Finanztipps vom LGBT-Desk

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Newsletter vom April 2020

Informieren Sie sich regelmässig rund um das Thema Pensionierung, Immobilien, Nachlassplanung und erfahren Sie, worauf Sie als gleichgeschlechtliches Paar und Single achten müssen.

Kind in Partnerschaft – wer erbt was?

Sind in einer gleichgeschlechtlichen Partnerschaft Kinder vorhanden, ist die finanzielle Absicherung besonders anspruchsvoll.

Werden keine Anweisungen darüber hinterlassen, wer das Vermögen nach dem Tod erhalten soll, wird das Erbe nach dem Gesetz aufgeteilt. Das birgt vor allem für Paare, deren Partnerschaft nicht eingetragen ist, ein finanzielles Risiko. Denn der überlebende Partner geht in diesem Fall leer aus. Der Grund: Die gesetzliche Erbfolge richtet sich ausschliesslich nach dem Verwandtschaftsgrad, und nicht etwa danach, wie nahe man sich steht.

Mit einem Testament oder Erbvertrag können Konkubinatspaare zwar dafür sorgen, dass mindestens ein Teil ihres Vermögens ihrer Partnerin oder ihrem Partner zugute kommt. Wenn ein Partner jedoch Kinder hat, sind die Begünstigungsmöglichkeiten sehr beschränkt. Denn der Pflichtteil der Nachkommen beträgt drei Viertel des Nachlassvermögens, sodass man seinem Lebenspartner höchstens ein Viertel zuweisen kann.

Verbessern lässt sich die Situation des Lebenspartners zum Beispiel mit Schenkungen zu Lebzeiten. Erbschaften und Schenkungen werden in vielen Kantonen durch die Erbschafts- und Schwenkungssteuern allerdings stark geschmälert.

Eingetragene Paare sind besser gestellt

In einer eingetragenen Partnerschaft mit einem Kind oder mehreren Kindern aus einer früheren Beziehung steht dem hinterbliebenen Partner die Hälfte des Nachlassvermögens zu. Die andere Hälfte geht an das Kind bzw. die Kinder. Und auch in diesem Fall lassen sich die Begünstigungsmöglichkeiten mit einem Testament oder Erbvertrag erweitern.

Dazu ein Beispiel: Ein lesbisches Paar lebt in eingetragener Partnerschaft zusammen. Eine der Frauen hat eine 15-jährige Tochter. Der Partnerin steht damit die Hälfte ihres Nachlasses zu, der Tochter die andere Hälfte. Die Mutter kann sie in ihrem Testament auf den Pflichtteil setzen und die freie Quote ihrer Partnerin zuweisen. Damit steigt deren Anteil am Nachlassvermögen auf fünf Achtel.

Für solche Regenbogenfamilien ist es oft sinnvoll, im Testament Vor- und Nacherben einzusetzen. Damit sorgen sie dafür, dass das Vermögen nach dem Tod des überlebenden Partners in der eigenen Familie bleibt. Stirbt in dem obigen Beispiel die hinterbliebene Partnerin, fällt die freie Quote ohne Regelung an deren Erben. Damit die Tochter die freie Quote erhält, kann die Mutter ihre Partnerin als Vorerbin und ihre Tochter als Nacherbin einsetzen.

Sie haben Fragen zu diesem Thema? Dann bestellen Sie das kostenlose Merkblatt "Erbschaftsplanung für gleichgeschlechtliche Paare". Oder kommen Sie vorbei: Beim VZ in Zürich berät ein spezialisiertes Team gleichgeschlechtliche Paare und Singles zu allen Geldfragen. Vereinbaren Sie jetzt einen Termin – bitte im Feld Mitteilung den Vermerk "LGBT" ergänzen.