Tipps für Ihre Geldanlagen

Newsletter vom 15. Januar 2020

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Fokus: Geld anlegen mit gutem Gewissen

Nachhaltige Geldanlagen werden immer beliebter. Anlegerinnen und Anleger haben heute sehr viele Möglichkeiten, ihr Geld nachhaltig anzulegen, ohne auf eine marktübliche Rendite zu verzichten.

Das Thema Nachhaltigkeit hat in den letzten Jahren in den verschiedensten Lebensbereichen an Bedeutung gewonnen. So achten immer mehr Menschen bei ihrer Ernährung auf nachhaltig hergestellte Lebensmittel, oder sie meiden Waren aus Ländern mit schlechten Arbeitsbedingungen.

Auch in der Politik gewinnen Parteien, die Nachhaltigkeit ins Zentrum ihres Programms stellen, sehr viele Wählerinnen und Wähler. Daher ist es naheliegend, dass das Thema auch bei der Geldanlage immer stärker gewichtet wird. Denn Anlegerinnen und Anleger interessieren sich auch vermehrt dafür, wie sich Spar­ und Anlageprodukte auf Umwelt und Gesellschaft auswirken.

Schweizer Vermögensverwalter machen sich seit längerem für die Einhaltung von Nachhaltigkeitsstandards stark. In einem offenen Brief verlangten sie 2019 von den Indexanbietern, Hersteller geächteter Waffen aus den grossen Börsenindizes auszuschliessen. Dazu zählen etwa biologische und chemische Waffen, Antipersonenminen oder Streubomben. Das VZ VermögensZentrum hat diesen Brief mitunterzeichnet.

Auswahl anspruchsvoll

Heute stehen Anlegerinnen und Anlegern viele Möglichkeiten offen, um Nachhaltigkeitskriterien bei ihren Anlageentscheiden zu berücksichtigen. Sowohl mit Anlagefonds als auch mit ETF und Indexfonds lassen sich verschiedene Ansätze einfach umsetzen. Aufgrund der grossen Nachfrage ist die Anzahl solcher Angebote in den vergangenen Jahren stark gewachsen. Damit wird die Auswahl zunehmend anspruchsvoller.

Noch immer hält sich das Vorurteil, dass nachhaltige Anlagen schlechter rentieren als klassische, obwohl es in zahlreichen Studien widerlegt worden ist. Vergleicht man die Rendite von nachhaltigen und klassischen Indizes, schneiden beide ähnlich ab. So hat zum Beispiel der nachhaltige Index MSCI World ESG Leaders seit November 2007 fast dieselbe Rendite erzielt wie der klassische Weltaktienindex MSCI World (siehe Grafik).

Klassische und nachhaltige Anlagen entwickeln sich ähnlich
Wer in nachhaltige Anlagen investieren möchte, muss keine Abstriche bei der Rendite machen, wie der Vergleich zwischen dem MSCI World ESG Leaders Index mit dem klassischen MSCI World zeigt.
Klassische und nachhaltige Anlagen entwickeln sich ähnlich

Quelle: Bloomberg

Wer nachhaltig investieren will, kann zum Beispiel nachhaltigen Anlageklassen den Vorzug geben. Dazu gehört etwa der Schweizer Aktienmarkt, weil viele Schweizer Unternehmen in Sachen Nachhaltigkeit sehr gut abschneiden. Oder man schliesst Unternehmen aus, die in Sektoren tätig sind, die nicht nachhaltig sind.

Es können auch Unternehmen gemieden werden, die als kontrovers gelten, weil ihr Einfluss auf einen oder mehrere Aspekte der Nachhaltigkeit negativ ausfällt. Ein weiterer Ansatz besteht darin, nur in Unternehmen zu investieren, die in nachhaltigen Geschäftsbereichen tätig sind und/oder besonders nachhaltige Produktionsprozesse vorweisen können.

Ratings helfen

Nachhaltigkeits­Ratings helfen Anlegerinnen und Anlegern, die Nachhaltigkeit einzelner Titel oder eines ganzen Portfolios zu beurteilen. Solche Ratings sollen ein Verständnis dafür vermitteln, welche Chancen und Risiken im Zusammenhang mit Nachhaltigkeit relevant sind und wie Unternehmen damit umgehen. Besonders nachhaltige Unternehmen schneiden entsprechend gut ab.

Die Vielfalt von Ansätzen und Angeboten erhöht die Komplexität. Daher sollte man vor einer Investition genau abwägen, welche Anliegen in Bezug auf Nachhaltigkeit das Portfolio erfüllen soll. Zusätzlich sollte man darauf achten, dass die Kosten nachhaltiger Anlagen in einem vernünftigen Verhältnis stehen zur Verbesserung des Nachhaltigkeitsprofils. Und schliesslich sollte man nachhaltige Anlagen regelmässig darauf hin überprüfen, ob und wie weit sie die Nachhaltigkeitskriterien immer noch erfüllen.

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