität eines ETF zu messen, lohnt es sich, die ETF-Rendite mit der Indexrendite zu vergleichen. Unterscheiden sie sich stark, ist Vorsicht geboten.

4. Replikationsart wählen

Unter Replikationsart versteht man die Art und Weise, wie ein ETF einen Index abbildet. Grundsätzlich wird zwischen physischer Replikation und synthetischer Replikation unterschieden. Bei der physischen Replikation investiert der ETF in die im Index enthaltenen Wertschriften. Die synthetische Replikation funktioniert über Finanzderivate. Sie ist komplizierter und weniger transparent als die physische Indexnachbildung. Gewisse Märkte lassen sich jedoch nur durch synthetische Replikation abbilden.

Die Risiken von physisch replizierenden ETF werden häufig als geringer eingestuft. Unter gewissen Umständen kann die synthetische Replikation aber durchaus sinnvoll sein. Die passende Replikationsart muss deshalb von Fall zu Fall beurteilt werden.

5. Kosten vergleichen

Einen Hinweis auf die Höhe der jährlich anfallenden Kosten in einem ETF gibt die Gesamtkostenquote TER. Sie umfasst neben den Verwaltungsgebühren auch die Kosten für Werbung und Vertrieb des Produkts. Eine tiefe TER sorgt aber nicht zwangsläufig für eine höhere Rendite. Denn zum einen sind in der TER nicht alle Kostenkomponenten eines ETF enthalten. Zum anderen wird die Rendite auch von der Replikationsart beeinflusst.

6. Handelsgebühren optimieren

Beim Kauf und Verkauf eines ETF fallen bankübliche Gebühren, Stempelsteuern und Börsenabgaben an. Zudem muss auch der Kauf- bzw. Verkaufspreis eines ETF genauer analysiert werden. Bei börsengehandelten Wertpapieren wie ETF besteht üblicherweise eine Spanne zwischen Geld- und Briefkurs.

Diese Spanne (auch Spread genannt) entspricht der Preisdifferenz zwischen Ankaufkurs (Brief) und Verkaufskurs (Geld). Anleger sollten auf eine tiefe Geld-Brief-Spanne achten. Als Faustregel gilt, dass Anleger ihre Transaktionen in der Mitte der Handelszeit tätigen sollten, da die Spreads zu Beginn und am Ende des Tages oft höher sind. An der SIX Swiss Exchange werden ETF von Montag bis Freitag zwischen 9.15 und 17.15 Uhr gehandelt.

Wichtig beim Kauf oder Verkauf eines ETF ist zudem, dass die im ETF enthaltenen Wertschriften zum Zeitpunkt der Transaktion gehandelt werden. Ein ETF auf den US-Aktienmarkt beispielsweise sollte dann an der Schweizer Börse gekauft werden, wenn die US-Börsen geöffnet sind. Andernfalls ist mit höheren Spreads zu rechnen.

Sie möchten mit ETF günstig ein Vermögen aufbauen? Beim VZ erhalten Sie professionelle Unterstützung bei der Wahl der passenden ETF. Das VZ sucht für Sie die besten ETF aus, die an der Schweizer Börse gehandelt werden. Mit dem VZ als Partner haben Sie die Gewähr, dass alle Titel unabhängig von Eigeninteressen analysiert und bewertet werden.

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